KANDEL
Sommerschule: Eigenständiges Arbeiten ist angesagt
Volle Zustimmung erhält Jutta Zingler auch von einem Realschullehrer und der Lehramtsanwärterin Nele Eustachi, die mit den Schülern der dritten und vierten Klasse arbeiten. „Der Lernstand ist zwar sehr unterschiedlich, aber alle arbeiten sehr intensiv an den ihnen gestellten Aufgaben.“
In der ersten Woche bestand die Gruppe der Erst- und Zweitklässler aus sieben Kindern, diese Woche sind es nur noch vier (alles Jungen). Bei den Dritt- und Viertklässlern waren es in der ersten Woche zehn Schüler, in dieser Woche sind es sieben. Die meisten kommen aus der Grundschule Kandel, einige aus Minfeld. Ein Teil ist sowohl in der ersten wie auch in der zweiten Woche beim Programm der Sommerschule dabei. In der Grundschule Steinweiler besteht ein gesondertes Angebot.
Die vier Personen, die in der Grundschule Kandel für das erstmalige Ferienprogramm des Bildungsministeriums zuständig sind, hatten sich bei der Verbandsgemeinde gemeldet und wurden dafür ausgewählt. „Ich hatte über eine Online-Ausschreibung davon erfahren. Es passte in mein Konzept, um Kindern zu helfen, die durch die Corona-Zeit Nachteile hatten“, erläutert Zingler ihr Interesse. Für Nella ist es „eine gute Gelegenheit mit Kindern zu arbeiten“, da sie bei der Verbandsgemeinde auch im sozialen Bereich tätig sein soll. Für Eustachi als Lehramtsanwärterin für die Förderschule mit den Fächern Deutsch und Biologie ist es „ein guter Einblick in die praktische Arbeit“.
Deutsch und Mathematik im Fokus
In der ersten Woche wurde im Fach Mathematik gearbeitet, diese Woche liegt der Fokus auf dem Fach Deutsch. Es wird vor allem Unterrichtsstoff wiederholt beziehungsweise vertieft, aber kein neuer Stoff gelernt. Dabei ist viel eigenständiges Arbeiten mit vorbereitetem Material angesagt – unter Anleitung der Lehrkräfte.
Dazu hatte das Ministerium im Internet neben einem ausführlichen Leitfaden und verschiedenen Videos viele Lernmaterialien zur Verfügung gestellt. „Wir haben aber auch noch eigenes Material dazu genommen, nachdem wir uns auch über den Lernstand der Kinder informiert hatten und konnten es so individuell anwenden“, sagt Zingler. Das war allerdings nicht so ganz leicht für die vier Lehrkräfte, da die Anmeldungen der Schüler in den Ferien liefen. „Aber das hat die ganze Sache auch noch spannend gemacht“, meint sie.
Nettes Feedback von Eltern
Die Organisation lief über die Verbandsgemeinde in Zusammenarbeit mit Schulleiterin Beate Lehr als Ansprechpartnerin. Sie hatte die Eckdaten zu Räumlichkeiten, technischer Ausrüstung und Hygienemaßnahmen der Verbandsgemeinde gegeben und bei der Auswahl der Lehrkräfte mitgewirkt. „Zunächst waren die Bedarfsmeldungen der Eltern höher als dann die Anzahl der Anmeldungen“, sagt die Schulleiterin. „Vor allem sollten Schüler teilnehmen, die Nachholbedarf hatten. Aber es waren auch Schüler dabei, bei denen aus schulischer Sicht dies nicht unbedingt der Fall war“, ergänzt sie.
Besonders erfreut war Zingler über das Feedback von Eltern, die ihr mitteilten, dass ihre Kinder Freude und Spaß an Mathematik gehabt hatten. „Das erhoffe ich am Ende dieser Woche auch vom Arbeiten im Fach Deutsch“, sagt sie. Schließlich sei auch das soziale Miteinander, das coronabedingt gelitten hatte, wieder wichtig gewesen.