WÖRTH
Vereine können Wasser- und Stromanbindung nicht alleine stemmen
Über eine neue Wasserversorgung im „Klammengrund“ müssen die Mitglieder des Wörther Stadtrats in ihrer Sitzung am Dienstag beraten. Betroffen sind neben den dortigen Ausiedlerhöfen die Hundefreunde, der Rassegeflügelzuchtverein und der Kleingartenverein.
Aktuell erfolgt die Versorgung über eine städtische Leitung, die vom Bauhof aus verlegt ist. Diese Leitung ist in die Jahre bekommen und weist möglicherweise Undichtigkeiten und Verunreinigungen auf. Das öffentliche Leitungsnetz wird von der Germersheimer Südgruppe betrieben. An dieses sollen die Grundstücke nun angeschlossen werden. Eine kostenfreie Übernahme der alten Leitung hat die Südgruppe abgelehnt. Sie erklärte jedoch die Bereitschaft, eine neue Leitung zu errichten. Diese soll nun zwischen Bauhof und dem Übergabepunkt am Hundesportverein verlegt werden.
Kleingärtner wünschen sich Stromversorgung
Dort endet das öffentliche Netz weiterhin. Ab diesem Punkt nutzen die Aussiedlerhöfe eine eigene, private Leitung in privater Verantwortung. Der Kleingartenverein hat eine Stromversorgung beantragt. Vorsitzender Borivoje Krstanovic sagt: „Dies ist seit vielen Jahren unser Wunsch, nun ist ein sehr günstiger Zeitpunkt dafür gekommen.“ Von den 88 Parzelleninhabern hätten sich rund 60 für einen Stromanschluss entschieden. Sie müssen rund 1100 Euro pro Anschluss investieren. Eine spätere Maßnahme würde 1700 Euro kosten.
Krstanovic rechnet damit, dass sich noch weitere Kleingärtner anschließen werden. Die Verwaltung erachtet eine gemeinsame Nutzung des Grabens für Wasser- und Stromversorgung ebenfalls für sinnvoll. Für die Erdarbeiten der Pfalzwerke ist die Firma Wüst zuständig. Sie hat ein Angebot von knapp 116.000 Euro vorgelegt. Für zirka 6.000 Euro müssen Bodenproben entnommen werden, die Kosten pro neuem Hauswasseranschluss werden auf 3.500 Euro geschätzt. Die Kosten für die gesamte Maßnahme belaufen sich auf etwa 162.000 Euro. Die Hundefreunde und die Geflügelzüchter haben von der Stadt die Grundstücke per Erbbaurecht überlassen bekommen, mit den Kleingärtnern besteht ein Pachtvertrag.
Fortbestand der Vereine wäre bedroht
Eigentlich wären die Vereine verpflichtet, alle Abgaben und Lasten zu tragen. Doch keiner der drei Vereine wäre in der Lage, diese Kosten zu stemmen. Ihr Fortbestand wäre massiv bedroht. Daher will die Stadt die Kosten übernehmen. „Wir müssen den Zuchtbetrieb aufrechterhalten, konnten wegen Corona jedoch keine Veranstaltungen durchführen und hatten somit auch keine Einnahmen“, sagt der Präsident des Rassegeflügelzuchtvereins, Joachim Gottschang.
Haushaltsmittel sind keine eingestellt, doch die Verwaltung hält das Vorhaben für unaufschiebbar. Die Kosten sollen durch Mehreinnahmen bei den Gewerbesteuerkompensationszahlungen ausgeglichen werden. Zudem sollen die Vereine an den Ausgaben beteiligt werden. Der Hundesport- und Rassegeflügelzuchtverein erhalten jährlich einen Zuschuss von 2.000 Euro für die eigenverantwortliche Instandhaltung ihrer Anlagen. Dieser soll in den kommenden fünf Jahren ausgesetzt werden.
Die Kleingärtner erhalten keine Zuschüsse, sie zahlen jedes Jahr rund 2000 Euro Pacht an die Stadt. Daher werden dem Verein drei Optionen zur Auswahl gestellt: Fünf jährliche Zahlungen von 2.000 Euro, entsprechende Anpassung des Pachtvertrags oder eine einmalige Zahlung von 10.000 Euro. Krstanovic geht davon aus, dass sich die Mitglieder für die Einmalzahlung entscheiden werden.
Termin
Stadtrat Wörth, Dienstag, 1 Uhr im großen Saal der Festhalle. Unter anderem auf der Tagesordnung stehen die Bebauungspläne „Max im Woog“ und ehemaliges Schauffele-Gelände.