Germersheim Urlaub in den USA: Kaum noch Nachfrage nach Reisen

Die Freiheitsstatue vor New York ist gerade bei Touristen offensichtlich weniger gefragt.
Die Freiheitsstatue vor New York ist gerade bei Touristen offensichtlich weniger gefragt.

Touristen wollen derzeit nicht in die USA, berichtet ein Reisefachmann. Bei Schülern ist die Lage jedoch noch entspannt.

Las Vegas, Los Angeles, der Yosemite-Nationalpark: die Bilder auf der Homepage des Germersheimer Reisebüros Pit on Tour lassen die Herzen von USA-Fans höher schlagen. Zumindest bisher. Doch 2025 sieht das alles ganz anders aus, sagt Reisebüro-Inhaber Heinz Sachs im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Der begeisterte USA-Fan, nach eigener Aussage einer der größten Anbieter für Amerika-Reisen in der Vorderpfalz, fliegt selbst mit seiner Familie im Mai wieder in die USA. „Das war schon vorher geplant und gebucht“, betont er. „Ich bin gespannt, was dort abgeht.“

Zurückhaltung nur bei USA

Seit dem erneuten Amtsantritt von Präsident Donald Trump überschlagen sich die Nachrichten aus den USA. Und offensichtlich schrecken sie Reisende ab, berichtet Sachs. Also gibt es dieses Jahr zum Beispiel keine geführte Autotour durch den Südwesten. „Die Reise habe ich einschlafen lassen, weil so gut wie keine Nachfrage da war“, sagt Sachs. Insgesamt sei es in Sachen USA still – eine Zurückhaltung, die übrigens ausschließlich für dieses Reiseziel gilt. „Es ist absolut totenstill, das ist auch in der Fachpresse Thema“, sagt Sachs. Für einen Reisenden habe er nun eine Einfahrt in den Yosemite-Nationalpark gebucht, was spontan geklappt habe. „Wenn ich sehe, dass ich da sofort einen Platz bekomme, spricht das Bände. Das muss ich normalerweise im November buchen.“ Normalerweise plane man immer „drei, vier, fünf Touren“, aber dies gelte dieses Jahr eher für Kanada.

„Ich hoffe, dass es wieder kommt. Wobei für mich dieses Jahr der Apfel gegessen ist“, sagt Sache. Auch die Signale der großen Spezialveranstalter seien entsprechend: Anders als sonst würden nun Buchungsmöglichkeiten angeboten, auch würden Kapazitäten bei Flügen reduziert. Dabei waren in den vergangenen Jahren die Grenzkontrollen unter Präsident Joe Biden lockerer geworden. Die Vorschriften allerdings nicht: Die Standardfrage laute schon eine Weile „Warst du in Kuba? Dann brauchst du ein Visum“, sagt Sachs. Denn diese Vorgabe war schon vor Trump verschärft worden. „Ich bin gespannt, wie es weitergeht.“

Schüler besuchen sich weiter

Zuversichtlich ist man derzeit, dass die deutsch-amerikanischen Kontakte zumindest auf Schülerebene weiter bestehen. „Wir waren 2024 kurz vor den Wahlen dort“, berichtet Philipp Steul. Der Lehrer am Goethe-Gymnasium Germersheim (GGG) betreut derzeit den Schüleraustausch mit der Stroudsburg High School. Demnächst kommen die amerikanischen Schüler zum Gegenbesuch in die Pfalz. Das GGG habe durch den Einsatz der Lehrer Jochen Ritter und Sebastian Beckmann schon eine lange Tradition an Schüleraustauschen mit den USA, die erst vor kurzem von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion gewürdigt worden sei, so Steul.

Und wie geht es unter Trump weiter? In den Gruppen, in denen man sich mit anderen Schulen hinsichtlich der USA-Besuche austausche, „da habe ich schon das Gefühl, dass Panik herrscht“, sagt Steul. Aber bei der Schule in Stroudsburg sei man mit den Kollegen in gutem Kontakt. „Der Rektor ist sehr weltoffen, daran wird es nicht scheitern.“

Dafür hat Lehrer Steul eine ganz andere Befürchtung: „Es kann sein, dass es mit den Geldern knapp wird.“ Schließlich würden in die USA gerade viele Gelder gestrichen, das könnte also auch den Austausch mit Deutschland treffen. Obwohl die Beträge auch jetzt schon eher symbolisch seien, so Steul. Anders als bei den Erasmus-Programmen, die die Austausche innerhalb der EU finanzieren, müsse man bei Schüler-Reisen in die USA sowieso tief in die Tasche greifen. Die Kosten seien schon 2024 „recht happig“ gewesen. „Das ist doch ein Nachteil“, da so nicht alle Schüler das Angebot wahrnehmen könnten, gibt Steul zu bedenken. Doch auch ohne öffentliche Gelder sei von Schülerseite das Interesse an dem Austausch da, „und ist in dieser Zeit umso wichtiger“.

USA-Experte Heinz Sachs vermittelt normalerweise Reisen in die USA.
USA-Experte Heinz Sachs vermittelt normalerweise Reisen in die USA.
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