Kreis Germersheim Vereine protestieren gegen Hallenordnung

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Seit 2012 wurde an einer neuen Entgelt- und Benutzungsordnung für die Einrichtungen der Stadt Wörth gestrickt. Herausgekommen ist ein 20 Seiten-Dokument – für die Vereine ein „bürokratisches Monster“. Roland Runte, Vorsitzender der Abteilung Tischtennis des Fußballvereins sprach den 30 Vereinsvertretern damit aus dem Herzen.

Ursprünglich wollten sie am Mittwochabend im Bürgerhaus über die Gründung eines Kulturrings beraten. Doch Ortsvorsteher Jochen Schaaf setzte den umstrittenen Stadtratsbeschluss davor auf die Tagesordnung. Ab 2015 werden die erhöhten Gebühren fällig und „jetzt haben wir den Salat“, machte Schaaf seinem Herzen Luft. Denn unterm Strich sei man auf „wahnsinnige Kosten gekommen“. So haben die neue Entgeltordnung zunächst unter anderem die Miete plus 50 Prozent für Vor- und Nachbereitung der Veranstaltung sowie die Nebenkosten gefordert. Jetzt, so erläuterte der Ortsvorsteher eine Korrektur, würden keine Kosten für Vor- und Nachbereitung mehr erhoben. Proben für Theaterstücke und das Herbstkonzert seien kostenfrei, ebenso der Kinderfasching. Für die Kinderweihnachtsfeier indes müsste der Turnverein die satte Saalmiete hinblättern. Eine Erklärung für diesen Unterschied hatte der Ortsvorsteher nicht. Er muss ausbaden, was im Stadtrat beschlossen wurde: Denn die Vertreter von Maximiliansau im Ortsvorstand hatten der Entgelt- und Gebührenordnung nicht zugestimmt. Sie haben aber bekanntlich keine Stimme im Stadtrat. Umso mehr vermissten die anwesenden Vereinsvertreter die Stadträte, die diesen Beschluss gefasst haben. Der Vorsitzende des Musikvereins, Helge Hoffmann, überschlug die möglichen Kosten für ein Konzert mit rund 750 Euro. Die Folge wäre ein Ticketpreis von mindestens 10 Euro. Wenn schon mehr Geld verlangt würde, dann sollte es auch in die Halle investiert werden, verlangte er. „Wenn wir warmes Essen anbieten, müssen wir das Obergeschoss mit anmieten, unten im Foyer fliegt sonst die eine Sicherung durch.“ Der Vorsitzende des Angelvereins Egon Wetzel fragte, weshalb die Vereine überhaupt bezahlen müssten, die Tulla-Halle sei doch einmal für die Kultur gebaut worden. Oskar Behr, Vorsitzender der Volkslaufgruppe: „Die Stadt Wörth schmückt sich mit den Meisterschaften, die wir ausrichten.“ Aber mit den Vereinsvorsitzenden sei bisher nicht über die neue Gebührenordnung gesprochen worden. „Ich bin absolut empört über diese Preistafel“, fügte sein Stellvertreter, Werner Gromotka, hinzu. Er will wissen, wofür das Geld verwendet wird. Für Anette Schaaf vom Kirchenchor scheinen zukünftig sogar Theateraufführungen unmöglich: Der Ticketpreis würde auf über 10 Euro steigen. Christoph Gröger, Facility (Gebäude)-Manager der Stadt, gestand zu, dass die Tulla-Halle im Stadtgebiet den „größten Sprung“ bei den Kosten gemacht habe. Gleichzeitig nahm er alle Anregungen auf. Wie zum Beispiel die Probleme mit den Hausmeistern. Schon 2014 seien diese den Vereinen „aufgedrückt“ worden, ärgert sich Helge Hoffmann und beklagt die Kommunikation und die Art des Umgangs miteinander. „Wenn du die Halle mietest, stehst du schon mit einem Bein im Knast“, soll ein Hausmeister geäußert haben. Nach einer guten Stunde war „genug Dampf auf dem Kessel“, für den Stefan Hamel vom Turnverein folgendes Ventil vorschlug: Die Teilnehmer der Diskussionrunde werden in einem Schreiben an die Stadtverwaltung die Aussetzung der Entgelt- und Benutzungsordnung verlangen. Denn unter diesen Bedingungen sehen sie die ehrenamtliche Arbeit für Sport und Kultur, für Kinder und Jugendliche für das gesellschaftliche Leben in Maximiliansau in Gefahr. (mldh)

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