Kreis Germersheim Vegetarisch? – Aber nur!

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Wörth. Die Uhr zeigt 13.15 Uhr, die Klingel ertönt. „Das Café Delight verkauft nun belegte Brötchen und Snacks in der Lernwerkstatt“, verkündet eine Durchsage. Denn in den Wintermonaten wechselt das Café Delight vom Pavillon in die Lernwerkstatt im Keller. Zögerlich betreten erste Schüler der IGS Wörth den kleinen gelb gestrichenen Saal. Obst, Bionade und vieles mehr wird hier von Schülern für Schüler angeboten. Das Motto: „Gesund und Lecker“.

Das Café Delight ist eine von Schülern organisierte, kleine Cateringfirma, die 2007 vom Lehrer Alexander Schnur ins Leben gerufen wurde. Seitdem sind 7 Jahre vergangen und die Firma überdauert somit frühere Projekte wie die „Cycle Crew“ (Aufrüstung von Fahrrädern) oder „sell4you“ (Internetverkauf) um mehrere Jahre. Im Wahlpflichtfach „Wirtschaft und Verwaltung“ versucht der Lehrer mit solchen Projekten den Schülern ab der 7. Klasse die Abläufe in einem Betrieb näher zu bringen: „Im Prinzip sind wir eine eigene kleine Firma mit verschiedenen Bereichen. Es gibt Kreative, Rechner oder eben die, die sich um logistische Sachen kümmern. Jeder macht das nach seiner Begabung und jeder kriegt den nötigen Raum um sich weiterzuentwickeln.“ Inzwischen kommen immer mehr Schüler um etwas von den gesunden Leckereien zu kaufen. Meistens sind es die belegten Brötchen mit Frischkäse oder Marmelade die sofort weg sind. Wurstbrote, Butterbrezeln oder andere typische Kiosksnacks findet man hier nicht, was bei den kaufenden Schülern für geteilte Meinungen sorgt: „Ich finde hier nichts“, hört man eine Schülerin noch aus der Tür rufen. Für Francesca Ermel, die Vorsitzende des Café Delight, liegt das Problem dafür bei dem schnellen Ausverkauf der Brötchen: „Wenn die Brötchen so schnell aus sind gehen viele auch wieder. “Gesunde und vegetarische Snacks liegen hier sowohl den Schülern des Café Delight als auch den Lehrern besonders am Herzen. Ebenso der überlegte Umgang mit der Müllentsorgung, worauf ein selbstgemaltes Schild vor den Tischen noch mal hinweist. Zwei weitere Schülerinnen sind vom Angebot der Schülerfirma begeistert: „Wir kaufen hier öfter. Meistens die leckeren Brötchen, aber auch Obst oder Süßigkeiten.“ Sogar mitmachen wollen sie sobald sie in die 7. Klasse kommen. Deswegen wird von Schnur ein entsprechendes Versuchsprojekt geleitet, sodass Schüler der 6. Klasse alle paar Wochen selbst einen Verkaufsstand leiten dürfen. Hierbei können die Schüler reinschnuppern und sich entscheiden, ob sie im nächsten Jahr „Wirtschaft und Verwaltung“ als Wahlpflichtfach wählen möchten. Mangel an Interessenten herrscht bei der Schülerfirma also nicht, aber nach wie vor soll durch verschiedene Aktionen noch mehr Gemeinschaft geschaffen werden. So ist es zum Beispiel ein Zukunftsziel, dass das Café Delight eines Tages ein fester Bestandteil der geplanten Mensa wird. Dann würde nämlich der ständige Wechsel vom Pavillon zur Lernwerkstatt wegfallen und die Firma bekäme mehr Aufmerksamkeit, wäre mehr integriert, so Schnur. 45 Minuten später ist auch der letzte Schüler versorgt und das Café Delight kann Bilanz ziehen: Mit einer Einnahme von rund 30 Euro liegen sie mit 7 Euro im Plus. Ein zufriedenstellender Wert für das Café Delight, dass auch am nächsten Dienstag seine Türen wieder öffnen wird. Vielleicht dann mit mehr Brötchen.

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