Wörth
Tafel-Mitarbeiter beleidigt und bedroht
„So etwas haben wir noch nie erlebt. Eine solche Erfahrung haben wir bisher nicht gemacht“, berichtet die Vorsitzende der Tafel Wörth, Uschi Bisanz, auch am Tage danach noch ziemlich erregt der RHEINPFALZ. Wegen des Feiertages an Himmelfahrt zog die Tafel ihren Ausgabetag wie immer von Mittwoch auf Dienstag vor. Das bedeutet für ihre ehrenamtlichen Helfer, die bei den Märkten die Ware abholen, dass dies auch am Tag zuvor geschehen muss und die Märkte entsprechend informiert sind.
So fuhren Heinz Vogt, Markus Schneider und Karl Ludwig wie gewohnt dienstags zu Aldi nach Rheinzabern. Ludwig meldete sich im Markt an und lud zusammen mit Schneider dann die bereitgestellten Waren, die sie mitnehmen dürfen, von der Rampe in den Tafel-Lkw. Fahrer Vogt holte seine beiden Kollegen danach wieder am Markteingang mit dem Lkw ab, nachdem sie die Rampe durch den Markt zum Ausgang verlassen hatten.
Als „asoziales Pack“ beschimpft
Als sie dann vom Parkplatz auf die Straße fahren wollten, schnitt sie ein Autofahrer und versperrte ihnen die Ausfahrt. Vogt drehte die Fensterscheibe herunter, als der Fahrer des Pkw angelaufen kam und schrie: „Ihr habt mir meine Ware eingeladen, holt sie sofort wieder raus.“ Der ihnen unbekannte Mann packte Vogt am Oberarm und an der Schulter schüttelte ihn regelrecht durch, wie Schneider berichtet. Er und sein Kollege Ludwig verharrten im Auto. „Zudem bezeichnete uns der Mann als asoziales Pack und sagte, dass er dafür sorgen werde, dass wir hier nichts mehr bekommen“, so Schneider. „Er wollte unsere Ware haben. Er war extrem aggressiv. Wir umkurvten dann den Pkw und waren froh, als wir wieder weg waren. Eigentlich hätten wir sofort die Polizei verständigen sollen“, meinte Schneider im Nachhinein.
Die Vorsitzende der Tafel telefonierte dann mit dem Aldi-Marktleiter und berichtete ihm von dem Vorfall. Bisanz sagte, dass man so wohl keine Menschen behandelt, die ein langes Berufsleben hinter sich hätten und jetzt ehrenamtlich tätig seien. Wenn die Tafel nicht kommen kann, so erfuhr Bisanz vom Marktleiter, holen Landwirte die Ware ab, die nicht mehr verkauft wird.