Wörth Stadt will Räume im Bürgerhaus von Maximiliansau haben
„Ich gehe davon aus, dass es bei diesem Tagesordnungspunkt Diskussionsbedarf gibt“, sagte Stadtbürgermeister Dennis Nitsche (SPD), als es in Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses um das Thema „Nutzung von Räumlichkeiten im Bürgerhaus Maximiliansau“ ging. Er sollte recht behalten. Wurde alles zuvor im Schnelldurchlauf durchgewunken, entwickelte sich nun rasch eine stellenweise hitzige Debatte.
Worum geht es? Kurz gesagt: Im Rathaus fehlen Büroräume. In den vergangenen Jahren wurden aus unterschiedlichen Gründen neue Stellen geschaffen. Durch Homeoffice und flexible Arbeitszeiten, teils auch durch die Nutzung größerer Räume konnten Arbeitsplätze mehrfach genutzt werden. Nicht zuletzt wegen zwingender Vorgaben der Arbeitssicherheit, des Gesundheitsschutzes und des Datenschutzes reicht der Platz nicht aus. Nitsche verwies darauf, dass in der Vergangenheit bereits verschiedene Maßnahmen umgesetzt worden seien, etwa die Mehrfachnutzung der Bücherei, die Unterbringung des Betriebsarztes in externen Räumen oder die Auslagerung des Standesamtes.
Ortsbeirat ist gegen Abgabe der Räume
Im Bürgerhaus in Maximiliansau gibt es Untergeschoss zwei Räume, die nur relativ wenig genutzt werden. Sie stehen den örtlichen Vereinen und den Parteien zur Verfügung. Der Ortsbeirat Maximiliansau hat sich in seiner jüngsten Sitzung bereits einstimmig gegen die Abgabe der beiden Räume entschieden. Das sei für den Stadtrat nicht unbedingt bindend, betonte Nitsche. Genutzt werden könnten die Räume vom Sanierungsmanager, der damit eine direkte Präsenz vor Ort hätte, schließlich sei die Entwicklung des Quartierskonzept Maximiliansau eine seiner Aufgabe. Platz gebe es dort auch für den vom Bund geförderten Klimaanpassungsmanager. Ein Vorteil sei, dass im Bürgerhaus die benötigte IT-Infrastruktur vorhanden sei. Sollten sich Ausschuss beziehungsweise Stadtrat gegen den Vorschlag entscheiden, müssten eventuell Räume auf dem freien Markt angemietet werden, so Nitsche.
Alle sollen an einen Tisch geholt werden
Der Ortsbeirat habe sich klar positioniert, meinte Steffen Weiß (FWG), darüber können man nicht hinweggehen. Er verlangte ein Aufstellung von allen städtischen Räumlichkeiten. Die vergangenen beiden Corona-Jahre seien sicherlich nicht repräsentativ, was die Belegungszeiten der Räume betrifft, meinte Jürgen Weber (CDU). „Mir fehlt ein Bürokonzept“, sagte Weber. Er schlug vor, Schreibtische doppelt zu belegen, dank Homeoffice sei das möglich und werde auch von vielen Unternehmen schon praktiziert. Als Arbeitgeber sei man natürlich für seine Mitarbeiter verantwortlich und müsse für entsprechende Arbeitsbedingungen sorgte, sagte Mario Daum (SPD), aber auch er habe ein Problem damit, sich über einen einstimmigen Beschluss des Ortsbeirates hinwegzusetzen.
Als sich die Diskussion immer mehr hochschaukelte, es schon um Grundsätzlichkeiten ging, etwa ob jemand Rederecht habe oder nicht, macht Ursula Radwan (Grüne) einen Vorschlag. „Wir sollte alle an eine Tisch bringen“, sagte sie. Man solle mit Parteien und Vereinen reden, vielleicht gebe es ja andere Räume im Ort, wo sie sich treffen könnten. Bei vier Nein-Stimmen entschied der Ausschuss, das Thema zu vertagen und zunächst mit den Betroffenen zu sprechen.