Kreis Germersheim So kommen Enten in die Zeitung

Wörth. Nicht nur für viele Menschen ist der Badepark in Wörth ein beliebter Ort. Eine Entenfamilie ist auch Dauergast. Für ihr Nest haben sich die Federtiere einen extravaganten Platz ausgesucht: die Felsenlandschaft im Spaßbecken. Für die frisch geschlüpften Jungtiere stand am Dienstag erstmals Schwimmen auf dem Programm – und das während des Badebetriebes.
Gerade wurde die „letzte Welle“ des Tages im Badepark Wörth angekündigt, als eine ausgewachsene Ente über den Köpfen der Badegäste im Spaßbecken flatterte und schließlich zwischen ihnen im Wasser landete. Im Angesicht zahlreicher Kinder, die auf das Tier einstürmten, startete dieses jedoch gleich wieder durch und drehte weiter seine Runden über den blauen Rutschen. Immer wieder ging die Ente in den Sinkflug und beobachtete das Geschehen. Der Grund: einige ihrer Kinder hatten das Nest auf der Felslandschaft unweit der Wasserfälle und der orangefarbenen Rutsche verlassen und erkundeten zum ersten Mal die nähere Umgebung. Schwimmmeister und Sicherheitsdienst sammelten die forschen Küken ein und setzten sie wieder auf den Felsvorsprung. Die Federträger beeindruckte dies jedoch wenig, und schon sprang das nächste Jungtier aus beachtlicher Höhe ins Wasser. Kinder halfen beim erneuten Einsammeln, doch die Tiere zeigten immer mehr Entdeckungsdrang, so dass die Schwimmmeister das Becken kurzerhand zum Ententeich erklärten und die Badegäste nach draußen baten. Eines der Küken nahm sich kurzerhand ein Beispiel und wollte den Zweibeinern folgen. Rutschen und Wasserfälle wurden abgeschaltet, so dass sich auch Mamaente wieder zu den Felsen traute. Vom Wasser aus rief sie ihre Kleinen, die eins nach dem anderen – manche eher forsch, andere sehr zögerlich – von der Klippe sprangen. Auch der Landgänger besann es sich nach Anblick von Mama anders und schwamm hinüber. Gemeinsam wurde dann das Hintereinanderherschwimmen trainiert. Natürlich gab es auch dabei ein Küken, das es allen zeigen wollte und mit einem Affenzahn in Richtung der Rutschen davon brauste, sehr zur Erheiterung der zahlreichen Schaulustigen am Beckenrand. Für das Personal im Badepark war es ein aufregender, doch kein allzu außergewöhnlicher Einsatz. Die Enten brüten schon seit Jahren auf dem Felsen über der orangefarbenen Rutsche. Eigentlich nutzen die Tiere die Wasserfläche nur außerhalb der Öffnungszeiten, jedoch halten sich frisch geschlüpfte Tiere eben nicht immer an diese. Und dann sind eben die Helfer gefragt: „Wir retten eben alle – egal, ob Mensch oder Tier“, sagte ein Schwimmmeister schmunzelnd.