Lingenfeld RHEINPFALZ Plus Artikel Schwimmschule: Eine Erfolgsstory aus Lingenfeld

Egal ob in Lingenfeld, wo sie bis 2024 lebte, oder an der Ostsee: Carmen Brothers ist voll in ihrem Element, wenn sie Kindern da
Egal ob in Lingenfeld, wo sie bis 2024 lebte, oder an der Ostsee: Carmen Brothers ist voll in ihrem Element, wenn sie Kindern das Schwimmen beibringen kann.

Carmen Brothers’ Liebe zum Wasser führte sie zu einer eigenen Schwimmschule in Lingenfeld. Auch nach ihre Wegzug an die Ostsee verbringt sie ihren Urlaub dort.

Auf Empfehlung des Arztes schickte Brothers' Mutter sie bereits mit zwei Jahren zum Schwimmkurs. Im Frankfurter Schwimmverein war das und Carmen Brothers erinnert sich an zwei wunderschöne Jahre. Die Leistungsgruppe, in die sie aufgrund ihrer Fähigkeiten gesteckt wurde, war weniger ihr Fall. „Ich bin keine Leistungsschwimmerin. Dafür liebe ich den Breitensport“, macht die 54-Jährige deutlich.

Genau da setzt ihr pädagogisches Konzept an, das sie selbst entwickelt hat. 1999 kam sie mit ihrem damals dreijährigen Sohn in die Gemeinde. Ein Jahr später startete sie mit ihrer eigenen Schwimmschule im Hallenbad – durch Zufall und dank der Motivation einer jungen Frau, deren Tochter die gleiche Kita wie ihr Junge in Lingenfeld besuchte. „Ich hab einfach angefangen“, denkt Brothers an die Zeit zurück. Die einzige Voraussetzung, das silberne Rettungsschwimmerabzeichen, legte sie ab. Mithilfe der kommunalen Politik sei „durchgeboxt“ worden, dass sie ihr Kursangebot im Hallenbad umsetzen darf. Die Besonderheit: Brothers nahm bereits Nachwuchs ab vier Jahren auf und arbeitete nur in Kleingruppen mit maximal fünf Kindern.

Zwölf-Stunden-Fahrten nach Lingenfeld

Ihre Leidenschaft für ihre Tätigkeit ist so groß, dass sie auch nach ihrem Wegzug aus Lingenfeld im Januar 2024 regelmäßig in den Ferien im dortigen Hallenbad steht und Kurse anbietet. Dafür nimmt sie viel auf sich: Zwölf Stunden gereist ist Brothers am Wochenende wieder, um von der Ostsee in die Pfalz zu fahren. Dort übernachtet sie in ihrem Wohnmobil.

„Für mich ist es Erholung, wenn ich sehe, dass die Kinder selbstständig werden“, sagt sie. Als immensen Mehrwert sehe sie es, durch die minimale Gruppengröße jedes Kind dort abholen zu können, wo es steht. „Schwimmen“, macht Brothers im Gespräch mit der RHEINPFALZ deutlich, „ist das Schwerste, das wir lernen können“. Mit physikalischen Gesetzen im Wasser müssen sich die Kinder auseinandersetzen, Ängste überwinden, Mut und Sicherheit entwickeln. Brothers weiß, dass der Bedarf da ist. Gerade in der Corona-Pandemie habe sich einiges aufgestaut. „Selbst in der gymnasialen Oberstufe gibt es inzwischen Mängel“, weiß die 54-Jährige. Deshalb will sie so früh wie möglich ansetzen, um unsicheren oder ängstlichen Kindern die Angst vor dem Wasser zu nehmen.

Ihre Ansprüche sind hoch – und das ganz bewusst. „Ich möchte den Kindern eine absolut lebbare Handreichung mitgeben“, betont sie. Dazu gehöre auch, dass der Nachwuchs lernt, sich selbst mithilfe entsprechender Abläufe im Wasser selbst zu retten.

Solange die Nachfrage es verlangt, will Brothers ihre Ferien in Lingenfeld verbringen. Den Rest des Jahres widmet sie ihrer Passion dann an der Ostsee, wo ihre Schwimmschule inzwischen ebenfalls zu einer festen Institution geworden ist.

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