Kandel RHEINPFALZ Plus Artikel Senioren fahren auf Fahrrad-Rikscha ab

Begeisterter Rikscha-Fahrer: August Wegmann, Vorsitzender der Bürgergemeinschaft.
Begeisterter Rikscha-Fahrer: August Wegmann, Vorsitzender der Bürgergemeinschaft.

Eine Neuanschaffung der Bürgergemeinschaft sorgt für Begeisterung – nicht nur im Seniorenheim. Jetzt kann’s losgehen mit der Rikscha mit Hilfsmotoren.

Wo man sie unterstellt, ist bereits geklärt. In welcher Reihenfolge die Fahrgäste zusteigen dürfen, das muss allerdings noch abgesprochen werden mit der Heimleitung des Willi-Hussong-Hauses in Kandel. Die Rede ist von einer Rikscha, die jetzt von der Bürgergemeinschaft Kandel angeschafft wurde. Und zwar auf eigene Kosten, wie deren Vorsitzender August Wegmann jetzt mitteilte.

Denn eine Förderung des Rikscha-Projektes über das LEADER-Programm hatte sich als kaum realisierbar erwiesen, viel zu viel Papierkram, so dass man auf einen Zuschuss verzichtete. Aber weil das Projekt, über das 2019 erstmals gesprochen wurde, wegen der Corona-Krise jedoch etwas „vertagt“ werden musste, schon im Vorfeld viel Begeisterung ausgelöst hatte, wollte die Bürgergemeinschaft jetzt keinen Rückzieher mehr machen, sagt Wegmann.

Rikscha mit E-Motoren

So wurde für rund 14.500 Euro eine Rikscha mit starken Elektromotoren angeschafft, die im Radhaus Rödel in Kandel zusammengebaut wurde. Für die Mitarbeiter des Radhauses eine nicht alltägliche Herausforderung, wie zu hören war. Aber die habe man gerne angenommen, um das Projekt zu unterstützen. Weitere Sponsoren halfen mit Barspenden, ohne die die Anschaffung nicht möglich gewesen wäre. Immerhin handelt es sich bei der Rikscha um eine komfortable Vanraam-Konstruktion. Die Fahrer erhalten Unterstützung durch zwei Elektromotoren, ähnlich wie bei einem E-Bike. Wie August Wegmann bei einer ersten Vorstellung betonte, habe man die stärksten Kraft-Versionen ausgewählt, die für diese Rikscha, die immerhin, zusammen mit der Fahrerin oder dem Fahrer, drei Personen befördern soll, angeboten wurde.

Auch die sonstige Ausstattung sei sehr komfortabel und vor allem verkehrssicher. Die Konstrukteure hätten an alles gedacht: Stoßdämpfer und Scheibenbremsen seien verbaut, der Einstieg lasse sich absenken, die Überdachung anpassen. Die Fahrgäste dürften sich getrost zurücklehnen, seien angegurtet und darüber hinaus mit einer Schiene gesichert.

Schon acht Fahrer

Die Bewohner des Willi-Hussong-Seniorenzentrums werden in erster Linie damit unterwegs sein; ehrenamtliche Helfer steuern das Gefährt nach einer gründlichen Einweisung. Bisher stehen schon acht Fahrer bereit, berichtet Wegmann stolz über die große Bereitschaft, sich hier einzubringen. Schon die Probefahrer berichteten über ein positives Erlebnis bei einer sanften Brise und genossen das Gefühl von Freiheit.

Wer die Rikscha sehen möchte, kann dies auch am „Tag der Vereine“ zum Stadtjubiläum am Samstag, 24. Mai, am Stadion tun. Das Fahrzeug wird in einer Garage beim Seniorenheim untergestellt und hier mit Strom aufgeladen. Im Seniorenzentrum freut man sich schon jetzt auf „ein geniales Projekt der Bürgergemeinschaft“. Schließlich geht es auch darum, den Stützpunkt „Radeln ohne Alter“ in Kandel auszubauen, sagt der Vorsitzende der Bürgergemeinschaft.

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