Kreis Germersheim Stichwort: Brückenverstärkung mit Hartbeton

Das augenblickliche Deckblech der Brücke Wörth/Karlsruhe ist mit 12 Millimetern zu dünn. Es liegt zwischen der Stahlkonstruktion und der Fahrbahn. Deshalb muss es verstärkt werden: mittels des sogenannten „HFB-Verfahren“. Dabei kommt laut Regierungspräsidium Karlsruhe ein besonders hochfester Beton zum Einsatz, der speziell entwickelt wurde, um Brückenfahrbahnplatten aus Stahl zu versteifen. Dabei wirkt der HFB, dessen Druckfestigkeiten zwei- bis dreimal so hoch sind als die der üblicherweise zum Einsatz kommenden Betone, als Verbundwerkstoff, dessen stabilisierende Wirkung entscheidend die Lebensdauer der ermüdungsanfälligen Stahlbauteile, sowie die ihrer Verbindungsmittel (Schweißnähte, Schraub- und Nietverbindungen) erhöht. Darüber hinaus besitzt der direkt auf das Deckblech der Stahlfahrbahnplatte aufzubringende HFB hervorragende dichtende Eigenschaften, die die konventionellen Bitumenschweißbahnklebeabdichtungen entbehrlich machen. Der Verzicht auf die Bitumenschweißbahnen ist Voraussetzung um die gewünschte steife Verzahnung zwischen Aufbeton und Stahldeckblech zu ermöglichen. Die so entstehende Verbundplatte besitzt mechanische Eigenschaften, die die theoretische Restlebensdauer der Brücke erhöhen. Die besondere Herausforderung der HFB-Bauweise liegt in der Herstellung, so das Regierungspräsidium. Die lediglich sechs Zentimeter dicke, unter anderem mit Stahlfasern durchsetzte Betonschicht ist mit sehr geringen Toleranzen hinsichtlich der Frischbetoneigenschaften sowie der klimatischen und mechanischen Einbaubedingungen herzustellen beziehungsweise einzubauen. |lap