Wörth
Theaterstück entführt auf eine Zeitreise in die 80er
Der Schulball steht an, ein großes Ereignis an der amerikanischen Highschool. Viele haben einen Traumpartner, mit dem sie zum Tanz gehen wollen – und eine ganz eigene Vorstellung für den Abend. Klar, dass da im Vorfeld viel diskutiert und taktiert wird. Um sich vor dem „Bully“ Bugs (gespielt von Emma Werling) zu schützen, bietet der smarte Tommy (Joeline Baumann) an, für ihn ein „Date“ mit der attraktiven Stephanie (Amaya Hoffmann) zu arrangieren.
„Es geht Schlag auf Schlag“, beschreibt Julius Nagel den Handlungsstrang des Theaterstücks „Prom Fever“ und verspricht ein „konstantes Spannungsfeld“. Für den 19-Jährigen ist es das letzte Stück, das er mit seinen Mitschülern spielt. Die Abi-Prüfungen sind geschrieben. Er war schon bei früheren Aufführungen dabei, konnte sogar schon am Sandkorn-Theater in Karlsruhe Bühnenerfahrung sammeln. Nun spielt Julius den Frauenschwarm Chad. Keine große Rolle, wie er betont. Das Stück: ein Einakter.
Vier von 25 übrig
Christine Gerbetz, Leiterin der „English Drama Group“ und Lehrerin am Europa-Gymnasium Wörth (EGW), ist froh, dass nach der theaterfreien Zeit nun wieder gespielt werden kann. Aufgrund der Corona-Beschränkungen gab es keine AG-Angebote. Von 25 eingespielten Schülern waren zu Beginn des Schuljahres noch vier übrig. Es sei umso schöner, dass durch gemeinsame Anstrengungen „Prom Fever“ auf die Beine gestellt werden konnte. Gerbetz verrät: Das Stück ist lustig, es wird gelacht werden.
Zum Probenbeginn am Dienstag ziehen Schüler der Technik-AG fleißig Kabel durch das offene Foyer zu den Lautsprechern. Eine Etage höher werden Scheinwerfer positioniert. „Habt ihr alles parat? Taschenrechner, Geodreicke?“, fragt Christine Gerbetz, dann kann die Probe beginnen. Auf der Bühne steht ein Spind-Schrank; weitere Requisiten werden gebastelt. Geprobt wird vor allem das Interagieren der Darsteller. Wer steht wo und wie wird das Publikum mitgenommen? Dabei darf es auch mal ruppig zugehen.
Mit Cheerleader-Team
Dass alles auf Englisch gesprochen wird, ist für Amaya und Joeline keine Schwierigkeit. Die beiden Schülerinnen aus der 10. Klasse interessieren sich für die Sprache, wie natürlich alle anderen in der AG. Vieles wird heutzutage auch im Alltag auf Englisch konsumiert, erklärt Joeline. Beide haben bereits Bühnenerfahrung gesammelt. Anfangs sei es schwierig gewesen, da nach der Pause nur wenige Leute in der AG waren. Dass das Problem gelöst wurde, ist in der Probe eindrucksvoll zu sehen. Sogar ein ganzes Cheerleader-Team bringt eine akrobatische Choreografie mit Kampfansagen wie „We gonna show them how to play!“ zum Besten.
Den Abend musikalisch einläuten werden die Chor- und die Streicher-AG. Auch hier ist es ein Ausflug zurück in die 1980er, also in eine Zeit weit vor der Geburt der Schüler. Doch gute Musik bleibt eben. Ebenso unschöne Themen wie Mobbing, das auch Thema im Theaterstück ist. Auch Amalya und Joeline wissen, dass es „Bullys“ auch heute noch gibt – zum Glück haben sie es aber nicht selbst erleben müssen.
Austauschschüler organisieren Ausschank
Dass im Foyer geprobt und aufgeführt wird, liegt daran, dass „unser geliebtes Kellertheater eine Baustelle ist“, erklärt Gerbetz. Trotz aller Widrigkeiten, wie der Probe im laufenden Schulbetrieb, ist sie aber guter Dinge. „Es lief! Auf der Bühne sind wir ein Team!“ Die Masken-AG sorgt für das passende Erscheinungsbild der Darsteller, die USA-Austausch-Gruppe organisiert den Ausschank.
INFO
„Prom Fever“, Freitag und Samstag, 3. und 4. Februar, jeweils 19 Uhr, im Foyer des Europa-Gymnasium Wörth, Forststraße 1. Eintritt frei; gerne darf gespendet werden.