Germersheim Studierende sparen erfolgreich Energie
Einen symbolischen Scheck über 1500 Euro überreichte der Geschäftsführer des Studierendenwerks Vorderpfalz, Andreas Schülke, am Dienstagvormittag an Wohnheimtutorin Kate Diener. Sie nahm das Geld stellvertretend für die in den drei Wohngebäuden lebenden 83 Studierenden entgegen, die sich der Challenge, der Herausforderung gestellt hatten, von Oktober bis Januar Energie zu sparen. Denn wegen des Krieges in der Ukraine strömte weniger Gas aus Russland nach Deutschland, eine Energiekrise drohte. „Zum Glück war der Winter nicht so hart“, atmeten zwei Studentinnen und ein Student auf. Damit es nicht so kalt wurde in den nicht wie üblich hochgeheizten Räumen, hatten nicht nur sie zusätzliche wärmende Decken angeschafft. Insgesamt hatten sich rund 970 Studierende an dem Wettbewerb beteiligt, sagte der Kommunikationsleiter des Studierendenwerks, Thomas Mosthaf.
Darüber hinaus machten Studierende aller vier teilnehmenden Uni-Standorte Vorschläge, wie man Energie sparen kann. Teilweise sehr Kreative, wie Schülke attestierte. Neben „Fenster auf Heizung aus“, gab es auch Vorschläge wie Blumen gießen und Geschirrspülen mit Nudelwasser. Die Idee, dass nicht jeder Studierende seine Wäsche einzeln wäscht, sondern diese mit Kommilitonen zu sammeln und erst zu waschen, wenn die Waschmaschine voll ist, sei erfolgreich gewesen, bestätigten einige Studierende. Was letztlich bleiben wird über den Wettbewerb hinaus, müsse man sehen. Mitte des Jahres wird man sich laut Schülke die Energieverbräuche ansehen und entscheiden, ob wie im vergangenen Winter die Mieten wegen der heftigen Energiepreiserhöhung angehoben werden müssen und die Challenge wiederholt wird. Ziel sei es gewesen, den Energiespargedanken in den Köpfen zu verankern. Die Einsparung gegenüber den Jahren zuvor sei enorm gewesen, sagte Mosthaf, ohne genaue Zahlen zu nennen.
Durch die Mietpreiserhöhung habe man keine Mieter verloren, wenngleich einige Probleme hatten, sie zu schultern, sagte Schülk. Aber das habe sich flexibel lösen lassen. Trotz Corona-Nachwehen seien die Wohnheime in Germersheim, Ludwigshafen und Worms voll ausgelastet; nicht so in Landau, wo einige Wohnungen leerstünden. Schülke führt das auf das gewachsene Online-Veranstaltungsangebot zurück. Bei der Auslastung der Mensa mache sich dieser Faktor ebenfalls bemerkbar. Zu Beginn der Pandemie sei der Einbruch heftig gewesen. Seit Wiederanfahren des Betriebs 2021 erhole er sich langsam wieder. Schülke glaubt jedoch, nur 70 Prozent der Auslastung zu erreichen, wie sie vor Corona üblich war.