Kreis Germersheim Schaumpartys in „A 65“ sind nun Legende

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„Tür auf. Anlage an. Party.“ Für DJ Muppet war das eine Abfolge, die im „A 65“ in Kandel immer zuverlässig funktioniert hat. „Das war sicherlich die Disco, in der ich am liebsten aufgelegt habe.“ Der 46-Jährige war seit den Anfängen einer der Stamm-DJs in Kandel. Viele Jahre hat er das Party-Geschehen von seinem Pult aus beobachtet, sich aber irgendwann aus dem Rampenlicht zurückgezogen. Sein Kollege DJ Alex Weick legt auch heute noch in Kandel auf: „Ich war von Anfang an dabei und spiele am Samstag die letzte Platte“, sagt der 39-Jährige; nicht ohne Wehmut in der Stimme. Dass das „A 65“ schließt, sehe er mit zwei weinenden Augen. „Das ,A 65’ war der Name überhaupt. Dort zu spielen ...“ Auftritte in Kandel hätten nicht selten weitere Aufträge zur Folge gehabt, sagt Weick. Oder wie er es formuliert: „Freie Auswahl in den anderen Läden.“ Das „A 65“ war für die DJs nicht irgendeine Disco; DJ Muppet bezeichnet sie als „Vorzeigeladen“ und auch Weick sagt, dass es dort Musiktrends ungewöhnlich schnell auf die Tanzfläche geschafft haben. Dass die Disco in Kandel zu solch einer Institution wurde, liegt laut Weick auch daran, dass der Betreiber Stefan Stöber alles für seine Disco getan hat. In Sachen DJs habe er immer versucht, ganz nah am Trend zu sein, sagt Stöber. Deshalb seien langjährige Stamm-DJs wie Alex Weick und DJ Muppet auch die Ausnahme gewesen. Es müsse immer wieder frischen Wind geben. „Wir haben auch junge DJs aus der Region gefördert“, sagt Stöber. Weitere DJs seien von einer Agentur vermittelt worden. Und neben den Resident-DJs, die an den Abenden die drei Musikbereiche des „A 65“ beschallt haben, kamen auch immer wieder aus den Charts bekannte Gäste nach Kandel. Weick erinnert sich noch gut, was ihn vor vielen Jahren, schon bei den Anfängen im „A 65“ beeindruckt hat: „Die Größe, die Bauart, die Lichteffekte ...“. Auf der Suche nach noch mehr beschreibenden Worten landet er schließlich bei einem alles zusammenfassenden „legendär“. Legendär waren für ihn auch die Schaumpartys, die es in keiner anderen Disco in diesen Dimensionen gegeben habe. DJ Muppet erinnert sich besonders gerne an die Kinder-Disco, für ihn der Höhepunkt des Jahres: „Ein dankbareres Publikum gibt es gar nicht.“ Und dann sind da noch die gemeinsamen, die verbindenden Erinnerungen. Nur ein Rolltor trennt zwei der Musikbereiche im „A 65“. Zu später Stunde geht es nach oben auf und so wird aus zwei Bereichen ein riesiger. Die DJs legen dann im Wechsel auf; früher war oft Alex Weick auf der einen Seite und DJ Muppet auf der anderen. Und zwischen ihnen: die tanzenden Massen. Für die beiden DJs schließt nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern ein Ort, an dem sie selbst gefeiert haben. So ganz anders als heute: Damals, als es noch keine Handys gab, keine Internet-Flatrate und kein Facebook. Da musste man noch in die Disco gehen, um Menschen kennzulernen, man bekam nicht vom Streaming-Dienst, sondern vom DJ die neusten Hits zu hören, und nur wer dabei war, war wirklich dabei. Denn Videos und Bildergalerien auf Facebook gab es damals nicht. Im Netz —Nicht nur die DJs erinnern sich; wir haben auch Sie, unsere Leser, gefragt, welche Geschichten Sie mit dem „A65“ verbinden. Und Sie haben geantwortet: per Mail und auf Facebook. Wir haben die Erinnerungen gesammelt und aufbereitet. Alle romantischen, traurigen und skurrilen Erinnerungen finden Sie im Internet unter www.rheinpfalz.de. —Gefeiert wird noch heute und morgen. Einlass ist ab 22 Uhr, alle Infos im Internet unter www.a65.de.

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