Kandel / Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Viele Einsteiger in Pflegeberufe in Asklepios-Kliniken

Qualifizierte Anleitung am Pflegebett für die neuen Auszubildenden.
Qualifizierte Anleitung am Pflegebett für die neuen Auszubildenden.

Die ersten Wochen der neuen Auszubildenden zum Gesundheits- und Krankenpfleger bzw. Krankenpflegehelfer in den Asklepios-Kliniken Kandel und Germersheim sind inzwischen vergangen. Die Ausbildung hat sich geändert, die Anerkennung geht über Deutschland hinaus.

Bisher gab es – entgegen einem bundesweiten Trend – keine Abbrüche, konnten nun Geschäftsführer Frank Lambert und die drei (freigestellten) Anleiterinnen positiv bilanzieren. „Am Anfang ist all dies Neue wie eine große Welle für die Berufsanfänger, der Klinikalltag, die Fachsprache, das Leid schwer Erkrankter“, wissen die Paxisanleiterinnen Vanessa Demmak und Kerstin Scheid. „Doch unsere Türen stehen für Nachfragen und Kümmernisse immer offen.“ Neben intensiver Begleitung sei der Blick immer auf die positive Wende von der Krankheit hin zur Gesundheit gerichtet.

Gesundheits- und Krankenpflege sei einfach ein besonderer Beruf, oft greife man stark in die Privatsphäre eines Menschen ein. Deshalb sind ein ausführliches Gespräch und ein Praktikum bei der Bewerberauswahl unerlässlich. „Es ist hier halt nicht so wie beim „Bergdoktor“, meint Frank Lambert lächelnd. Es brauche Belastbarkeit, Empathie und möglichst keine Berührungsängste, ergänzt Medizinpädagogin Katharina Goedecke. „Belohnt wird man dafür noch immer mit der sehr persönlichen Anrede ’Schwester’ und oft mit großer Dankbarkeit.“

Krisenfester Beruf mit vielen Möglichkeiten

Genau diese menschliche Nähe sei andererseits für viele Bewerberinnen und Bewerber ein Pluspunkt des Berufes. „Außerdem ist in der Corona-Krise die Bedeutung der Krankenpflege wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt, und hinzukommt, dass es ein krisenfester Beruf mit vielen Weiterbildungsmöglichkeiten ist“, sagt Frank Lambert, und verweist auf die große Zahl von 45 Berufsanfängern (38 Frauen und 7 Männer) in den Asklepios-Kliniken.

Der hohe Bedarf an Nachwuchskräften ergebe sich sowohl aus demografischen Gründen, wie auch durch besonders pflegeintensive Bereiche der Kliniken. Die Werbung um Auszubildende „lief auf allen Informationskanälen. Aber am erfolgreichsten war die Nachwuchswerbung durch eigene Mitarbeiter“. Sehr wichtig für Mitarbeiter sei eine fürs Familienleben verlässliche Dienstplanung, dieser Wunsch rangiere sogar vor besserer Bezahlung, informiert Frank Lambert über ein Umfrage-Ergebnis.

15 junge Frauen und Männer aus Vietnam

Erstmals finden sich unter den Auszubildenden 13 junge Frauen und zwei Männer aus Vietnam, die von der Agentur RH Asia Consulting Hagenbach angeworben wurden. Seit vier Jahren vermittelt Roland Hecht Mitarbeiter aus Vietnam, vorwiegend für die Ausbildung in Pflege und Gastronomie mit guten Erfahrungen. Vietnam habe sehr viele junge Menschen, die nicht alle im Land Arbeiten finden und gerne nach Deutschland kommen. Die Familie hat das Geld für die Reise und Sprachunterricht zusammengelegt, und vom späteren Gehalt wird die Familie der „Auswanderer“ mit unterhalten werden. Hecht beschreibt die Menschen als zielstrebig und gewissenhaft, religiös bedingte Konfliktsituationen gibt es nicht, aber eine ausgeprägte Hilfsbereitschaft, ergänzt durch hohen Respekt gegenüber älteren Menschen.

Dies bestätigen auch die Ausbilderinnen, nachdem die Sprachkenntnisse immer besser werden, sei anfängliche Schüchternheit nun großer Neugierde gewichen. „Sie gleichen viel durch Fleiß und Beharrlichkeit aus, und ihre Ruhe und Gelassenheit tut unseren Patienten gut.“ I

Zweiter Jahrgang Modernisierung

Die zukünftigen Gesundheits- und Krankenpfleger sind der zweite Jahrgang nach Modernisierung dieses Berufsbildes, bei dem Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege zusammengeführt wurden. Zunächst werden generelle Lerninhalte vermittelt und spätestens nach zwei Jahren folgen – je nach der Wahl der individuellen Richtung vertiefende Kenntnisse. Dementsprechend werden praktische Einsätze bei Partnern in Pflegeheimen, Sozialstationen etc. folgen. Neu ist in diesem Zusammenhang der Schulbesuch in der berufsbildenden Schule in Wörth und die EU-weite Anerkennung des Berufes.

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