Kandel
„Uwe’s Bistro“: Beliebter Treffpunkt feiert Jubiläum
Seit 25 Jahren betreibt Uwe Färber „Uwe's Bistro“ in der Saarstraße in Oberkandel, gegenüber dem gerade im Umbau befindlichen Netto-Markt. Nach der Ausbildung als Koch in den Gimmeldinger „Kurpfalz-Terrassen“ arbeitete der Maximiliansauer jahrelang in der „Kaminstubb“ in seinem Heimatort. Wegen der Arbeitszeiten bis nach Mitternacht reifte bei dem damals 30-Jährigen der Gedanke, sich selbstständig zu machen. Als ihm ein Gast vom geplanten Neubau in Kandel mit Gewerbefläche im Erdgeschoss erzählte, schlug Färber zu. Er verließ schweren Herzens die „Kaminstubb“ – die langjährige Bedienung Edith Angst ging mit. Sie war zwei Jahrzehnte bis zu ihrem Ruhestand eine zuverlässige Stütze.
Stelldichein der lokalen Fußballszene
Der leidenschaftliche KSC-Fan hatte eine Marktlücke entdeckt. Zahlreiche Lokale in der Stadt hatten geschlossen, in der Umgebung gab es immer weniger Lotto-Annahmestellen mit Verkauf von Zeitschriften und Tabakwaren. Wenn man „zum Uwe“ kommt, ist man nie alleine. Viele kommen, um den Lottoschein abzugeben oder ein Brötchen mitzunehmen. An der Theke oder den Vierertischen ist immer was los. Rentner treffen sich zum Frühschoppen, Spätschichtler kommen vor Arbeitsbeginn vorbei, andere genießen im Blaumann oder Anzug ihr Mittagessen.
Es gibt Currywurst, Schnitzel oder Wurstsalat mit Pommes. Die Preise sind so bürgerlich wie die Speisekarte. Färber sagt: „Ich möchte, dass sich meine Gäste wohlfühlen und wiederkommen. Ich ärgere mich selbst, wenn ich in der Pfalz für eine Weinschorle mehr als fünf Euro bezahlen muss.“ Sein Bistro ist auch ein Treffpunkt der lokalen Fußballszene. Hier erfährt man alles von den Sportplätzen der Region. Ex-FCK-Profi Michael Sommer aus Kuhardt coacht die SG Freckenfeld/Winden. Er schaut wie Kandels Spielertrainer Christian Liginger häufig auf eine Tasse Kaffee vorbei. Auch Minfelds Sturmlegende Michael Dreißigacker ist gerne da.
Eine Herzerkrankung bremste Färber
Langweilig wird es Färber nicht. Er hat werktags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, samstags von 7 bis 13 Uhr. Vor wenigen Jahren hat er den Montag als Ruhetag eingeführt. Die Öffnungszeiten waren länger, doch eine Herzerkrankung bremste ihn. Er hörte auf zu rauchen, nahm 30 Kilogramm ab. Abendliche Spaziergänge helfen ihm, das Gewicht zu halten. Apropos Zigaretten: Seit der Renovierung herrscht Rauchverbot. Färber erzählt: „Anfangs haben einige gemurrt, doch die Zustimmung hat deutlich überwogen. Viele Gäste finden es jetzt deutlich angenehmer.“
In seiner Freizeit besucht er gerne Amateurfußballspiele oder unternimmt etwas mit seinem Patenkind Matteo. Immer an seiner Seite ist Ehefrau Andrea. Die Angestellte der Verbandsgemeinde Jockgrim unterstützt ihn jedes Wochenende hinter der Theke. Färber sagt: „Ohne sie könnte ich das alles nicht bewältigen. Viele Männer gehen gerne alleine weg, doch ich habe meine Andrea eigentlich überall sehr gerne dabei.“
Am vergangenen Samstag war mächtig was los im Bistro: „Uwe’s Bistro“ feierte 25-jähriges Bestehen. Alle kamen, auch Verbandsbürgermeister Mike Schönlaub (SPD) gratulierte. 700 Euro Spendenerlös aus Waffel- und Bratwurstverkauf sowie Tombola gehen an die Lotto Rheinland-Pfalz-Stiftung, die soziale und kulturelle Sport- und Bildungsangebote für Kinder in der Region unterstützt.