SCHAIDT RHEINPFALZ Plus Artikel Sportgelände genügt Bedarf schon lange nicht mehr

Das Sportgelände Schaidt mit dem Naturrasenplatz, die mit Gras und Moos bewachsene Aschenbahn, die teilweise schon vom Bouleplat
Das Sportgelände Schaidt mit dem Naturrasenplatz, die mit Gras und Moos bewachsene Aschenbahn, die teilweise schon vom Bouleplatz überlagert wird. Im Hintergrund das Clubhaus mit dem Anbau »Grenzgrawehall«.

Der Naturrasen auf dem Fußballplatz ist nach Regen nicht mehr bespielbar. Der Kunstrasenplatz stark beansprucht. Auf der Aschebahn wächst Moos. Für die Zukunft des Geländes gibt es Vorschläge und werden weitere gesucht.

Die Probleme sind bekannt. Seit langem schon ist zu beobachten, dass der Naturrasen auf dem Fußballplatz nach längerer Regenzeit und auch wegen des hohen Grundwasserstandes so nass ist, dass er nicht mehr bespielt werden kann. Und dennoch muss er seit vielen Jahren gepflegt werden, viel Arbeit also für die ehrenamtlichen Helfer des TuS Schaidt und die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes. So sind die Fußballer meist auf den Kunstrasenplatz angewiesen, nicht nur zum Training wegen der Flutlichtanlage, sondern auch bei Spielen. Dieser Platz wird deshalb immer stärker beansprucht und dementsprechend auch überstrapaziert. Und der Zustand der Aschenbahn, die den Rasenplatz südlich von Clubhaus und der Grenzgrawehalle, umgibt, ist ebenfalls besorgniserregend. Auch auf ihr steht das Wasser und sorgt dafür, dass Gras und Moos immer mehr Oberhand gewinnen. Funktionsfähig ist dagegen der Boule-Platz, vor Jahren in Eigenleistung selbst angelegt und bis heute recht beliebt und gut genutzt. Was also ist zu tun?

Komplettumbau angedacht

Darüber macht man sich in Schaidt schon seit Jahren Gedanken, vor allem bei den Verantwortlichen des mit nahezu 900 Mitgliedern größten Vereins in diesem Ortsbezirk der Stadt Wörth. Jeder zweite Einwohner des Stadtteils ist im Verein, der neben den Fußballern sehr aktive Abteilungen für Gymnastik, Turner oder Kampfsportler hat. Nicht mehr ganz so aktiv wie in früheren Jahren sind die Leichtathleten, die einst Aschenbahn und Sprunggrube rege nutzten. Viele Vorschläge, so TuS-08-Vorsitzender Gernot Sambach, wurden bereits diskutiert, auch Untersuchungen angestellt. Schon 2014 fand ein Vor-Ort-Termin mit Vertretern der Stadtverwaltung und des Ortsbeirates statt, bei dem die Problematik besprochen wurde. Damals war die Rede davon, dass nur durch eine „technische Lösung“ das „immer wiederkehrende Entwässerungsproblem“ gelöst werden könne. Stichworte: „Komplettumbau“ und „Komplettsanierung“.

Zwei Jahre später wurde das Thema unter der Überschrift „Gesamtkonzept Sportgelände“ im Ortsbeirat behandelt. Vorschläge wurden unterbreitet, etwa der, die Aschenbahn von bisher sechs Bahnen auf vier zu reduzieren und zur Entwässerung Drainagerohre einzubauen. Doch dazu kam es bisher nicht. Schließlich wurde die Situation der Schaidter Sportanlage durch das „Institut für Sportstättenentwicklung ISE“ aus Trier begutachtet. Vom ISE wurde 2018 eine Untersuchung über die Schaidter Sportanlagen vorgelegt. Nach einer Dokumentation des Ist-Zustandes gab dieses auch Empfehlungen. So wurde vorgeschlagen, den gesamten Fußballplatz höher zu legen, damit das Wasser besser abfließen kann. Auch die Zukunft der Aschenbahn, wie sie vor Jahren einmal von den Leichtathleten genutzt wurde, wurde infrage gestellt. Diese könne man verengen, damit sie für die Abnahme des Sportabzeichens genutzt werden kann, oder gar auf eine 100-Meter-Bahn beschränken, wie sie für den Schulsport benötigt wird.

Viele Kleinspielfelder

In der ISE-Studie heißt es auch wörtlich: „Im Sinne einer bedarfsorientierten Sportstättenentwicklungsplanung sollte hier geprüft werden, inwiefern der Rasenplatz in seiner derzeitigen Form und Größe in Zukunft benötigt wird. Hier stellen sich Fragen nach einer möglichen Umnutzung beziehungsweise Weiterentwicklung der Fläche. Optionen wären etwa Kleinspielfelder unterschiedlichen Belags, Multifunktionsfelder mit verschiedenen Linierungen sowie die Integration alternativer Bewegungsräume.“ Das Trierer Institut hatte vor allem Angebote für Individualsportler im Auge, weil dies der Ausrichtung des TuS Schaidt entgegenkomme. Empfohlen wurde vom ISE schon 2018 die „kritische Überprüfung der tatsächlichen Flächenbedarfe im Sportplatzbereich“. Fragen über Fragen tauchen in diesem Zusammenhang auf. Doch umgesetzt wurde auch das vom ISE vorgelegte Konzept zunächst nicht. Die Haushaltslage der Stadt Wörth ließ dies damals nicht zu. Nachdem der Bürgermeister eine Haushaltssperre verhängen musste, wurde auch das Projekt in Schaidt zurückgestellt. Jetzt aber, zu Jahresbeginn 2022, nahm die Diskussion wieder Fahrt auf.

Denn immer öfter war der Naturrasenplatz nicht bespielbar, musste auf Kunstrasenplatz belegt werden, was ja eigentlich auch nicht so vorgesehen war. All dies führte jetzt dazu, dass in der Sitzung des Ortsbeirates erneut ein „Gesamtkonzept für die Sportanlagen in Schaidt“ gefordert wurde. Und weil man bisher nicht so richtig weiter gekommen ist, wurde jetzt festgelegt, dass alle Beteiligten, hier also vor allem der TuS 08 Schaidt und die Stadtverwaltung in Wörth ein Gesamtkonzept erarbeiten sollen. Und bis zu den Beratungen des Doppelhaushaltes 2023/2024 müsste dies vorliegen, um entsprechende realistische Ansätze für die Sanierungsmaßnahmen am Sportgelände Schaidt einzustellen.

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