Kandel Schüler malen mit dem Skateboard Kunstwerke

Zur Abschlussfeier traf man sich im Jugendzentrum am Schwanenweiher.
Zur Abschlussfeier traf man sich im Jugendzentrum am Schwanenweiher.

Eines ist ganz gewiss. So schnell werden die 19 Mädchen und Jungen ihr Skater-Projekt nicht vergessen. Und wie man hörte, bedauern es alle nur zu sehr, dass die Zeit so schnell vergangen und die gemeinsame Arbeit nun vorbei ist. Das wurde ganz deutlich bei der Abschlussveranstaltung, zu der man sich eigens im Kandeler Jugendzentrum am Schwanenweiher getroffen hatte.

Das Jugendzentrum liegt ja unweit ihrer Schule, der Realschule plus, und wird auch zukünftig eine Anlaufstelle für Jugendliche sein, wenn sie ihr Können auf der Skaterbahn bei der Bienwaldhalle ausprobieren wollen. Aber der Reihe nach: Im Mai startete man an der Realschule plus ein Projekt, in dem man sich mit Skateboards beschäftigen wollte. Spontan meldeten sich die 19 Mädchen und Jungen aus verschiedenen Klassenstufen, auch ehemalige Schüler waren dabei, die zwischenzeitlich die Berufsschule besuchen und montagnachmittags drei Stunden Zeit hatten.

Die Kunstwerke wurden meistbietend versteigert.
Die Kunstwerke wurden meistbietend versteigert.

Von Anfang an ging es darum, die Jugendlichen selbst stark an der Planung zu beteiligen, Partizipation sollte eingeübt werden, sagt Anke Fichtenkamm. Sie ist als Schulsozialarbeiterin an der Realschule tätig. Zusammen mit Yvonne Kirchhoff, die für die „Familienorientierte Schülerhilfe“ (FOS) zuständig ist, hatte sie das Projekt auch initiiert. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die deutsche Kinder- und Jugendstiftung ermöglichten durch finanzielle Zuwendungen die Aktion unter dem Motto „Bewegung geht raus. Das Zukunftspaket“.

Professionelle Unterstützung

Nach gründlicher Planung fand man in Julio Mondlane aus Karlsruhe professionelle Unterstützung. Bei ihm konnte man lernen, neue Skateboards oder Regalboards sowie Garderoben aus alten Boards zu bauen. Und unter seiner Anleitung wurde dann auch geübt, auf der Skateranlage in Kandel und vor allem auch im Skatepark Karlsruhe. „Die kleine Crew aus Kandel ist dabei über sich hinaus gewachsen“, fand der Skater-Profi.

Nicht alle hatten schon Erfahrung, manche Hürde musste überwunden werden, aber Spaß machte die Sache von Anfang an, wie die Mädchen und Jungen jetzt berichteten. Man traf sich nicht nur montags, sondern auch an sieben Intensivtagen, verteilt auf mehrere Wochenenden. Rafael übernahm es, mit anderen gemeinsam ein Logo für die Gruppe zu entwerfen, und schließlich beschloss man, großformatige Kunstwerke zu kreieren. Natürlich mithilfe von Skateboards, mit denen man durch die Farbe fuhr, so dass ganz wilde Muster entstanden. Skater-Figuren wurden ausgeschnitten und aufgezeichnet. So entstanden die acht Kunstwerke, die jetzt im Juze ausgestellt waren und zu jeweiligen Höchstgeboten versteigert wurden.

19 Jungen und Mädchen unterschiedliches Alters nahmen an dem Skate-Projekt teil.
19 Jungen und Mädchen unterschiedliches Alters nahmen an dem Skate-Projekt teil.

Dafür, dass das gesamte Projekt im Film festgehalten werden konnte, sorgte mit Norbert Lammerts aus Rheinzabern ein Vater. Er hat als Filmemacher einschlägige Erfahrungen und ist auf verschiedenen Kanälen in den bekannten sozialen Medien aktiv. Der Film zeigt eindrucksvoll, mit wie viel Begeisterung die jungen Leute bei der Sache waren. Bei der Präsentation sprach er von „einem fantastischen Erlebnis“. Für ihn und seine Frau sei es „faszinierend gewesen, die Jugendlichen bei der Arbeit wie beim Skaten zu beobachten“.

Skate-Ausrüstung steht immer bereit

Denn Jason etwa berichtete, dass er viele Tricks gelernt habe. Celine fand es toll, wie sie durch die Zusammenarbeit zu Freunden geworden seien und Lena gestand, sie sei „einfach mutiger geworden“. Nicht geplant, sondern ganz spontan, meldete sich am auch Lia aus der 8. Klasse zu Wort. Sie freute sich über den Zusammenhalt in der Gruppe und darüber, dass man nicht mehr gehänselt werde, wenn man sich begegne. Das Selbstbewusstsein der einzelnen Teilnehmer sei durch das Projekt sehr gestärkt worden.

Auch Cornelia Geiser, die Leiterin der Realschule, fand nur lobende Worte für diese Aktion der Schulsozialarbeit, auch auf die große Resonanz bei der Vernissage zur „Skate-Art“. Peter Seibel vom CJD, bei dem die beiden Schulsozialarbeiterinnen beschäftigt sind, hatte mitgeholfen, das Vorhaben zu beantragen. Am Ende durfte Anke Fichtenkamm noch verkünden, dass im Kandeler Juze künftig fünf Skateboards mit der entsprechenden Ausrüstung vorgehalten werde. Wer Lust hat, selbst einmal zu skaten, der kann diese kostenlos ausleihen. Erproben kann er die dann auf der Skateranlage bei der Bienwaldhalle, auf der zwischenzeitlich auf Anregung der Projektteilnehmer ein „vandalismussicherer Aschenbecher“ einbetoniert und ein Schild dazu aufgestellt wurde. Hierfür und für die gute Unterstützung dankte man auch Jürgen Dreisinger vom Facility Management der Verbandsgemeindeverwaltung.

Info

Der Kanal von Norbert Lammerts auf Youtube ist ab sofort unter dem folgenden Link zu erreichen: https://www.youtube.com/c/NoLaOutdoor

Direkt zum Video über das Skaterprojekt gelangt man über den Link: https://youtu.be/kXJosaplPv4

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