Kreis Germersheim „Sich engagieren statt jammern“

„Der Grandseigneur der Wörther Sozialdemokratie, unser Wolfgang Faust, feiert am 28. Dezember seinen 70. Geburtstag“, schreibt der SPD-Stadtverband an seine Mitglieder und Freunde in der Einladung zu einem feierlichen Empfang am Sonntagvormittag im Alten Rathaus. Faust hat mehr als vierzig Jahre die Kommunalpolitik in Wörth maßgeblich mitgestaltet – davon bis zum Wechsel der Legislaturperiode im vergangenen Sommer über zwanzig Jahre als SPD-Fraktionssprecher im Stadtrat.
Faust kam am 28. Dezember 1944 in Edenkoben zur Welt, „am Tag der unschuldigen Kinder“, betont er bei passender Gelegenheit. Überhaupt hat er oft kleine Wortspiele parat, die etwas von seiner sozialen Einstellung widerspiegeln. Die ist freilich groß, denn neben seinem Wirken „mit Leib und Seele in der Kommunalpolitik“, ist er oft auch als Vereinsmitglied im Einsatz. Beim Deutschen Roten Kreuz, in der Arbeiterwohlfahrt, im internationalen Kulturverein sowie beim Gesangverein Lyra-Liederkranz genießt er volles Vertrauen: man lässt ihn bei Vereinsfesten die Kasse verwalten. Nach der Schule, die Faust mit der Mittleren Reife abschloss, absolvierte er eine Lehre zum Industriekaufmann. 1963 rückte er für 18 Monate zur Bundeswehr ein, wo er zum Unteroffizier aufstieg. Am 1. Juli 1968 kam er ins Wörther Nutzfahrzeugwerk „mit dem guten Stern“, zunächst als Materialdisponent, ab 1973 dann als Fachkaufmann für Einkauf und Materialwirtschaft. Für dieses Berufsbild war er lange Jahre im Prüfungsausschuss der Industrie- und Handelskammer. Von Anfang an aktiv war er als Schriftführer und stellvertretender Vorsitzender der Vertrauenskörperleitung Daimler Werk Wörth und in anderen Gremien der IG Metall. Schon bald nach seinem im Juli 1971 erfolgten Eintritt in die SPD Wörth übernahm er 1974 als Schriftführer, Pressewart und 1993 schließlich als Vorsitzender der Partei Verantwortung. Seit 1974 ununterbrochen bis heute hat Faust ein Mandat in einem der Wörther Gremien inne: im Ortsgemeinderat, Verbandsgemeinderat und Stadtrat, überall stets vorne mit dabei. Für seine großen Verdienste wurde ihm 1997 die Landesehrennadel verliehen. Faust hat fünf erwachsene Kinder und sechs Enkel. Er liebt einsame Spaziergänge zum Kraft tanken. Neben „Frieden auf der ganzen Welt“ wünscht er für seine nähere Umgebung konkret „weniger jammern, mehr persönliches Engagement.“ (wi)