Kreis Germersheim Spielzeug-Makler für Kindergärten

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WÖRTH/KARLSRUHE. Die Geschäftsidee ist simpel, man muss aber erst drauf kommen: Auf der einen Seite stehen viele Kindergärten, die schlecht ausgestattet sind – egal, ob gefühlt oder tatsächlich. Auf der anderen Seite stehen Firmen, die gerne irgendwo helfen möchten – und dabei natürlich auch den Werbeeffekt im Blick haben. Das Online-Portal „kiggi.de“ bringt beide Seiten zusammen. Für die Kindergärten ist alles kostenlos, sie profitieren nur davon. Firmen hingegen sind sogar bereit, für solche Kontakte zu zahlen. Das ist zumindest die Erfahrung von Christian Riesenberger (Wörth) und Tobias Reisbeck sowie Thomas Lachner (beide Karlsruhe), die seit einem halben Jahr mit „kiggi.de“ durchstarten. Die Bezeichnung „Kinderhilfsinitiative“ trifft dabei nur die eine Seite des Unternehmens. Denn „kiggi“ ist zugleich eine GmbH – die drei Gründer wollen also Geld verdienen. Das muss kein Widerspruch sein, wie Reisbeck deutlich macht. Er stammt aus einer Familie von Erziehern und kennt sich in deutschen Kindergärten aus. Und er lobt Rheinland-Pfalz, gerade weil das Bundesland für „kiggi.de“ geschäftlich eher ein schlechtes Pflaster sein dürfte: „Die Kitas sind hier richtig gut ausgestattet. Die Förderquote ist recht hoch.“ Das gelte mit einigen Abstrichen auch für Baden-Württemberg und Bayern. Nach Norden und Osten hin (Ausnahme: Hamburg) werde die Ausstattung aber immer knapper: „Da gibt es dann auch Spielzeug vom Sperrmüll.“ Reisbeck weiß Abhilfe, zumindest für manche Kindergärten: „Wir haben Kontakte zu Firmen, die bereit sind, sich zu engagieren.“ Dafür müssen die Kindergärten auf dem Online-Portal einen Wunsch einstellen. Die Firma erfüllt ihn und „kiggi.de“ will dafür sorgen, dass über die gute Tat auch geredet wird. Die „kiggi“-Macher verdienen dabei, weil sie den Sponsoren die Produkte eines der drei großen Hersteller für Kindergartenbedarf vermitteln. Der räumt ihnen dafür eine Großhandelsspanne ein. Die Firmen freuen sich über den Marketing-Effekt, Einzelpersonen bekommen einen Eintrag auf der „Heldentafel“. Dabei soll es aber nicht bleiben. „kigi.de“ soll nicht nur Produkte, sondern auch Projekte vermitteln – zum Beispiel einen Lehrgang oder den Ausbau des Kita-Gartens. Diese Art der Sponsoren-Suche, eng mit dem in den USA üblichen Fundraising verwandt, sei aber noch „Zukunftsmusik“, sagt Reisbeck. Ob solche Hoffnungen Wirklichkeit werden, hängt auch davon ab, wie das zweite Standbein der „kiggi“-Aktivitäten einschlägt: Eine App, mit der die Kindergärten mit den Eltern ständig in Kontakt treten können, wenn beide Seiten einverstanden sind. Informationen zum Beispiel über Schließtage können damit schnell und unkompliziert transportiert werden. „Daran verdienen wir zwar nichts, aber wir haben den Kontakt“, sagt Reisbeck. „kiggi.de“ werde als Dienstleister Teil der regionalen Netzwerke. „Wir versuchen eine maximale Win-Situation für alle Partner zu schaffen“, schildert Reisbeck die Strategie: „Für uns geht es zunächst mal darum, Fuß zu fassen.“ Denn noch arbeiten alle drei Firmengründer nebenberuflich für „kiggi“. Aber sie hoffen, einmal davon leben zu können. Als ehrliche Makler im Netz – mit Leidenschaft und Provision.

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