Kreis Germersheim / Kandel
Schulen werden später fertig und teurer
Für die Verzögerungen nicht nur beim Kandeler Schulbau-Projekt gebe es zwei Hauptgründe: Corona und Baustoffmangel. „Wobei“, so Gauly, „auch beides miteinander zusammenhänge“. Coronabedingte Personalausfälle hätten sowohl in der Lieferkette als auch auf den Baustellen selbst für Unterbrechungen gesorgt. Als Beispiel nannte er ausgefallene und um Wochen verschobene Estricharbeiten, die alle Folgearbeiten noch weiter verzögerten, weil die Firmen der folgenden Gewerke ja dann schon bereits anderswo Aufträge hätten.
Negative Begleiterscheinung zudem: Materialknappheit treibe die Preise in die Höhe. Diese Baupreissteigerungen haben laut Gauly auch schon zu juristischen Auseinandersetzungen geführt, da sich Firmen wegen dieser so nicht planbaren Kostensteigerungen nicht mehr an ihre Angebote gebunden fühlten.
Kreistag wird informiert
Wie sich die Verzögerungen in Kandel und an den weiteren Schulbauprojekten des Kreises in klingender Münze ausdrücken, will Gauly errechnen lassen und den Kreistagsmitgliedern in der letzten Sitzung vor den Sommerferien Sitzung am 12. Juli in der Germersheimer Stadthalle mitteilen.
Der Zeitplan ist also dahin, der Finanzplan bereits seit Sommer 2020 gesprengt. Die Schule wird aller Voraussicht nach 20,4 statt der bisher angenommenen 19,3 Millionen Euro kosten. Das sagte Marion Leiner von der Kreisverwaltung im August vergangenen Jahres. Dazu kommen jetzt noch die von Michael Gauly angekündigten coronabedingten Kostensteigerungen.
Baubeginn war 2019
Die IGS Kandel wurde geschlossen, weil bei Statikarbeiten für eine geplante Aufstockung im Jahr 2012 gravierende Mängel beim Brandschutz festgestellt worden waren. Seit Januar 2013 werden Schüler der IGS teilweise in Containern unterrichtet. Dem aktuellen Neubau war ein jahrelanger Streit zwischen Kreis und Land über dessen Notwendigkeit vorausgegangen. Letztlich stimmte das Land dem Neubau als wirtschaftlicherer Alternative zur Sanierung zu. Baubeginn für die neue Schule, die nach ihrer ersten Planung einmal 14 Millionen Euro kosten sollte, war schließlich 2019.