Kreis Germersheim „Trauer ist keine Krankheit“

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Wie soll man damit umgehen, wenn man einen geliebten Menschen verloren hat? Viele sehen sich bei der Bewältigung dieser schweren Aufgabe ganz auf sich allein gestellt. Damit Betroffene nun die Möglichkeit haben, Trost zu finden und sich mit anderen, denen Ähnliches wiederfahren ist, austauschen können, wird es ab 1. Juni allmonatlich am ersten Mittwoch einen Trauertreff in der Caritas-Zentrale Germersheim geben. Den Anstoß lieferten Maria und Kurt Weber, beide Seniorenbeauftragte der Stadt Germersheim. Da es solche Trauergruppen bereits in anderen Städten der Umgebung gibt, kam dem Ehepaar die Idee, auch hier eine Anlaufstelle für Trauernde zu schaffen. „Mit unserem Vorschlag haben wir uns schließlich an den ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst des Caritas-Zentrums Germersheim gewandt.“ Die Idee traf auf Zustimmung und inzwischen unterstützen sechs Ehrenamtliche der Hospizgruppe Germersheim die Trauertreffen. Weitere Interessenten haben sich bereits gemeldet. Die Freiwilligen wurden von Kerstin Fleischer, Referentin für Hospiz- und Trauerseelsorge im Bischöflichen Ordinariat Speyer, für ihre Arbeit geschult. „Bisher haben wir uns an fünf Abenden gemeinsam getroffen und das Thema Tod und Verlust in den Blick genommen. Dabei haben wir uns mit den verschiedenen Aspekten der Trauer beschäftigt,“ erzählt sie. „Ohne Ehrenamtliche wäre solch ein Trauertreff nicht möglich,“ betont Joachim Mergen, Leiter des Caritas-Zentrums Germersheim, und bedauert, wie wenig das Thema Tod in Deutschland in der Öffentlichkeit behandelt werde. Auch Christine Merkle, die seit acht Jahren als Hospizfachkraft im ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst in Germersheim arbeitet, nahm an einer Weiterbildung zur Begleitung von Trauernden Teil. Sie wird die Trauertreffen leiten. Für die Kosten ihrer Zusatzausbildung, die sich über einen Zeitraum von etwa einem Jahr erstreckte, kam der Lions Club Germersheim auf. „In den ersten sechs Monaten werden unsere Treffen unter dem Thema `Weg` stehen,“ erklärt Merkle. Nach diesem halben Jahr beginnen die Treffen dann mit einer neuen Runde, die unter einem anderen Thema begonnen und wieder denselben Zeitraum umfassen wird. Wie lange man teilnehmen möchte, sei aber jedem selbst überlassen. Man müsse auch nicht mit dem Beginn einer solchen Runde einsteigen, sondern könne gerne auch mittendrin anfangen. „Eine Anmeldung wäre dabei wünschenswert, damit wir der Person unser Programm vorstellen und uns ein Bild darüber machen können, wo der Trauernde steht. Aber wir würden natürlich niemanden abweisen, der spontan vor unserer Tür steht und dabei sein möchte,“ fügt Merkle lächelnd hinzu. Anmeldungen hat es bisher schon gegeben und Christine Merkle hofft auf weitere Teilnehmer. „Eine Gruppengröße von zehn bis zwölf Leuten wäre ideal.“ Kommen kann jeder, der gemeinsam mit anderen trauern möchte. Die einzige Ausnahme bilden jedoch Kinder. An sie müsse man sich anders herantasten als an Erwachsene, deswegen brauche man für sie noch einmal speziell geschultes Personal, so Merkle. Dennoch hofft sie darauf, vielen Menschen mit dem Trauertreff Halt in einem geschützten Rahmen geben zu können. Über die in den Sitzungen besprochenen Inhalte werde selbstverständlich Schweigen bewahrt. Abschließend betont Merkle, die die Menschen ermutigen möchte, sich nicht für ihren Schmerz zu schämen: „Trauer ist keine Krankheit. Trauer ist die natürliche Antwort auf Verlust.“ Info —Die Treffen finden ab Juni jeden ersten Mittwoch im Monat von 15 bis17 Uhr im Caritas-Zentrum Germersheim, 17er-Straße, statt und sind kostenlos. —Information und Anmeldung bei Christine Merkle, Telefon: 07274-703467. (hkt)

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