Fußball Siegtreffer mit der Schlusssirene

Marian Kolb bringt die Gastgeber im Finale in Führung.
Marian Kolb bringt die Gastgeber im Finale in Führung.

Der gastgebende TB Jahn Zeiskam gewinnt das Hallenturnier um den Cup der Bellheimer Brauerei vor vollen Zuschauerrängen in der Spiegelbachhalle. Der TuS Friedelsheim avanciert zur Überraschung des Turniers. Ein Feldspieler wird zum besten Torwart gekürt.

„Es hat schon Bock gemacht. Mir tut jetzt aber alles weh, kann die linke Seite kaum mehr bewegen“, sagte der 20-jährige Lucien Scherrer vom FC Bienwald Kandel nach seiner Ehrung. Nach mannschaftsinternen Querelen in den Tagen zuvor hing gar die Teilnahme am seidenen Faden. „Zwei Stunden vor dem ersten Spiel waren wir drei Leute. Allein schon aus Respekt gegenüber Zeiskam war aber klar, dass wir auf jeden Fall antreten wollten“, so Scherrer. Alle etatmäßigen Torhüter waren nicht dabei, weshalb er sich kurzerhand, zum ersten Mal in seinem Leben, ins Tor stellte. Und trug mit zahlreichen Paraden maßgeblich zum Viertelfinaleinzug seiner Mannschaft bei. Dort lieferte man, unterstützt von zahlreichen Fans, dem favorisierten FC Phönix Bellheim einen großen Kampf und zog mit 2:0 ins Halbfinale ein. Allmählich war der jungen Truppe der Kräfteverschleiß anzumerken, zumal der TuS Friedelsheim ein Spiel mehr Pause hatte. Trotzdem verlor Kandel auch nur denkbar knapp mit 1:0 und musste sich im Spiel um Platz Drei dem FSV Offenbach geschlagen geben. „Wir haben das Beste aus der Situation gemacht, mit dieser Leistung hätte niemand gerechnet“, gab sich Scherrer sehr zufrieden.

Kampfstark zeigte sich auch der TuS Friedelsheim, Tabellenführer der B-Klasse Rhein-Mittelhaardt West. Im Viertelfinale schlug man den favorisierten Ludwigshafener SC und zog nach dem Halbfinalsieg gegen Kandel überraschend ins Finale ein. Spielertrainer Nicolas Wrede war stolz auf seine Mannschaft: „Wir haben das erste Spiel verloren und uns dann gesteigert. Es macht einfach Spaß hier. Die volle Halle spricht für die tolle Organisation des Veranstalters.“ Angereist schon mit dem Ziel, das Finale zu erreichen? „Wir wollten uns heute einfach gut verkaufen. Wenn man dann mal drin ist, steigt natürlich auch die Motivation“, so Wrede, der mit seiner Mannschaft auch am Ende der Saison ganz oben stehen will.

Im Finale gegen den TB Jahn Zeiskam stand Friedelsheim dann schon früh auf verlorenem Posten. Pflicht war die Teilnahme für keinen Spieler des Verbandsliga-Dritten, weshalb auch Trainer Jannick Immel und Teammanager Patrick Pfaff die Hallenschuhe schnürten. Nach überzeugender Vorrunde tat man sich in der Zwischenrunde schwer und zog glücklich ins Viertelfinale ein, wo ein 5:0-Sieg gegen den ASV Harthausen folgte. Im Halbfinale gegen den FSV Offenbach, der in Agmir Bajraktari den besten Spieler des Turniers in seinen Reihen hatte, erzielte Marc Barisic nach feiner Einzelleistung die Führung. Dem technisch beschlagenen Mittelfeldspieler war die Freude anzumerken: „Spaß haben, bisschen zocken mit den Jungs. Bei Hallenturnieren bin ich immer sofort dabei!“ Nach dem Offenbacher Ausgleich war man dem Neunmeterschießen nah. Jannick Immel war es jedoch vorbehalten, mit der Schlusssirene den Siegtreffer zu erzielen. Der erkannte den typischen Ablauf von Hallenturnieren: „Im Endeffekt war mir wichtig, dass sich niemand verletzt. Aber es ist ja immer so: Man kommt schwierig rein, nach zwei, drei Spielen macht es dann aber doch Bock und man will gewinnen.“

Im Endspiel stellte Zeiskam die Weichen früh auf Sieg und gewann souverän mit 5:1 gegen den TuS Friedelsheim.

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