Kreis Germersheim Schule für Kinder, Hilfe für Frauen

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Den Frauen in der Gemeinde rund um die Kwa-Moyo-Schule geht es schlecht. „Sie tragen die gesamte Last,“ sagt Mara Bossert aus Steinweiler. Gerade ist sie zurück von ihrer Reise in den Osten Ugandas, in die Region Mbale, wo der Verein „Kwa Moyo – Hilfe mit Herz für Kinder in Uganda“ ein Bildungszentrum errichtet. Den Verein gründete Bossert mit ihren Unterstützern vor drei Jahren selbst.

Viele der Frauen, deren Kinder die Kwa-Moyo-Schule besuchen, leiden unter Gewalt, Polygamie, fehlender sexueller Selbstbestimmung und bitterer Armut. Margrets Mann beispielsweise möchte ihre Kinder aus erster Ehe nicht versorgen. Um die drei Kleinen trotzdem weiter ernähren zu können, kauft Margret hinter dem Rücken ihres Ehemannes ein Stück Land, um dort Gemüse anzubauen. Tragischerweise kommt er dahinter, verkauft das Land und setzt den Gewinn in Alkohol um. Immer häufiger misshandelt er Margret und ihre Kinder. Nur weil Margrets Tochter Angel die Schule von Kwa Moyo besucht, hat sie ihren Ehemann noch nicht verlassen. Über ihre Probleme zu Hause sprechen konnten die Mütter der ersten 31 Kwa-Moyo-Schüler, die seit Februar eine Chance auf Bildung bekommen, zum ersten Mal in der Kwa-Moyo-Frauengruppe. Diese soll die Situation der Frauen in der Umgebung verbessern. Es wurden Workshops über Pilzzucht oder Seifenherstellung gegeben. Die beteiligten Mütter betreiben eine erfolgreiche Gemüsezucht, wovon ihre eigene Familie sowie die Schulküche profitiert. Mittlerweile konnte die Kwa-Moyo-Schule 34 neue Schüler aufnehmen. Sie sind der zweite Jahrgang an dem Bildungszentrum. Schon im vergangenen Jahr ist viel passiert: ein Brunnen auf dem Gelände von Kwa Moyo wurde gebaut, sodass jetzt etwa 1000 Menschen in der Nähe Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Am 1. Dezember beteiligte sich der Verein am Welt-Aids-Tag. Über die Organisation The-Aids-Support-Organisation wurden in der Schule kostenlose HIV-Schnelltests und Beratungsgespräche angeboten. Ungefähr 400 Menschen aus der Gemeinde nahmen an der Veranstaltung teil und ließen sich auch testen. Fast jede Familie in Uganda ist in irgendeiner Form von HIV betroffen. Besonders erfreulich ist es mit anzusehen, wie viel die Kwa-Moyo-Schüler im vergangenen Jahr gelernt haben, schwärmt Bossert. Die kleinen Jungen und Mädchen, die vor einem Jahr nicht ein einziges Wort Englisch verstanden, schreiben bereits Briefe mit ganzen Sätzen an ihre Paten in Deutschland oder sagen fehlerfrei Gedichte auf. Um finanzielle Unterstützung der Regierung Ugandas zu erbitten, wurde vor kurzem der Entwurf eines Fünfjahresplans für Kwa Moyo erstellt. Mit dem Hauptaugenmerk auf Bildung, Gesundheit, Bewusstseinsbildung in der Gemeinde und einer nachhaltige Verbesserung der Lebensumstände der Familien soll in den nächsten fünf Jahren die Lebensqualität von mindestens 50 Prozent der Kinder und deren Familien im Kreis Bukiyende verbessert werden. Um aber Frauen wie Margret zu helfen, braucht Kwa Moyo noch Vereinsmitglieder in Deutschland, mit deren finanziellem Beitrag zum Beispiel weitere erfolgreiche Projekte der Frauengruppe durchgeführt werden können. Spenden —Konto VR Bank Südpfalz, Iban DE29 548 625 00 000 297 3138, BIC GENODE61SUW —Info: www.kwa-moyo.de

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