Bellheim
Doch kein Sicherheitsdienst mehr an Grundschule
Immer wieder kam es auf dem Grundschulhof zu Vandalismus. Deshalb hat der Gemeinderat Ende 2021 beschlossen, das Gelände einzuzäunen und mit abschließbaren Toren zu versehen. Außerdem war seit 1. November 2021 ein Schließ- und Sicherheitsdienst mit der Bewachung des Areals beauftragt. Kostenpunkt für die Gemeinde Bellheim: zwischen 1400 und 1500 Euro im Monat.
Nachdem ein solcher Auftrag zunächst für ein halbes Jahr erteilt worden war, hatte der Rat im Mai den Auftrag bis September verlängert. Allerdings hatte man aus Kostengründen eine andere Sicherheitsfirma beauftragt. Bei der Ratssitzung im September wurde nun entschieden, dass das Schulgelände weiter abgeschlossen wird, „aber nicht mehr von einem Sicherheitsdienst“, stellt Ortsbürgermeister Paul Gärtner (Freie Wähler) auf Anfrage der RHEINPFALZ klar.
520-Euro-Jobber übernimmt
Man habe sich „wegen der Kosten“ für eine andere Lösung entschieden, sagt Gärtner. Den Abschließdienst soll nun ein Angestellter im Zuge eines 520-Euro-Jobs übernehmen, die Stelle müsse allerdings noch ausgeschrieben werden, sagt Gärtner. Im Winter sei wegen der niedrigeren Temperaturen meist weniger los. „Es ist trotzdem gut, wenn ab und zu jemand vorbeischaut.“ Nun will der Bürgermeister erst einmal abwarten, ob sich jemand auf die Ausschreibung meldet, oder nicht. Man wolle Erfahrungen sammeln, sagt Gärtner.
Dabei hatte der Sicherheitsdienst stets gut zu tun. Das zeigen Unterlagen, die der RHEINPFALZ vorliegen. Alle drei Tore wurden jeweils abends gegen 20 Uhr geschlossen. Um 22.30 Uhr gab es durch das Personal des Sicherheitsdienstes noch eine sogenannten „Zustandskontrolle“. Dabei wurden alle Türen der Grundschule und Fenster geprüft, außerdem lag ein Augenmerk auf Vandalismus oder unbefugten Personen. Auch am Wochenende war der Schließdienst im Einsatz. So wurden an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen die Türen zum Spielplatz geöffnet und am Abend wieder geschlossen.
46 Vorfälle verzeichnet
Zwischen dem 3. Mai und dem 11. September wurden 46 Ereignisse verzeichnet, eine entsprechende Liste hatten die Ratsmitglieder bei ihrer Sitzung vorliegen. Manchmal hat der Sicherheitsdienst festgestellt, dass Fenster noch nicht geschlossen waren. Aber deutlich häufiger mussten „Personen des Platzes verwiesen werden“, wie es im Bericht des Sicherheitsdienstes heißt. Dabei handelte es sich gelegentlich auch um Gruppen von neun jungen Menschen, die mit Autos und Rollern vor dem Schulhof angetroffen wurden. An anderen Abenden wurden Jugendliche nicht nur aufgefordert zu gehen, sondern auch gebeten, ihren Müll mitzunehmen. Von Ruhestörung ist da die Rede, aber auch davon, dass Personen beim Anblick des Sicherheitsdienstes geflüchtet seien.
Mit den Stimmen der Freien Wählergruppe und der Mehrheit der CDU-Ratsmitglieder wurde der Schließdienst jedoch abgeschafft. FDP und SPD hatten für eine Fortsetzung gestimmt. Mann hätte die Kontrolle gerne weiter in die Hände von Profis gelegt, sagt Rainer Strunk (SPD) gegenüber der RHEINPFALZ. Schließlich könne es ja durchaus auch einmal gefährliche Situationen geben. Strunk bedauert das Ende des Engagements des Sicherheitsdiensts: „Das war eine gute Lösung, der Schulhof war deutlich sauberer.“
Die Öffnung und Schließung des Geländes am Wochenende und an Feiertagen sollen im Übrigen auch weiterhin so bleiben, so Gärtner. Der Spielplatz werde schließlich gut angenommen.