Kreis Germersheim Schneller pumpen als Wasser nachfließt

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Die wahre Gefahr kommt von hinten. Mehr als 50 Bürger waren gestern bei der Informationsveranstaltung im Leimersheimer Pumpwerk, wo dessen Aufgaben und Funktionsweisen erklärt wurden. „Ohne die Pumpwerke würden wir in unserer Region versumpfen“, brachte Reinhard Scherrer (Hagenbach), die Aufgabe der Pumpen auf den Punkt. Sie transportieren das (Hoch-)Wasser der sogenannten Vorfluter Michelsbach, Queich, Klingbach, Otterbach, Erlenbach, Hainbach, das von der Haardt kommt, über den Damm in den Rhein.

Scherrer

, Vorsitzender des Entwässerungsverbandes Obere Rheinniederung, wies darauf hin, dass die Grundwasserproblematik, mit der auch in Leimersheim Bürger zu kämpfen haben, nicht über die Pumpwerke zu lösen sei. Es liege nicht, wie ein Bürger kritisierte, an mangelnden Pumpenlaufzeiten, wenn Grundwasser in die Keller laufe. Die Pumpenlaufzeiten seien seit 30 Jahren gleich geregelt. Die Ein- und Ausschaltpunkte richten sich nur nach den Pegelständen der Vorfluter und des Rheins. Scherrer: „Der Grundwasserstand ist allein witterungsabhängig.“ Jürgen Decker von der SGD Süd, die für den Hochwasserschutz in der Pfalz zuständig ist, erläuterte den Zusammenhang der Schöpfwerke entlang des Rheins. Für Leimersheim ist demnach das Schöpfwerk Sondernheim Süd wichtig, mit dem im Verband gepumpt wird. „Sondernheim liegt am tiefsten Punkt, dort läuft alles Wasser hin“. Entsprechend stark sind die Sondernheimer Pumpen. Während Leimersheim maximal 6,6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde zuliefert, schafft Sondernheim über 18 Kubikmeter Wasser pro Sekunde über den Damm in den Rhein. Dem Leimersheimer Pumpwerk kommt bei der Planung des Rückhalteraumes für Extremhochwasser in der Hördter Au (wir berichteten mehrfach) eine besondere Rolle zu. Deshalb, so Bürgermeister Matthias Schardt (CDU), habe er Bürger eingeladen, sich ein Bild von der Anlage zu machen, die in Zukunft doppelt so groß werden soll. Hintergrund sind die Wassermassen, die sich bei einem Einsatz des Rückhalteraumes sammeln und die vor allem über den Michelsbach zurück nach Leimersheim drücken würden. „Wir sind das Leben mit Wasser am Wasser gewohnt“, so Schardt. „Und manchmal im Wasser.“ Die Bürger sollen entsprechend wissen, wie es mit der Sicherheit vor Überschwemmungen aussieht, wenn der neue Reserveraum kommt. Eine absolute Sicherheit gebe es aber nicht. Das sagte der technische Betriebsleiter des Entwässerungsverbandes, Wolfgang Reichelt. Gegen Stromausfall und technisches Versagen sind die Pumpen laut Reichelt mit mobilen Generatoren und mobilen Pumpen abgesichert. Aber wenn mehr Wasser herunterkommt, als die Pumpen wegschaffen können und das noch über einen längeren Zeitraum, dann sei Land unter. |tom

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