Kreis Germersheim Schwanenweiher in Germersheim: Kalt genug zum Schlittschuhlaufen?
Auf dem Schwanenweiher und auf den Baggerseen bilden sich bei Dauerfrost Eisflächen. Um mit mehreren Personen gefahrlos eislaufen zu können, soll das Eis auf dem Schwanenweiher mindestens zwölf Zentimeter stark sein. Beim Betreten des Eises ist viel zu beachten.
Wegen der eisigen Temperaturen in den vergangenen Tagen ist der Schwanenweiher in Germersheim zugefroren. Auch für den Rest der Woche ist Frost angesagt. So erscheint die Aussicht auf Schlittschuhlaufen sicher vielen verlockend. Doch beim Betreten einer Eisfläche ist vieles zu beachten, damit es nicht zu Unfällen kommt. Thomas Nährig, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Germersheim, hat dazu einige Sicherheitstipps. Nährig würde zum Schlittschuhlaufen klar den Schwanenweiher bevorzugen, da dieser weit weniger tief als der Baggersee ist, dessen Maximaltiefe zehn Meter beträgt. Sollte man sich alleine auf dem Eis bewegen, würde beim Schwanenweiher eine Eisdicke von acht Zentimetern ausreichen. Wenn ihn mehrere Personen gleichzeitig nutzen, was Nähring für wahrscheinlich hält, müsse er mindestens zehn bis zwölf Zentimeter dick zugefroren sein. Außerdem sollte es, bevor man das Eis betritt, bereits mindestens vier bis fünf Tage richtig kalt gewesen sein. Dann könne man am Wochenende erstmals das Eis testen. „Sobald es aber irgendwie knackt, das Eis sofort verlassen“, rät Nährig. Gefährlich werde es auch, wenn die Temperaturen wieder steigen. „Die Eisflächen verlieren schon bei leicht erhöhten Temperaturen schnell an Tragfähigkeit“, gibt der Wehrleiter zu bedenken. Da in manchen Baggerseen ein Ablauf angelegt ist, kommt es in diesem Bereich unter dem Eis zu Bewegungen des Wassers. Deshalb sollte das Eis im Baggersee Germersheim zur Sicherheit mindestens 15 bis 20 Zentimeter dick sein, rät Nährig. Sollte es trotzdem zu einem Unfall kommen, müssen Eingebrochene möglichst ruhig bleiben. „Nach Hilfe rufen und nicht viel strampeln“, meint Thomas Nährig. Durch zu viel Bewegung verliere man schnell an Kraft. Wenn Hilfe in Aussicht sei, solle man daher lieber ausharren. Ansonsten müsse man versuchen, sich nach Möglichkeit an etwas festzuhalten, da die Gefahr besteht, unter das Eis gezogen zu werden. Dazu böten sich die Bruchkante des Eises oder vom Ufer herabhängende Äste an. Sollte man sich doch selbst aus dem Eis befreien können, müsse man sich unbedingt flach aus dem Wasser herausziehen. Niemals sollte man in so einem Fall versuchen, auf dem Eis zu stehen oder zu gehen. Das gilt auch für Leute, die einem Eingebrochenen helfen möchten. Diese sollten zuerst einen Notruf absetzen und prüfen, ob Leute in der Nähe sind, die man um Hilfe bitten könnte. Dem Eingebrochenen dürfe man sich nur nähern, wenn das Eis nicht bröckelt und unbedingt Rettungswerkzeug dabei haben. Dazu eignen sich Bretter, auf denen man über das Eis kriechen kann oder eine Leine, um sie der Person zuzuwerfen. In früheren Jahren habe die Feuerwehr immer wieder Fälle mit Einbrüchen auf dem Eis gehabt, „aber ohne tödlichen Ausgang und schwere Verletzungen.“ Bei entsprechendem Wetter übt die Feuerwehr den Einsatz auf dem Eis mit wärmenden Neoprenanzügen. Um eine Alternative zu schaffen, hat es 2009 bereits den Versuch gegeben, den Graben im Stadtpark Fronte Lamotte zu fluten und gefrieren zu lassen. Vandalismus an der Eisfläche bereitete dem jedoch ein Ende. Derzeit wird am Baggersee eine Fläche modelliert, die im nächsten Winter bei entsprechenden Temperaturen gefroren werden kann. „Dort wird das Eislaufen sicherer als auf dem See sein“, erklärt Bürgermeister Marcus Schaile (CDU). Die Arbeiten sollen im Frühsommer beendet sein.