Kreis Germersheim Sogar am Geburtstag wird geübt

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ERLENBACH. Schon von weitem hörbar, hört man Elke Emma Edinger im evangelischen Pfarrzentrum in Rheinzabern singen und Orgel spielen. Die quirlige Künstlerin wurde gerade 62 Jahre alt und übte selbst an ihrem Geburtstag mit einem Kinderchor. Am Sonntag wird sie im protestantischen Gemeindehaus Erlenbach mit ihrem Figuren-Schattentheater alte deutsche Kinderlieder in Szene setzen, acht Kinder des neuen protestantischen Kinderchores werden die Lieder dazu singen.

Elke Edinger, verheiratet mit einem protestantischen Pfarrer und und Mutter von drei erwachsenen Kindern, einem Sohn und zwei Töchtern. könnte lang über ihr bewegtes Leben erzählen. Sie studierte Deutsch und Musik, bevor sie mit ihrem Mann 1978 nach Mußbach (Neustadt/Weinstraße) zog. Dort war die erste Pfarrstelle von Klaus-Peter Edinger. „Mein Mann hatte schon früh den Traum, in Afrika zu leben und zu arbeiten“, erinnert sie sich. Die Schwangerschaft mit der ersten Tochter bewog die Familie, mit dem Umzug nach Ghana zu warten. Erst zehn Jahre später, im Jahr 1993, zog die mittlerweile fünfköpfige Familie nach Port Elizabeth in Südafrika. Es waren bewegte Zeiten im Land, das Ende der Apartheid stand bevor, berichtet Edinger weiter. Während ihr Mann sich um mehrere Pfarreien kümmerte, engagierte sie sich als Kirchenmusikerin, leitete und gründete Kirchenchöre. „Ich malte auch drei Jahre lang für eine Galerie und absolvierte eine Keramik-Ausbildung.“ An einer Highschool in Port Elizabeth konnte sie in kleinen Klassen Deutsch unterrichten, „bezahlt wurde ich vom Volkswagen-Konzern“, der dort in der Nähe ein großes Werk hatte. Überhaupt „erlebte ich eine unglaublich spannende, unvergessliche Zeit in Südafrika“. Ihre älteste Tochter Hannah blieb diesem Land bis heute treu, lebt und arbeitet dort. Für die Edingers folgte von 2000 bis 2007 wieder eine Zeit in Deutschland, in der der Pfarrer überwiegend die Gemeinde der Apostelkirche in Ludwigshafen betreute. Danach packte das Ehepaar, diesmal ohne die flügge gewordenen Kinder, erneut einen Container, um in Simbabwe neue Aufgaben zu übernehmen. „Wir waren die ganze Woche über beschäftigt, Freizeit oder Urlaub gab es dort nicht, wir mussten richtig schuften“, erinnert sich Edinger. Ein Tag war für Gartenarbeiten eingeplant, ein Tag hielt sie Deutschunterricht in einer Schule, samstags mussten die Konfirmanden unterrichtet werden, sonntags gab es Gottesdienste und nachmittags „Ball-Room-Dancing“ – Tanzunterricht. „Die Arbeit in Simbabwe war sehr erfüllend. Wenn wir nicht aus politischen Gründen des Landes verwiesen worden wären, würden wir immer noch dort leben.“ So kam das Ehepaar im Februar 2014 nach Erlenbach. Edinger konnte damit auch wieder ihre Leidenschaft für Figuren-Schattentheater aufleben lassen. „Schon vor gut 39 Jahren führte ich die acht Kinderlieder einmal auf. Da ich mit meinem erst in diesem Frühjahr gegründeten Kinderchor nach leichten Stücken suchte, boten sich diese Lieder gut an.“ Vor höchstens 72 Personen, so viele Plätze hat das in die Jahre gekommene Jugendheim, wird die Chorgruppe ihre Lieder singen. Nach jeder Szene wird kurz hinter der Leinwand umgebaut. „Wir singen dazu immer das gleiche Lied ’Schrecklich viele Menschen’, weil ich möchte, dass auch die Zuschauer nach der Vorstellung ein neues Lied singen können.“ Ein Team aus fünf Erwachsenen ist für das Animieren der Figuren und für die Lichttechnik verantwortlich, Edinger selbst sitzt am Klavier. Termin „Acht alte deutsche Kinderlieder“ am Sonntag, 21. Juni, 18 Uhr, im evangelischen Gemeindehaus Erlenbach, Hauptstraße 32, Eintritt: Kinder zwei Euro, Erwachsene fünf Euro. (bic)

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