Kandel Seniorenkreis von St. Pius aufgelöst
Aufgelöst wurde der Kreis weil während der „Corona-Schließung“ viele von dem Helferkreis betreute Personen verstorben sind und nach der Wiedereröffnung nur noch sehr wenige Seniorinnen und Senioren zu den wöchentlichen Treffen kommen wollten. Ein weiterer Grund ist, dass die Helferinnen und Helfer inzwischen selbst „in die Jahre“ gekommen sind. So sind einige von ihnen selbst schon über 80 Jahre alt und ein neues Helferteam konnte nicht aufgebaut werden.
Daher traf sich das alte Team am Mittwoch, 1. März, zum letzten Mal, um gemeinsam Abschied zu nehmen von einer Arbeit, die nicht immer leicht war, die aber von allen Helferinnen und Helfer gerne getan wurde. Schwergefallen ist dieser Abschied wohl allen die dabei waren. Getröstet wurden sie auch nicht von dem Wort, das eine alte Dame, die von der Auflösung gehört hatte, sprach, nämlich: „Kandel hat mit dieser Auflösung viel verloren.“
Ende 1998 gegründet
„Vater“ des Seniorenkreises war Pfarrer Schneider der nach verschiedenen Vorgesprächen mit einigen seiner Pfarrkinder am 6. Oktober 1998 zu der konstituierenden Sitzung einlud. Beteiligt waren dabei neben dem Pfarrer aus der Pfarrei sieben Frauen und ein Mann. Besprochen wurde bei diesem Treffen auch all das, was für eine gute Seniorenarbeit wichtig ist und was bis zum Start noch getan werden muss.
Beschlossen wurde damals auch, dass den Seniorinnen und Senioren wöchentlich ein Treffen mit verschiedenen Programmpunkten geboten werden soll. Das erste Seniorentreffen fand, nachdem genügend Helferinnen und Helfer gefunden wurden, am 12. Januar 1999 im Pfarrheim statt. Gekommen waren zu dieser Premiere mehr als 50 Mitglieder der Pfarrgemeinde. Diese Zahl wurde später wohl nicht mehr erreicht, doch mit 40 Personen war in all den weiteren Jahren fast immer zu rechnen – obwohl von Vielen in den ersten Monaten immer wieder ein baldiges Ende des Seniorenkreises vorhergesagt wurde. Doch Totgesagte leben ja bekanntlich stets lange.
Ausflüge und Vorträge im Programm
Geboten wurde den Seniorinnen und Senioren in den wöchentlichen Treffen stets viel, obwohl die vielen Helferinnen und wenigen Helfer an den meisten Tagen für ein eigenes Programm sorgen mussten. Ein festes Programm gab es stets nur für ein Treffen im Monat. Einmal im Jahr gab es einen Ausflug, stets mit Zielen in der Pfalz, im Baden, im Saarland und im Elsass und Wallfahrten zu den verschiedensten Kirchen der Diözesen Speyer, Freiburg und Straßburg. Eingeladen wurden an diesen Nachmittagen aber auch bekannte Pfälzer Frauen und Männer, mit denen über Gott und die Welt gesprochen wurde. Anzumerken ist hier, dass auch evangelische Pastoren und Mitglieder der Methodistischen Kirchengemeinde eingeladen waren, dass auch evangelische Frauen stetig zu den Nachmittagen kamen und einige von ihnen sogar zu fleißigen Helferinnen wurden, denn schließlich war das Wort Ökumene beim Seniorenkreis groß geschrieben.
Sehr beliebt waren bei den Besucherinnen und Besucher der Treffen auch das jährliche Grillfest, die Filmvorträge befreundeter Wanderer und Reisende über fremde Länder und vor allem der Faschingsnachmittag, das Erntedankfest und die Adventsfeier die stets von Helferinnen, Helfer und einigen Besucherinnen vorbereitet und gestaltet wurden.
Setzt man das alles zusammen, dann muss man der oben genannten Dame Recht geben. Kandel hat mit der Auflösung des Seniorenkreises, dessen Helferinnen und Helfer 2014 sogar für ihr „Besonderes bürgerliches Engagement“ ausgezeichnet wurden, wirklich viel verloren.