Kandel Stadtfest: Auch ohne Fassbieranstich wird kräftig gefeiert

 An allen drei Festtagen (hier am Samstag) tummeln sich viele Besucher auf dem Marktplatz.
An allen drei Festtagen (hier am Samstag) tummeln sich viele Besucher auf dem Marktplatz.

Rund 200 Künstler, ein tolles Rahmenprogramm und viel gute Laune: Das dreitägige Kandeler Stadtfest ist ein Riesenerfolg. Die ein oder andere kleine Panne stört da nicht.

Freitag, kurz nach halb sechs. Viele Parkplätze sind auf dem Marktplatz nicht mehr frei, aber manchmal darf man ja auch etwas Glück haben. Der Platz ist unterteilt, die südliche Hälfte mit Gittern abgetrennt. Eintreten kann nur, wer sich von den freundlichen Herren der Security ein Bändchen für drei Euro erwirbt. Dann bekommt man für einen Tag Zutritt zur Festmeile des Stadtfestes, das seit rund 20 Jahren regelrecht Kultstatus erreicht hat, nicht nur bei den Menschen in der Bienwaldstadt.

Organisator Markus Eisel, der mit seinem Unternehmen „punkt. Die Agentur“ im Vorfeld alles wieder präzise geplant hatte, ist unterwegs, klärt dies und das ab. Und auch Stadtbürgermeister Michael Gaudier ist schon da. Er hat sich eigens einen großen Holzhammer und einen Zapfhahn besorgt, denn für 18 Uhr ist ja die Eröffnung geplant: Fassbieranstich! Doch das Kandeler Stadtoberhaupt schaut sich besorgt um. Alles scheint perfekt vorbereitet. Nach und nach trifft die gesamte Stadtspitze mit den Beigeordneten Merkel, Hruschka und Bauer ein. Auch Verbandsbürgermeister Mike Schönlaub gesellt sich zu den Ehrengästen. Was unterdessen noch fehlt, in der Kürze der Zeit auch nicht mehr beschafft werden kann, ist allein ein Bierfass, das der Stadtbürgermeister ganz nach Wiesn-Tradition, mit drei kräftigen Schlägen eigentlich hatte anzapfen wollen. Doch daraus wird nun nichts! Spontan findet man eine andere Lösung: Freibier gibt es am Ausschank, was nicht nur die Musiker der Stadtkapelle freut, die unter Leitung von Andreas Hack zum Auftakt gespielt hatten.

Mehr als 40 Musik-Acts

Unterdessen geht der Betrieb auch auf den anderen Bühnen bei Sparkasse, VR-Bank und hinter dem Schuhhaus Grahn los. Livemusik und DJ-Unterhaltung, mehr als 40 Musik-Acts mit rund 200 Künstlern. Und ein tolles Rahmenprogramm, da ist für jeden etwas dabei. Die Stadt, der Gewerbekreis „Wirtschaftsraum“ und der KuKuk haben das gemeinsam auf die Beine gestellt. Alles nicht so einfach, hören wir im Gespräch von Marcus Wilm, dem Vorsitzenden des KuKuK (Verein für Kunst und Kultur in Kandel), denn man habe so manches bedenken müssen.

„Jenny and the Boyz“ heizen auf der VR-Bank-Bühne ein. Diese steht an der Ecke Hauptstraße und Bahnhofstraße.
»Jenny and the Boyz« heizen auf der VR-Bank-Bühne ein. Diese steht an der Ecke Hauptstraße und Bahnhofstraße.

Der Stadtbürgermeister ist dem KuKuK dankbar für die Koordination der Veranstaltungen und für die allgemeine Unterstützung. Vor allem in Sicherheit wurde wieder investiert, neue Poller angeschafft, die ordentlich Geld gekostet haben. Aber Gaudier hat auch Erfreuliches zu berichten. So hätten sich wesentlich mehr Interessenten für den Aufbau eines Verkaufsstandes beworben, als man zulassen konnte. Platzgründe! Entlang der Festmeile sorgen sie für ein internationales Flair, bieten Spezialitäten aus aller Welt an, da bleiben keine Wünsche offen.

Für die Einlasskontrollen und das Ticket (drei Euro pro Tag, Kinder und Jugendliche waren frei) zeigten die allermeisten Besucher Verständnis, zahlten, ohne zu murren. Hin und wieder gab es auch Verärgerung, wurde von einer „Zumutung“ gesprochen. „Unglaublich“ findet es eine junge Frau, die mit ihrer Bekannten doch nur auf die andere Straßenseite wollte.

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Nicht nur auf dem Marktplatz wurde es bald eng, auch auf der Hauptstraße gab es etwa am Samstagabend kaum noch ein Durchkommen. Die Besucher standen dicht gedrängt vor den Imbissständen von Vereinen und privaten Anbietern, genossen nicht nur Wein und Bier, sondern auch leckere exotische Getränke und Speisen. Schon durchkämpfen musste sich, wer beispielsweise zur „Speetschicht“ oder zum „saftWERK“ wollte, nachdem die „Wonderfroileins“ mit Schlagern der 50er- und 60er-Jahre viele zum Mitmachen animiert hatten. Nach einem ökumenischen Gottesdienst klingt das Stadtfest dann am Sonntag mit einem bunt gemischten Programm aus, nachdem man auch noch den „Woifeschdkänisch“ und die „Brunnebutzer“ erleben konnte.

Bei den »Wonderfroileins« auf dem Marktplatz wird’s nostalgisch: Sie sorgen mit Musik aus den 1950er- und 1960er-Jahren für Stim
Bei den „Wonderfroileins“ auf dem Marktplatz wird’s nostalgisch: Sie sorgen mit Musik aus den 1950er- und 1960er-Jahren für Stimmung.
Bei guter Musik wird spontan auch getanzt.
Bei guter Musik wird spontan auch getanzt.
Großer Andrang auf der Festmeile.
Großer Andrang auf der Festmeile.
Beim Schuhhaus Grahn befindet sich die Partyzone, dort legt unter anderem DJ Sven Moo auf.
Beim Schuhhaus Grahn befindet sich die Partyzone, dort legt unter anderem DJ Sven Moo auf.
»Birch Tree« eröffnen den Samstag auf der Sparkassenbühne mit Rock, Pop und Funk.
„Birch Tree“ eröffnen den Samstag auf der Sparkassenbühne mit Rock, Pop und Funk.
Viel los ist auch auf dem Sparkassenplatz.
Viel los ist auch auf dem Sparkassenplatz.
Spezialitäten aus aller Welt gibt’s auf der Festmeile.
Spezialitäten aus aller Welt gibt’s auf der Festmeile.
Auch bei den Getränken ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Auch bei den Getränken ist für jeden Geschmack etwas dabei.

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