Kreis Germersheim Schülerverkehr:

Als Teilnehmer der Veranstaltung habe ich leider recht wenig vom tatsächlich Ablauf in der Berichterstattung (...) wiedergefunden, den angefügten Kommentar dazu als total daneben empfunden. Panik gab es keine und Ratlosigkeit war, wenn überhaupt, nur im Vorsitz der Versammlung zu spüren und zwar immer dann, sobald eine offensichtliche Lücke im Konzept zur Halbwahrheiten beim Beantworten geführt hatte. Aber mal zu den Lücken der Berichterstattung. Das aktuelle Konzept lässt allen Schülern im regulären Terminplan genau 10 Minuten Zeit um den Weg aus dem Bahnabteil bis in den jeweiligen Schulsaal zurück zu legen. Die IGS Wörth allerdings erwarten entsprechend ihrem Konzept, dass ihre Schüler genau zum regulären Ankunftszeitpunkt um 7.55 Uhr der Bahn in der Mozartstraße, bereits im Schulsaal angekommen sind. Dem Landrat war diese Konzept relativ neu, allerdings er hatte davon gehört und deshalb bereits um 5 Minuten Verschiebung des Schulbeginn bei der IGS gebeten. Auch weil er in seinem „Selbstversuch“ über 11 Minuten vom Bahnsteig Mozartstraße bis Schulhof unterwegs war, zwischen 188 aussteigenden Schülern und bis zum Klassensaal gekommen war dabei allerdings nicht, wie er zugab. (...) Die Antwort der Schule zur Verschiebung des Schulbeginn, so der Landrat in der Veranstaltung, stehe noch aus (...). Regelmäßiges zu spät im Unterricht erscheinen ist aus Sicht der Eltern für die betroffenen Kinder vorprogrammiert oder zumindest sehr wahrscheinlich, da die neue Beförderungskette wesentlich komplexer und anfälliger für Verspätungen sein wird. Zum Thema Sicherheit am Beispiel der IGS, die Kinder aus Neuburg werden heute an zwei Bushaltestellen im Dorf aufgenommen und steigen auf dem Schulgelände in Wörth passend zum zeitlichen Konzept der IGS aus. Zukünftig werden die Kinder auch an den beiden Bushaltestellen aufgenommen, mit einem zusätzlichen Bus zum Bahnhof Neuburg gebracht, steigen dort in die Bahn um, bleiben bis zum Hauptbahnhof im Zug, warten dort auf die Pendler aus Richtung Karlsruhe, fahren dann zur Mozartstraße weiter, steigen aus der Bahn aus, machen sich von dort zu Fuß auf die genannten 700 oder auch 800 Meter zu den Schulen auf. Dabei queren sie Überwege sowie Straßen und dieses alltäglich während des laufenden Berufsverkehrs. Es bleibt dem Leser belassen dieses als einen Risikozuwachs an– oder abzuerkennen. Aus der anwesenden Elternschaft wurde eindeutig die Beförderungskette als Sicherheitsaspekt gesehen, nicht der Fußweg und auch nicht die Bahn alleine für sich. (...) Zum Kern des neuen Konzeptes kam der Landrat beim sorgsamen Umgang dem ihm anvertrauten Steuergelder. Von den 2013 verausgabten Mitteln für die Schülerbeförderung in Höhe von zirka 2,1 Mio. Euro könnten 20.000 Euro eingespart werden, allerdings ist dabei der zusätzliche Zugbegleiter ohne Zusatzkosten, der zusätzliche Pendlerbus ohne Zusatzkosten,, etc (...) , alles bereits schon vorhanden und kosten nichts zusätzlich. Zusammenfassend, 1 Prozent angenommene Ersparnis auf die Beförderungskosten eines Jahrs sind meine Erachtens sowieso in der Grauzone der Planungsunsicherheit veranschlagt und sollten nicht zur Akzeptanz eines Risikozuwachs beim Schulweg unserer Kinder im reichsten Land der Erde führen. (...) Mich hat vor allem beeindruckt, dass so wenig auf die Stimmen der zahlreich anwesenden Schüler gehört wurde. An Meldungen hat es nicht wirklich gemangelt und im Grunde sind das doch die wirklichen Betroffenen, die letztendlich die tägliche Situation und deren Folgen erleben müssen. Der Schlusssatz des Landrates hat mir im Bericht auch gefehlt, „der Bus fährt weiter“ waren seine Worte, auch wenn der neue Fahrplan der Bahn am 14. Dezember einsetzt! Mein Vorschlag an die Verwaltung wäre, holt die Schüler und die Schulen an einen Tisch und lasst die zusammen votieren, denn weder die Kosten noch die Sicherheit sind ausschlaggebend und mündig sind unsere Kinder sowie die Schulleitungen zusammen allemal. (...) Am Infoabend der Kreisverwaltung in Neuburg habe ich teilgenommen. Herr Brechtel betonte mehrfach, dass es nicht um die –in den Raum gestellten– 20.000 Euro Ersparnis geht. Mag sein, dass das sogar stimmt, warum sonst konnte auch am zweiten Info-Abend, zu dieser Summe keine klaren Berechnung vorgelegt werden. Entweder dachte man, dass man das nicht nötig hat, den Leuten eine detaillierte Berechnung vor zu legen (...) oder man war nicht in der Lage dazu. Beides ergibt kein gutes Bild. Würde in der Industrie ein solch unfertiges Konzept mit nicht nachvollziehbaren Berechnungen und Verschiebungen vorgelegt, könnte sich derjenige, der dies „erarbeitet“ hat, am nächsten Tag den Hut nehmen und nach Hause gehen. Da hat sich Herr Bartels aus Lauterburg, wie man seinem Leserbrief vom 21. Oktober entnehmen kann, doch schon mehr Gedanken über die Berechnungen gemacht. Wie er, bin auch ich der Meinung, dass die Züge gefüllt werden sollen, egal wie. Dazu verweise ich auf den- in diesem Zusammenhang sehr interessanten Bericht „Länder bangen um Nahverkehr“ vom Samstag, 18. Oktober. Da kommen doch die Kinder gerade recht um die Züge zu füllen. Wie Herr Brechtel auf Nachfrage betonte, sind die Eltern allein verantwortlich für einen sicheren Schulweg. Der Schulweg jedoch wird fremdbestimmt und die Eltern haben keinen Einfluss auf die Sicherheit ihrer Kinder. Leider ist es in den letzten Jahren immer häufiger, auch in ländlichen Regionen, zu vielen persönlichen Übergriffen gegen Kinder gekommen. Da möchte ich Herrn Heck (...) doch einmal mitgeben, dass sich leider auch in Zügen mit Kindern dunkle Gesellen – wie er sich ausdrückt – herumtreiben können. Auch kann es tatsächlich einmal regnen – wie er so treffend feststellt –, es kann auch mal glatt sein oder schneien, dazu das Nadelöhr Überführung, was wiederum den Zeitplan des Fußweges verlängert. (...) Ebenso weist er die Eltern auf Sportdozenten hin, die sich über Kinder beklagen, die sich zu wenig bewegen. Dies alles als „Kommentar“ zu einer Diskussion über einen sicheren Schulweg, wo die Eltern ihre Sorgen und Bedenken zum Ausdruck brachten, ist unqualifiziert wenn nicht gar beleidigend und hat mit dem Thema nichts zu tun. Unsere Enkel zum Beispiel treiben viel Sport, das nehme ich auch von den meisten anderen Kindern an. Ich glaube kaum, dass wir da Belehrungen von Herrn Heck brauchen. (...)