Kandel Veränderung bei Schandfleck rückt näher
Oft ist das verwahrloste Gebäude das erste, was Besuchern der Innenstadt ins Auge fällt. Entsprechend haben die Kandeler die Fläche schon lange „Schandfleck“ getauft. So verwildert das Grundstück ist, so traurig ist seine Geschichte. Dort befand sich einst ein Gebäude, in dem vor über 20 Jahren zwei junge Griechen bei einem Brand im Dachgeschoss erstickt waren. Das ausgebrannte Wohn- und Geschäftshaus, in dem sich ein Internet-Café, ein türkisches Lokal und mehrere Apartments befanden, wurde einige Jahre nach dem Feuer abgerissen.
Das Grundstück zieht sich an der Bahnhofstraße entlang, von der großen Kreuzung an der Hauptstraße bis zur Einmündung der Marktstraße. Ein Haus ist vermietet, die Nutzung wechselt zwischen Friseur und Handyladen. In dem kleineren Gebäude in der Mitte befand sich einmal eine Heizungsanlage. Bei einer Zwangsversteigerung ging die Fläche vor Jahren an einen privaten Unternehmer aus Hagenbach.
Erste Schritte schon vor Monaten
Anfang 2025 konnte Bürgermeister Michael Gaudier eine Entwicklung verkünden: Der Unternehmer habe seine „Kooperations- und Verkaufsbereitschaft“ signalisiert, hieß es damals. Die Stadt hat angesichts leerer Kassen aber keine hochfliegenden Pläne mehr, es soll also kein neues Gebäude errichtet werden. Aber quasi über Nacht war eine Fördermöglichkeit des Landes aufgetaucht.
„Ende Juni haben wir mit dem Eigentümer über den Verkauf verhandelt“, sagte Bürgermeister Gaudier jüngst bei einem Gespräch mit der RHEINPFALZ. Dabei seien auch Preis und Bedingungen festgelegt worden. Mit einem Handschlag wurde Anfang Juli schließlich besiegelt, dass eine Fläche von 250 Quadratmetern für 184.000 Euro der Stadt gehören soll. Nun warte man nur noch auf den Notartermin, der von der Verbandsgemeindeverwaltung vereinbart werden müsse, sagt Gaudier.
Über das Programm „Aktive Stadt“ werden Platzgestaltung und Grunderwerb zu 80 Prozent gefördert. Konkret geht es um Erdaushub, danach vielleicht das Pflanzen einiger Bäume, möglicherweise eine Sitzbank. So sei auch die gegenüberliegende Seite beim Just-Gelände gestaltet. Dies habe sich bewährt, auch gebe es kaum Unterhaltskosten. Auch über einen Namen für den kleinen Platz wird schon nachgedacht, hier wurden als erste Ideen „Tor zum Bienwald“ und „Platz der Demokratie“ genannt.