Kreis Germersheim Spaltung der Arbeitswelt befürchtet

Wie arbeiten wir in der Zukunft? Dieser Frage widmet sich das Projekt „Arbeit 4.0 - Wirtschaft und Beschäftigung im Wandel“, das vom Institut zur Modernisierung von Wirtschafts- und Beschäftigungsstrukturen (IMO) ins Leben gerufen wurde. Dazu fand am Dienstag in der Festhalle ein Regionaldialog zwischen Entscheidern aus Politik und Wirtschaft statt. Ein Eindruck: Die Politik steht der Entwicklung eher hilflos gegenüber.
„Wir alle merken schon heute, dass sich die Arbeitswelt deutlich verändert“, sagte Alexander Schweitzer (SPD), rheinland-pfälzischer Arbeitsminister zur Begrüßung. Wo früher vieles manuell gefertigt wurde, arbeiten heute Roboter weitestgehend selbstständig. Das Ende der Fahnenstange ist in dieser Entwicklung noch nicht erreicht. Die Zukunft scheint der intelligenten Fabrik zu gehören, in der Maschinen und Objekte untereinander kommunizieren - ganz ohne die Mitwirkung von Menschen. Darin liegen laut Prof. Dr. Hajo Weber vom IMO immense Chancen. Die Produktion könne so wesentlich stärker verbraucherorientiert ablaufen. Damit einhergehend ist allerdings auch eine Veränderung der Berufsbilder. Genau hier setzt das Projekt an. In einer gemeinsamen Diskussion zwischen Entscheidern aus Politik und Wirtschaft sollen Strategien und Ideen entwickelt werden, um sich in der Region Süd- und Vorderpfalz auf die Zukunft der Arbeit vorzubereiten. Schweitzer ließ deutlich erkennen, dass er durchaus skeptisch in diese Zukunft blickt: „Bei allen Chancen, die sich durch die Entwicklung bieten, sehe ich auch die Gefahr einer Spaltung der Arbeitswelt.“ Gemeint ist damit die Kluft zwischen denjenigen, die durch Weiterqualifizierung im Arbeitsleben bleiben können und denjenigen, die auf der Strecke bleiben. Auf der Strecke bleiben heißt hier im konkreten Extremfall, den Arbeitsplatz verlieren, weil fortan Maschinen die Aufgaben erledigen. In den Diskussionen stand diese Problematik im Vordergrund. „Wohin mit den ganzen Leuten und was machen die weniger Qualifizierten?“, hieß es unisono. Eine Antwort darauf konnte nicht gefunden werden. Das musste auch Schweitzer eingestehen. Seitens der Politik habe man derzeit keine Lösung parat. In seiner Funktion als Arbeitsminister sei dies eben die große Herausforderung, der er sich gerne stelle. Wenn die Veranstaltung auch unter dem Namen „Regionaldialog Süd- und Vorderpfalz“ lief, so waren die Inhalte doch sehr allgemein gehalten. Ein ganz konkreter Bezug zur Industrie und Wirtschaft beziehungsweise dem Arbeitsmarkt vor Ort war in all den Vorträgen und Gesprächen kaum erkennbar. (cde)