Bellheim
Vandalismus: Spielplatz nur noch zeitlich eingeschränkt nutzbar
Der Spielplatz bei der Grundschule ist schön und wird entsprechend gut genutzt, hieß es in der jüngsten Ortsgemeinderatssitzung. Doch diese Beliebtheit hat offenbar auch ihre Schattenseiten. Der Grundschulhof wird nach Schulschluss immer wieder durch Besucher verschmutzt und beschädigt, heißt es in der Sitzungsvorlage. Vandalismusschäden äußerten sich unter anderem durch Steinschläge gegen Glasscheiben, Graffiti, das Herausreißen von Pflanzen im Schulgarten, das Werfen von Matsch gegen und das Urinieren an die Schulhausfassade. Zudem werde regelmäßig Müll auf dem Schulhof hinterlassen, insbesondere an Wochenenden. Wiederholt missachtet werde auch die Regelung, wonach nur Kinder im Alter bis zwölf Jahre den Spielplatz nutzen dürften.
Sicherheitsdienst zu teuer
Wie mit dem Missständen umgehen, die die Gemeinde schon seit längerem umtreiben? Bereits vor fünf Jahren hat der Ortsgemeinderat laut Sitzungsvorlage beschlossen, den Zaun um den Schulhof durch drei Tore zu ergänzen, um den Schulspielplatz nach Schulschluss zu verschließen, und so den Zugang einschränken und Vandalismus eindämmen zu können. Mit der vervollständigten Einzäunung habe man zugleich die Voraussetzungen für eine mögliche Videoüberwachung schaffen wollen. Es seien aber nur Hinweisschilder aufgestellt worden, wonach der Spielplatz bis 20 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Parallel dazu sei für ein Jahr ein Schließdienst beauftragt worden, der die Tore zum besagten Zeitpunkt verschlossen und das Gelände stichprobenartig kontrolliert habe. „Nach Ablauf dieses Jahres wurde der Schließdienst nicht weiter beauftragt, da die Kosten von monatlich etwa 1400 Euro als unverhältnismäßig bewertet wurden“, heißt es in der Sitzungsvorlage weiter. Und: „Seitdem konnte keine Person gefunden werden, die die Tore regelmäßig um 20 Uhr verschließt, sodass diese seither dauerhaft offenstehen.“
Zusammen mit dem Schulhausmeister sei nun getestet worden, den Spielplatz nach Ende der Ganztagsschule um 16 Uhr zu verschließen und ihn an den Wochenenden geschlossen zu halten. Dieses Vorgehen ist für den Hausmeister machbar, da es mit dem Ende seiner regulären Arbeitszeit vereinbar ist, heißt es in der Sitzungsvorlage. Zudem entstünden der Gemeinde keine zusätzlichen Kosten.
Gefährliche Hinterlassenschaften
Keine Mehrheit fand der Vorschlag von Rainer Strunk (SPD), bei dem Personal der bis 19 Uhr geöffneten benachbarten Gemeindebücherei nachzufragen, ob dort vielleicht jemand den Schließdienst übernehmen könnte. Auch der Wunsch, erneut zu versuchen, jemanden zu finden, der wenigstens in den Sommermonaten später zuschließt, wird nicht erfüllt. Ortsbürgermeister Paul Gärtner (FWG) erwiderte, dass die nächtlichen Hinterlassenschaften, nicht nur zerbrochene Glasflaschen, morgens gar nicht so schnell wie nötig beseitigt werden könnten und schlimmer/gefährlicher seien als der Vandalismus. Gerne hätte man den Spielplatz weiter länger offengehalten, aber die Überwachung „hat 17.000 Euro gekostet, das ist ein Wort“. Zudem könne man durch den Hort den Schulspielplatz weiter betreten, auch wenn dieser geschlossen ist.
Letztlich beschloss der Gemeinderat bei drei Enthaltungen, den Spielplatz täglich von Montag bis Freitag, um 16 Uhr zu schließen und ihn auch an den Wochenenden geschlossen zu halten und nur noch für schulische Zwecke und den Hort zugänglich zu machen. In der Sitzungsvorlage wird darauf verwiesen, dass es mit dem Spielplatz in der „grünen Lunge“ an der Fortmühlstraße und dem Abenteuerspielplatz beim Schützenhaus zwei nur wenige Gehminuten entfernte und weiterhin öffentliche Spielplätze gibt.
Pausenhalle wird saniert
Ferner beschloss der Gemeinderat, die Pausenhalle der Grundschule zu sanieren. Für Maler- und Schreinerarbeiten sollen rund 7800 Euro brutto anfallen. Die Arbeiten hängen laut Gärtner auch mit den beschriebenen Vandalismusschäden zusammen: Unter anderem sei der Anstrich großflächig abgeblättert, verschmutzt und durch Graffiti beschädigt. Ein Fensterband, dessen Scheiben in den vergangenen Jahren durch Holzplatten ersetzt worden seien, soll entgegen der ursprünglichen Absicht nicht wieder hergestellt werden. Zum einen wegen der Kosten. Zum anderen „da die Scheiben regelmäßig innerhalb von ein bis zwei Monaten durch Steinwürfe beschädigt werden“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Stattdessen sollen nun auf den Fensterrahmen von außen neue Holzplatten angebracht werden.