Kreis Germersheim Studenten lehren Flüchtlinge deutsch

Ehrenamtliche Helfer sind in den unterschiedlichsten Bereichen aktiv und setzen sich tatkräftig für andere Menschen ein – auch im Landkreis Germersheim. Ein Beispiel ist „Cross Borders“, eine Gruppe aus rund 30 Studierenden der Universität Germersheim. Seit Anfang 2014 bieten sie Deutschkurse und Freizeitangebote für derzeit etwa 35 Flüchtlinge an. Die Universität stellt zwar die Räume zur Verfügung und die Dozenten bringen ihre Ideen ein, aber dennoch ist „Cross Borders“ ein eigenständiges Projekt der Studierenden selbst. Diese unterrichten die Flüchtlinge täglich eineinhalb Stunden in jeweils zwei Gruppen. Da die meisten von ihnen aus Somalia, Eritrea oder Syrien kommen und kein Englisch sprechen, werde mittels Bildersprache und hin und wieder auch „mit Händen und Füßen“ kommuniziert. „Wir sind sehr gut vernetzt über die Caritas, das Sozialamt und das Ausländeramt, welches die Flüchtlinge an uns weiterleitet. Wir nehmen jeden auf, täglich sind neue Leute dabei“, erzählt Katharina Schepelmann. Zusammen mit Katharina Thiesen und Natalie Eimertenbrink koordiniert sie Deutsch- und Alphabetisierungskurse sowie Freizeitangebote. „Wir haben alle kein Helfersyndrom“, betont Schepelmann, „aber wir erkannten eine Lücke im System: Flüchtlinge haben zunächst, wenn sie nach Deutschland kommen, keinen gesetzlichen Anspruch auf Deutschunterricht. Da sahen wir Handlungsbedarf.“ Wir wollten nicht länger nur diskutieren, wie Eimertenbrink sagt, sondern mit an packen, um die Situation zugunsten der Flüchtlinge zu ändern. „Wir interessieren uns alle sehr für Sprachen und fremde Kulturen, daher haben wir keinerlei Berührungsängste. Wir sind glücklich darüber, den Flüchtlingen helfen zu können, wir selbst lernen aber auch viel dadurch“, so Eimertenbrink. Zwischen Studenten und Flüchtlingen seien längst Freundschaften entstanden. Mit dem kürzlich eröffneten Café „One World“ im Haus Interkultur im Stadtpark Fronte Lamotte, das sonntags von 12 bis 16 Uhr für jedermann geöffnet ist, habe „Cross Borders“ nun eine Plattform gefunden, sagt Schepelmann, sich mit den Flüchtlingen auf Augenhöhe zu treffen – wie mit Freunden.