Wörth Strom für das Kleingartengebiet „Klammengrund“

Boris Krstanovic, Vorsitzender des Vereins „Klammengrund“, und seine Stellvertreterin Helena Bekkel freuen sich über den Stroman
Boris Krstanovic, Vorsitzender des Vereins »Klammengrund«, und seine Stellvertreterin Helena Bekkel freuen sich über den Stromanschluss, für den jeder der Kleingärtner 1400 Euro zahlen muss.

Nach über 40 Jahren, in denen die Kleingärtner geduldig und beharrlich ihr Ziel „Strom für das Gartengebiet“ verfolgten, ist es endlich geschafft: das Gelände Klammengrund“ ist elektrifiziert. Damit gibt es noch einen Grund mehr zu feiern.

Boris Krstanovic, Vorsitzender des Kleingartenvereins, und seine Stellvertreterin Helena Bekkel freuen sich, dass der seit den 1980er Jahren bestehende Wunsch, das Vereinsheim und jeden Garten mit einem Stromanschluss zu versorgen, in diesem Herbst wahr wurde. „Die Idee, für die Gärten Stromleitungen zu legen“, erinnerte sich Krstanovic, „kam zum ersten Mal ungefähr 1980 auf.“ Der Verein sprach deshalb die Stadt Wörth an, ob sie den Verein beim Realisieren unterstützen würde. „Die Stadt und der Verein kamen aber irgendwie nicht zusammen, beide zierten sich abwechselnd“, so der heutige erste Vorsitzende. Schließlich hätte die Stadt zu Beginn des neuen Jahrtausends das Ansinnen erst einmal abgelehnt.

„Bei uns im Verein kam das Thema aber wieder so vor fünf Jahren auf“, der Vorsitzende weiter. Die 87 Pächter wurden befragt, 65 Kleingärtner „bestellten“ freiwillig und auf eigene Kosten einen Stromanschluss. Diese liegen bei fast 1400 Euro je Anschluss. 980 Euro gehen an die Pfalzwerke, 400 Euro an den Elektriker, der die Sicherungskästen je Parzelle setzt und mit den Stromleitungen der Pfalzwerke verbindet. Der Stadtrat hätte sich lange nicht für das Projekt erwärmen können. „Nur dank des Einsatzes von Bürgermeister Dennis Nitsche, der sich für den Verein stark machte, hat es dann doch geklappt“, so der erste Vorsitzende.

Keine Zuschüsse

Verlegt wurde das neue Stromkabel parallel der Zufahrtsstraße im Boden. Dort, wo auf der anderen Straßenseite die Wege in die Gartenanlage führen, laufen die Leitungen unter der Straße durch und von dort zu den neuen Verteilerkästen. Noch ragen in den meisten Gärten, wie in neuen Wohngebieten, dicke Stromkabel aus dem Boden. Die Firma Elektrotechnik Schachtschober aus Wörth hat den Auftrag für die Einzelanschlüsse bekommen und arbeitet zügig die Parzellen ab. „Die Mitarbeiter der Pfalzwerke und die der Wörther Firma haben sich stark engagiert und waren ständig mit uns, dem Verein, im Gespräch, wenn es nötig war.“

Zuschüsse erhielten die Kleingärtner nicht für die Stromanschlüsse, auch der Verein selbst zahlte nur seinen Anschluss für das Vereinsheim. Falls in den nächsten Jahren, solange der Stromanschluss abgeschrieben wird, ein Pächterwechsel bei den Parzellen stattfinde, seien Abstandszahlungen an den alten Gartennutzer fällig, habe der Verein beschlossen. Jeder habe ja aus eigener Tasche den Stromanschluss bezahlt und soll bei einer Weitergabe des Gartens einen Teil des Geldes zurückbekommen.

Große Geburtstagsfeier im nächsten Jahr

Der Vorsitzende des Bezirksverbands der Gartenfreunde Karlsruhe, Pasquale Lüthin, ist froh, dass die Wörther Vereinsmitglieder in ihr Gebiet Strom geholt haben, sagte er der Rheinpfalz. Der Verein „Klammengrund“ gehört dem badischen Bezirksverband an, deshalb fragten die Wörther dort nach Unterstützung. „Als Bezirksverband haben wir schon einige Vereine beim Umsetzen des Wunsches nach Strom unterstützt, sind erfahren in dieser Aufgabe“, so Lüthin. Er habe beim Planen, beim Aufbau der benötigten Strukturen und beim Umsetzen geholfen. Denn die Elektrifizierung eines Kleingartengebietes fördere nachweislich die Biodiversität. Wenn die Gärtner von Benzin betriebenen Garten-Werkzeugen auf solche mit Strom umstellen, werde der Maschinenlärm weniger, Vibrationen und Erschütterungen gingen zurück, es entstehen weniger Abgase.

Feiern wollen die Gärtner im „Klammengrund“ den Einzug von Strom im nächsten Jahr. Zusammen mit dem 40. Geburtstag der Gartenanlage im Jahr 2020, der wegen Corona nicht begangen werden konnte.

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