Kreis Germersheim Tafel: „Wir haben genug Lebensmittel“

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„Die Tafel ist kein Vollversorger und die verteilten Lebensmittel sind nur ein Zubrot für bedürftige Menschen und sollen diese etwas entlasten“, stellt Stuhlik die Rolle der freiwilligen Helfer klar. Wie viel Lebensmittel der Tafel zur Verfügung stehen, hängt davon ab, wie intensiv gesammelt wird. „Man kann sechs Tage die Woche alle Märkte anfahren, wenn notwendig sogar zwei Mal pro Tag“, so Stuhlik: „Da kommt dann einiges zusammen.“ Allerdings, fragt sich Stuhlik, was bringe es, Massen an Lebensmitteln zur Tafel zu bringen? Dann müssten die Tafeln Übermengen entsorgen oder die Tafel-Kunden gehen regelrecht überladen nach Hause und werfen dort Lebensmittel fort – was übrigens dann wiederum Bürger ärgert, die dies beobachten. „Hier ist Augenmaß gefragt“, sagt Stuhlik, „um nicht nur die Bedürftigen zu überfordern , sondern auch, um nicht die Helfer der Tafel falsch einzusetzen.“ Wartelisten und Einschränkungen bezüglich der möglichen Nutzer gebe es bei der Wörther Tafel nicht, so Stuhlik: „So etwas wird es mit mir nicht geben. Entweder helfen wir oder hören auf.“ Wenn ein Bedürftiger nach der Überprüfung die Bedingungen der Tafel erfülle, bekomme er alle Hilfe – ob es sich um einen Alleinstehenden oder um eine Familie handelt. Falls die Zahl der Bedürftigen steigen sollte, werde man neue Wege gehen und Lösungen finden. Das sei natürlich nur möglich, wenn sich genügend (ehrenamtliche) Helfer finden, die diese Konzepte mittragen, so Stuhlik. Die Wörther Tafel kann sich konstant auf rund 120 Helfer stützen, die unter anderem an sechs Tagen in der Woche Lebensmittel einsammeln. „Die Ware kommt mittlerweile aus ganz Deutschland“, sagt Stuhlik: „Kürzlich haben wir in Alzey 180 Paletten Chips geholt, das sind drei Lastwagenladungen, und haben sie verteilt.“ Denn die Wörther Tafel habe die Funktion einer „Logistiktafel“ übernommen und sei zudem mit 12 pfälzischen und 10 badischen Tafeln eng vernetzt: „Hier werden deutschlandweit Waren geordert und verteilt.“ Dafür braucht es die entsprechenden Helfer genauso wie für den Heimservice für Menschen, die nicht eigenständig zur Wörther Tafel kommen können. Außer um Lebensmittel und neuerdings um Möbel kümmert sich die Tafel auch um die Mobilität ihrer Kunden: Bisher wurden rund 650 gespendete Fahrräder hergerichtet und weitergegeben – die Kinderräder nicht mitgezählt. Auch Kleiderspenden und Haushaltsartikel werden sortiert und an die Tafelnutzer verschenkt. „Neu ist ein Brillenprojekt“, so Stuhlik: „Wir sammeln Brillen ein, die bei einem Optiker überprüft und eingestellt werden.“ Weiter hilft die Tafel bei Fragen zu Behördenschreiben – vor allem Hartz-4-Bescheide. „Dafür sind wir mit allen möglichen Behörden vernetzt“, so Stuhlik. Falls das nicht hilft: „Rechtsanwaltskanzleien helfen bei Bedarf kostenlos.“ Auch in der Flüchtlingsarbeit sei die Wörther Tafel aktiv, so Stuhlik: Es gebe einen Runden Tisch mit den Kommunen Wörth, Hagenbach, Jockgrim und Kandel. Der Sprachkurs, den die Tafel eingerichtet habe, wurde 2015 in das Europagymnasium verlagert. In Wörth helfe die Tafel bei der Vermittlung von Paten. Mit der Aufnahme der Flüchtlinge stieg die Zahl der Tafelkunden 2014 von 400 bis 500 Menschen auf rund 1100. „Zeitweise waren es rund 1500“, sagt Stuhlik. Mittlerweile seien es wieder weniger, denn die Flüchtlinge, die in Sprachkursen sind, können nicht kommen. „Angefangen haben wir im Jahr 2005 mit 24 Kunden. |lap

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