Rülzheim / Germersheim
Schulen sehnen Ferien herbei
Die Weihnachtsferien werden nicht verlängert, entschied diese/letzte Woche die Landesregierung. An den Schulen der Region bangt man jetzt, die Tage bis 23. Dezember noch gut zu überstehen.
„Eine Verlängerung der Ferien wäre von unseren Kollegen sehr begrüßt worden“, sagt Schulleiter Alexander Ott an der Berufsbildenden Schule (BBS) Germersheim/Wörth. Unter den Lehrkräften macht sich zum Ende dieses nicht einfachen Jahres Erschöpfung breit. Und die ständige Möglichkeit, dass „was passieren“ kann, zehrt an den Nerven. Wenn etwa in einer Klasse ein erhöhtes Infektionsgeschehen auftauchen würde, könne die BBS so wie jede andere Schule individuelle Lösungen angehen und beispielsweise einzelne Lerngruppen aufmachen, die dann, teilweise oder komplett, im Homeschooling unterrichtet werden können. Unterschwellig wird so ein Szenario derzeit bei allen Planungen mitgedacht. Dass die gesamte BBS in dieser vierten Welle geschlossen werden könnte, sieht Ott nicht. Momentan läuft Präsenzunterricht mit den jeweiligen Einschränkungen, was bis zu den Ferien so bleiben wird. Sieben positive Fälle hat die BBS gegenwärtig. Bei rund 1800 Schülern insgesamt ist das, wie Ott meint, noch überschaubar.
An der Richard-von-Weizsäcker-Realschule plus in Germersheim fehlen aktuell – die Zahlen schwanken – 10 bis 12 Prozent der Schüler. „Diese verteilen sich auf alle Klassen, wobei immer wieder einzelne Klassen stärker betroffen sind“, sagt Schulleiter Johannes Müller. Die Unterrichtsorganisation richtet sich nach den aktuellen Regelungen des Hygieneplans. „Die Maskenpflicht ist dabei elementarer Bestandteil und wird durch die Schülerinnen und Schüler akzeptiert“, so Müller. Es würden auch regelmäßige Maskenpausen zur Entlastung durchgeführt.
Einige ltern schicken Kinder wegen Maskenpflicht nicht in die Schule
In punkto Maskenpflicht wird den Schulen einiges abverlangt und es gehört pädagogisches Geschick dazu, mit dem Thema Masken nicht unnötige, vermeidbare Konflikte aufkommen zu lassen, die negativ auf die Entwicklung der jungen Menschen wirken könnten. Es gibt Eltern, die ihren Kindern nicht erlauben, Masken zu tragen. Schulleiter Jürgen von Randow von der Integrierten Gesamtschule (IGS) Rülzheim berichtet von zwei solchen Fällen an seinem Haus.
„Aufgrund der Gesetzeslage lassen wir diese Kinder nicht in die Klassen“, sagt von Randow, „aber die Kinder werden von uns aus in der Bringschuld versorgt.“ Das heißt, die Eltern müssen bei der Schule anrufen und die Schule liefert dann Unterrichtsmaterial und Stoff zum Nacharbeiten. Bei Klassenarbeiten kommen die Kinder zur Schule und sitzen entweder allein, in separatem Raum oder draußen im Freien, um die Tests zu schreiben. Vorgezogene Ferien wären auch an der IGS willkommen gewesen. „Wir fahren seit Wochen am Limit“, sagt von Randow: „Wir haben im Kollegium mit 12 Prozent gerade einen sehr hohen Krankenstand.“ Eine Impfpflicht würde von Randow persönlich sehr begrüßen. Er hofft, dass alle Lehrkräfte, die sich jetzt um eine Boosterimpfung bemühen, diese auch möglichst bald bekommen.
Zweites Lehrerzimmer soll mehr Abstand ermöglichen
„Das Impfangebot wird gerne und rege angenommen“, meint Johannes Müller von der Richard-von-Weizsäcker-Realschule plus. „Viele Kolleginnen und Kollegen haben bereits ihre Boosterimpfung erhalten, etliche weitere haben bereits Termine vereinbart.“ Das Lehrpersonal erhält Masken (OP/FFP2) und Desinfektionsmittel sind ebenfalls verfügbar. Um mehr Abstände, wie etwa in den Pausen, zu ermöglichen, wurde temporär ein zweites Lehrerzimmer geschaffen.
Erschwerte Bedingungen herrschen derzeit auch beim Schulsport. Vieles findet an der frischen Luft statt. Wenn das die Witterung nicht zulässt, geht es in die Halle, selbstverständlich mit Masken, so wie es der Leitfaden für den Schulsport vorschreibt. Mit Augenzwinkern zitiert Alexander Ott, dass man für drinnen „niederschwellige Angebote ohne höhere Intensität“ bereithält. Corona hat so manche Widersprüchlichkeit mit sich gebracht und das hier ist nochmal so eine: Sportlehrer, die ihren Schülern zurufen, dass sie sich nicht zu sehr anstrengen sollen…