Kreis Germersheim
Schulen auf Lüften vorbereitet
„Vor Corona waren in den meisten Klassensälen aufgrund der Vorgaben des Unfallschutzes nur wenige Fenster (teilweise nur ein Fenster) öffenbar“, schreibt die Kreisverwaltung auf RHEINPFALZ-Anfrage. In der Regel war immer das Fenster am Pult zu öffnen, „welches vor, während oder nach dem Unterricht vom Lehrer geöffnet wurde“. Mit Beginn der Corona-Krise habe die Kreisverwaltung in Zusammenarbeit mit den Schulen die Anzahl der öffenbaren Fenster je Klassensaal erhöht. Die Lehrer verfügen über zusätzliche „Fenstergriffe“, mit denen weitere Fenster geöffnet werden können, um ein coronakonformes Lüften zu ermöglichen.
Das ist auch in der Germersheimer Richard-von-Weizsäcker-Realschule so. In den meisten Klassenzimmern ist normalerweise nur das Fenster am Pult zu öffnen. „Alle anderen haben keine Griffe oder sind nur zu kippen“, sagt Schulleiter Johannes Müller. Aus Unfallschutzgründen. Um Stoßlüften zu ermöglichen, seien seit Schuljahresbeginn alle Lehrer mit einem Universal-Griff ausgerüstet. Während des Unterrichts soll alle 20 Minuten für drei- bis fünf Minuten gelüftet werden, außerdem davor und danach. Die Aufsichtspflicht müsse gewährleistet sein. Es müssen noch Detailfragen geklärt werden, etwa wer nach Schulschluss die Fenster schließt, so Müller. Oder ob man an der Sitzordnung in den Sälen schrauben müsse. „Jeder Mensch hat ein anderes Wärmeempfinden“, sagt der Schulleiter. „Wir müssen von Klasse zu Klasse schauen, wie sich die Situation verhält.“ Eine Lüftungsanlage gibt es seiner Aussage zufolge nur in der Sporthalle.
Bei geplanten Sanierungen sollen Lüftungsanlagen eingebaut werden
Umbauarbeiten wegen der Corona-Pandemie gab es laut Kreisverwaltung an den Schulen keine. „Nur in der Förderschule in Rülzheim wird in den kommenden Wochen in der Sporthalle ein zusätzliches Fenster zu besseren Belüftung installiert.“ Lüftungsanlagen werden bereits in mehreren Schulen eingesetzt. Zum Teil wurden Lüftungsanlagen auch „nur“ in Schultrakten eingebaut. Es handele sich dabei sowohl um zentrale als auch dezentrale Lüftungsanlagen.
Die Realschule Kandel verfügt im Neubau über eine Lüftungsanlage, in der IGS Rheinzabern (Neubau) sowie in der IGS Rülzheim wurden ebenfalls Lüftungsanlagen eingebaut. An der IGS Wörth verfügt die Mensa über eine Lüftungsanlage. Das Europa-Gymnasium Wörth (K-Bau) befindet sich derzeit im Umbau und erhält ebenfalls eine Lüftungsanlage (dezentral). Auch bei der Sanierung der Geschwister-Scholl- Realschule ist eine Lüftungsanlage eingeplant. Diese wird ebenfalls dezentral ausgeführt. Im Bau befindet sich zudem die IGS Kandel (Neubau) mit dezentraler Lüftungsanlage. Auch bei den geplanten Sanierungen der Gebäude der Berufsbildenden Schule sollen Lüftungsanlagen eingebaut werden.
Land stellt bis zu 6 Millionen Euro für Lüftungsgeräte bereit
An der Realschule plus in Lingenfeld gibt es keine Lüftungsanlage. Nur im Vorbereitungsraum zum Chemiesaal, sagt Petra Leuthner von der Schulleitung. Das sei Vorschrift. Ein bis zwei Fenster seien bisher in den Sälen zu öffnen gewesen. Die Lehrer hätten nun alle Griffe, um mehr Fenster öffnen zu können. Dies dürfe jedoch nur unter Aufsicht geschehen – wegen des Unfallschutzes. Verlasse ein Lehrer den Raum, müssten die Fenster deshalb geschlossen werden. Bisher sei die Schule von Eltern bei ihrem Bemühungen im Kampf gegen Corona unterstützt worden. Bei einem Wechsel der Ampel auf Rot könne es auch auf einen Wechsel von Fern- und Präsenzunterricht kommen. Schüler und Lehrer seien inzwischen gut vernetzt.
Das Land stellt bis zu 6 Millionen Euro für Lüftungsgeräte bereit – für Schulen, in denen Klassenzimmer nicht gut belüftbar sind. Der Landkreis kann Geld nur aus diesem Topf abrufen, wenn es Klassenzimmer gibt, die die Voraussetzungen für die Förderung erfüllen. Laut Kreis muss erst eine Bestandsaufnahme erfolgen.
In allen Schulen ist laut Kreis ein coronakonformes Lüften möglich. Landrat Fritz Brechtel betont, dass auf dieses Thema ein besonderes Augenmerk gelegt wurde, „denn uns ist natürlich daran gelegen, solange irgendwie möglich, den Präsenz-Schulunterricht aufrechtzuerhalten“. Brechtel appelliert an alle und die Schulgemeinschaften, sich an die Hygienevorschriften und Lüftungskonzepte zu halten. Er bitten insbesondere Schüler: „Helft gemeinsam mit den Lehrkräften mit, dem Virus keine Chance zu geben.“ An der Schule und auch im privaten Bereich sollte sich an die Regeln und Hygienevorschriften, an Abstand und das konsequente Tragen von Masken gehalten werden.