SCHWEGENHEIM
Schwegenheim: Der Hainbach bleibt, wie er ist
Ursprünglich war geplant, den Hainbach zwischen der Bahnhofstraße und der Landstraße nach Gommersheim nachhaltig ökologisch zu entwickeln. Das Vorhaben sollte zum Großteil über Zuschüsse aus dem Landesprogramm Blau Plus zur Gewässerentwicklung finanziert werden. Bereits als im Rat zum ersten Mal über das Projekt abgestimmt wurde – im April 2017 – sprach sich nur eine hauchdünne Mehrheit dafür aus. Insbesondere CDU und FWG waren skeptisch.
Tatsächlich äußerte die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Bedenken, nachdem die Verwaltung einen Zuschussantrag über mehr als eine halbe Million Euro gestellt hatte. Sie bezweifelte, dass die erreichbare Aufwertung in einem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten steht. Ein geplanter Parkplatz und Wege seien außerdem nicht oder nur zu einem Teil zuschussfähig. Auch ein überarbeiteter Vorschlag stieß auf wenig Gegenliebe bei der SGD.
Projekt wird kleiner
Im Februar dieses Jahres unternahm der Ortsgemeinderat einen weiteren Versuch, das Projekt – diesmal in verkleinerter Form – voranzubringen. Nun sollte nur ein Teilstück des Hainbachs zwischen den Brücken an der Turnhalle und in der Bahnhofstraße renaturiert werden. Dort ist eine maschinelle Reinigung des Gewässers nur bedingt möglich.
Doch die bereits damals geäußerte Befürchtung, dass die betroffenen Grundbesitzer nicht mitspielen, hat sich bewahrheitet: „Vier Grundstückseigentümer wollen nicht verkaufen“, sagte Ortsbürgermeister Bodo Lutzke (FWG) bei der Sitzung des Ortsgemeinderats am Dienstagabend. Alle Eigentümer, deren Flächen für die Renaturierung benötigt worden wären, seien angeschrieben worden. Das sei teilweise schwierig gewesen, da es sich auch um Erbengemeinschaften handelt, die weit verstreut leben. Auch persönliche Gespräche seien geführt worden, berichtete Lutzke. Die Mühe war vergeblich: Ohne die vier Eigentümer lässt sich das Projekt nicht umsetzen. „Eine Zwangsenteignung ist rechtlich nicht möglich“, stellte der Ortschef klar. „Es wäre eine Bereicherung gewesen“, bedauerte Lutzke das Scheitern des Projekts. Einen Seitenhieb auf Altbürgermeister Peter Goldschmidt (SPD) verteilte er ebenfalls: „Es wäre sinnvoll gewesen, wenn mein Amtsvorgänger vorher mit den Eigentümern gesprochen hätte.“
SPD unzufrieden
Aus den Reihen der SPD, die gegen den Beschlussvorschlag stimmte, das Projekt einzustellen und der Verbandsgemeinde die Aufwendungen für die Erstellung des Konzeptentwurfs in Höhe von rund 4000 Euro zu erstatten, gab es hingegen Kritik am jetzigen Ortsbürgermeister: So ließ Timo Degen Zweifel durchblicken, ob sich die betroffenen Grundstückseigentümer nicht doch hätten überzeugen lassen. Mehrheitlich beschloss der Rat, das Projekt einzustellen.