ZEISKAM
„Schicke Markthalle“: Mitnehm-Angebote zum Corona-Lockdown
Noch immer ist Kürbiszeit und die leckeren Hokkaidos wachsen bei Familie Schick direkt vor der Haustür. Hier werden sie geerntet und verarbeitet. Die Schicks putzen das Gemüse und stellen es zu Fertiggerichten zusammen, die man portionsgerecht abgepackt für die schnelle Küche daheim mitnehmen kann. Mit Rosenkohl, Wirsing oder Wurzelfrüchten verfahren sie genauso. Was bei ihnen nicht wächst, holen sie von Lieferanten der umliegenden Dörfer.
Schnell und gesund
„Unser Angebot ist vor allem für Kunden, die nicht den halben Tag Zeit fürs Kochen haben, sich aber trotzdem gesund ernähren wollen“, sagt Jutta Schick und zeigt auf die vakuumierte Packung mit der Gemüsemischung für eine Kürbissuppe. Darin der besagte Hokkaido, kleine Kartoffelstückchen, Zwiebel und mehr – alles schön klein gewürfelt. Gerade für das Kleinschnippeln fehlt es vielen zuhause und unter der Woche an Zeit. Genau dann schlägt die Stunde des Convenience-Food, was übersetzt so viel bedeutet wie „bequemes Essen“. In Plastik abgepackt erfreut es sich in den Kühlregalen der Supermärkte in den letzten Jahren großer Beliebtheit. Saisonaler Convenience-Food aus der Region wie bei den Schicks in Zeiskam allerdings ist etwas Besonderes.
Ursprünglich eine Notlösung
Etwas abgelegen bei den Aussiedlerhöfen hatte die Mutter, Inge Schick, vor nunmehr zehn Jahren das „Schicke Lädl“ eröffnet. Nicht zuletzt war das eine Notlösung. Denn ursprünglich als Gemüseanbauer war das Familienunternehmen auf das Zuliefern für Großmärkte und Discounter konzentriert. Die Preise dafür wurden jedoch derart gedrückt, dass es sich nicht mehr rechnete. Zudem war die Qualität der handgeernteten Produkte sehr hoch.
Das Gemüse der Schicks war im Grunde genommen viel zu schade für den Discountermarkt. Deshalb probierte es die Mutter 2010 mit einem kleinen Hofladen, was prompt ein Erfolg wurde. Das Angebot wird bis dato stark an dem orientiert, was die Kunden nachfragen. Feinkostsalate mit Dressings sind bis heute der große Renner.
Weil das Konzept so gut ankam, vergrößerte der Familienbetrieb unter Geschäftsführung von Juttas Bruder Thomas Schick seine Aktivitäten und eröffnete vor drei Jahren die „Schicke Markthalle“, in der das Lädl integriert ist. Eigentlich sollten hier auch eine Metzgerei und Bäckerei miteinziehen. Das klappte so jedoch nicht. Aber immerhin beliefert ein Metzger die Markthalle und ein Bäcker verkauft Freitag vormittags aus dem Wagen heraus. Für Zeiskam ein Gewinn.
Breites Sortiment
Im Lädl ist seitdem dank Zulieferungen vom Mannheimer Großmarkt ein breit angelegtes Sortiment zu haben. „Niemand soll wegen einer Zitrone noch mal woanders einkaufen müssen“, sagt Jutta Schick. Dekorativ ausgestaltet wird die Markthalle von einer Floristin, jetzt in der anstehenden Adventszeit mit weihnachtlichen Kränzen, Gebinden und Accessoires.
Weil durch die Demontage der Packmaschine viel neuer Platz entstand, öffnete 2018 auch noch das „Schicke Café“, das mit Unterstützung von EU-Geldern für regionale Entwicklung sogar barrierefrei ausgebaut werden konnte. Kinderwagen, Rolli und Rollator haben freie Fahrt. Das Café haben Kunden gern genutzt, um nach dem Einkauf noch ein bisschen zu verweilen, Kaffee zu trinken oder auch einen Snack zu sich zu nehmen. Wegen Corona fällt das derzeit aber alles flach. Und trotzdem schauen die Schicks mit kulinarischem Optimismus in die Adventszeit.
Denn während im Lock-Down die Gaststätten geschlossen haben, ist in Corona-Zeiten die schnelle Küche zuhause besonders gefragt. „Wir haben unser Mitnehm-Angebot erweitert“, sagt Jutta Schick. Von Freitag bis Samstag gibt es das „Feierownd-Essen“, das man vorbestellt und dann jeweils ab 18 Uhr abholen kann. Auf www.schickes-laedel.de findet man hierzu die aktuelle Speisekarte. Das Lädl hat zu Corona-Zeiten nach wie vor geöffnet. Im Advent findet man dort jetzt auch Weihnachts-Deko. Die allerdings ist schon fix und fertig – und muss nicht als Convenience zuhause fertig gebastelt werden.