Kreis Germersheim Schnäppchen für den guten Zweck

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Schon vor Eröffnung des Basars des Lions Club Wörth-Kandel wartete eine große Menge Schnäppchen-Jäger draußen vor der Kandeler Bienwaldhalle. Als pünktlich um zehn Uhr die Türen öffnen, beginnt der Run auf E-Gitarren über Wasserpfeifen bis hin zu Kerzenständern, Büchern, Inlinern, Puppen, Kameras und natürlich Kleidung.

Stellenweise brechen regelrechte Kämpfe um die besten Angebote aus. Mit Tunnelblick stürzen sich Kunden auf die Auslagen. Das Warenangebot lässt kaum Wünsche offen: „Das Niveau des Lions Club Basar ist höher als auf anderen Flohmärkten“, sagt Wolfgang Lichtner. Man finde hier weniger Ramsch und Kitsch, meint er. Durch die Gänge muss man sich schieben. Den Satz „Oh Entschuldigung, war keine Absicht“, hat man stets auf den Lippen. Besonderes Gedränge herrscht an den Tischen, die mit „Nippes“ beschriftet sind. Gestöbert wird hier in Bergen von Ringen, Armreifen oder Ketten. Ganz schön anstrengend hier das passende Stück zu finden. Sind die meisten Besucher mit einem Buch wie „Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel, einem Druck von Carl Spitzweg oder doch lieber einem Vintage-Kleidungsstück aus Omas Schatzkiste zufrieden, so kann Peter Kreuter heute nicht fündig werden: Seine Ansprüche sind allerdings auch ziemlich speziell. Er baut an einer Modelleisenbahn-Landschaft und sucht hierfür Bücher über Eisenbahnstrecken in Japan. Schließlich soll sein Modell authentisch sein. Da muss man schon sehr umfassend recherchieren. Für die Verkäufer an den wohlsortierten Ständen ist der Käuferansturm nichts Außergewöhnliches. „Business as usual“, sagt Anke Pfahl. Anette Riedel, die eben noch eine Diddl-Kuscheltier-Maus an eine junge Kundin verkauft hat, ist sich sicher, dass der Ansturm in diesem Jahr noch etwas höher ist als im vergangenen. Riedel muss es wissen. Sie ist schon seit den Anfängen dabei, zum einundzwanzigsten Mal. Die Verkäufer an den wohlsortierten Ständen sind Mitglieder des Lions Club Wörth-Kandel. Unterstützt werden sie von weiteren Angehörigen des Clubs aus Germersheim. Auch alle Teile, die zum Verkauf stehen, stammten aus den Haushalten von Lions-Club-Mitgliedern oder deren Freunden und Bekannten, erklärt Ernst Wünstel vom Lions Club Wörth-Kandel. „Der Erlös aus diesem Jahr kommt der Wörther Tafel zugute“, sagt Wünstel. Das meiste, was heute nicht verkauft werden kann, werde von den Mitgliedern oder im Lager der Lions eingelagert und bis zum nächsten Jahr aufgehoben. Was an Kleidung liegen bleibt, erhalte die Kleiderkammer des Roten Kreuzes in Wörth. Nach all dem wühlen und feilschen ist es an der Zeit, die Markthalle zu verlassen und draußen im Foyer ein mächtiges Stück Schwarzwälder Kirschtorte zu essen und eine Tasse Kaffee zu Trinken. Geöffnet ist der Basar 15 Uhr. Genug Zeit also, noch ein paar schöne Teile zu ergattern. Dann vielleicht mit weniger Nebenbietern. Der Basar des Lions Club ist eben offensichtlich schon lange kein Geheimtipp mehr. (ekx)

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