Kreis Germersheim Schüler jubeln über neue Uniformen
Die sechsköpfige Reisegruppe der Kandeler Pfarrei „Heilige vierzehn Nothelfer“, die zehn Tage lang in Uganda zu Gast war, ist wohlbehalten zurück nach Kandel gekommen. Mit leichtem Gepäck, sind doch viele Sachen die sich beim Hinflug in den Koffern befanden als Gastgeschenke in Afrika geblieben.
Die Reise haben die sechs Kandeler auf eine Einladung von Pfarrer Emmanuel hin unternommen. Der Pfarrer ist in der Pfarrgemeinde Kandel bestens bekannt, vertritt er hier doch schon seit einigen Jahren Kandels Pfarrer während dessen Urlaub. Von den Kandeler Katholiken und vor allem von deren Sternsingern wird Father Emmanuel, wie er von den rund 56.000 Katholiken seiner Großpfarrei genannt wird, auch bei seinen vielen Vorhaben gerne unterstützt. Nach einem langen Flug mit einem Zwischenstopp in den Arabischen Emiraten landeten die sechs Kandeler auf dem Flughafen der nahe dem Viktoriasees gelegenen Stadt Entebbe. Von dort aus ging’s mit dem Auto nach Kigorobya. In deren Nähe liegt Kitana, der Ort in dem sich Pfarrer Emmanuels große Pfarrei befindet. Für die rund 200 Kilometer die dabei zu fahren waren, brauchten die Besucher rund fünf Stunden. Ähnliches ist ihnen in den nächsten Tagen noch öfters passiert, sind doch viele Straßen lediglich holprige Sand- und Lehmpisten. Untergebracht waren die sechs Gäste aus Deutschland in den Gästezimmern des Pfarrhauses. Es ist dies ein größerer Komplex neben der von Emmanuel erbauen Kirche mit mehreren Häusern, in denen zwei weitere Pfarrer und vier Ordensschwestern wohnen, sowie die Verwaltungsräume, eine Krankenstation und eine Schule untergebracht sind. Von dort aus wurde die nähere Umgebung erkundet. Aufgefallen ist ihnen dabei, dass die Frauen die Hauptlast der anfallenden Arbeiten zu tragen haben, dass aber auch schulpflichtige Kinder ihnen helfen mussten. Als größtes Gastgeschenk hatten die Uganda-Fahrer 9000 Euro mitgebracht, die die Kandeler Katholiken für die in Uganda vorgeschriebene Schuluniform der Kinder in einer von Pfarrer Emmanuel errichteten und immer noch geförderten Schule in seinem Geburtsort Muhorro gespendet hatten. Es ist dies eine siebenklassige Grundschule, die einen weitaus besseren Ruf als die staatlichen Schulen hat. Benannt ist sie nach dem ugandischen Märtyrer St. Charles Lwanga. Stolz trugen die Schüler ihre neuen Uniformen und bedankten sich mit Liedern, gesungen von ihrem Schulchor, für die Spende aus Kandel. Bei einer Besichtigung der Schule und der Unterkünfte für Lehrer und auswärtige Schüler stellte die Gruppe fest, dass das bisher gespendete Geld gut angelegt wurde und noch weiteres benötigt wird. Zu einem Höhepunkt wurde der Besuch bei Bischof Vincent in der Bezirkshauptstadt Hoima zu dessen Diözese Pfarrer Emmanuels Pfarrei gehört. Auf seiner Agenda stehen Bildung und Ausbau der Krankenstationen weit oben. Er setzt sich vor allem für Frauen und Kinder ein, Männer finden Arbeit in von der Kirche betriebenen Fabriken. Zurück in der Heimat stellen die Teilnehmer fest, dass mit dieser Reise wohl der Grundstein zu einer engen Partnerschaft der beiden Pfarreien gelegt wurde. Die Vorhaben von Pfarrer Emmanuel, den sie als einen „Macher“ kennen gelernt haben, sollen weiter unterstützt werden.