Wörth Statt Praktikum: Betriebe kommen in die Schule
„Ausbildungsbetriebe und Schule müssen aufeinander zugehen“, meint der Schulleiter der Carl-Benz-Gesamtschule (IGS) Wörth, Jörg Engel. „Das ist jetzt gerade in Corona-Zeiten aber nicht ganz einfach. So fallen die bisherigen Berufsmessen oder der ,Tag der Berufe’ schon zwei Jahre aus, zahlreiche Betriebe und Wirtschaftsunternehmen haben auch keine Praktikanten mehr angenommen.“ Deshalb hatte der Wörther Schulleiter die Idee, einzelne kleinere Veranstaltungen mit ausbildenden Betrieben oder Verwaltungen durchzuführen. Weil die Stadtverwaltung vor Ort noch Azubis im Bereich Bäderbetriebe und Abwassertechnik sucht, hat Engel sie als erste in die Mensa eingeladen – zusammen mit Schülern der 9. und 10. Klassen, die gerade nicht im Praktikum sind.
Mentoren begleiten Azubis
Der Büroleiter Tobias Simon, – ein ehemaliger Schüler der damaligen Regionalen Schule – stellte die Aufgaben der Stadtverwaltung mit ihren 273 Mitarbeitern vor. Leonie Hammel, die ein duales Studium absolviert hat, ging auf die Ausbildung ein. Dabei hob sie das Mentorenkonzept der Stadt hervor, bei dem die Azubis einen Paten bekommen, der sie während der Ausbildung begleitet. Ehemalige Azubis stellten mögliche Abschlüsse innerhalb der Verwaltung vor, unter anderem den Bachelor of Arts, den Verwaltungswirt, Fachinformatiker oder die Fachkraft für Abwassertechnik.
Die Veranstaltung weckte Interesse bei den Schülern: So meinte etwa Melina aus der 10. Klasse, dass sie möglichst Abitur machen wolle und Interesse an einer Ausbildung in der Verwaltung hätte. „Sollte es mit dem Abi nicht klappen, wäre auch eine Ausbildung im Bäderbetrieb vorstellbar.“ Auch ihr Klassenkamerad Felix war von der Veranstaltung angetan. Er hätte zwar schon einen Ausbildungsplatz als Kfz-Mechatroniker, „aber was die Bäder angeht, wäre möglicherweise auch eine Bewerbung drin“.
Auch die Berufsbildende Schule und Mercedes Benz Mobility aus Germersheim stellten ihre Angebote und Ausbildungsmöglichkeiten vor.