Kreis Germersheim Schöpfwerk bei Leimersheim: Mehr Pumpleistung bei Hochwasser

Mehrere Umbauarbeiten sollen den Otterbach fließfähiger machen und ökologisch aufwerten.
Mehrere Umbauarbeiten sollen den Otterbach fließfähiger machen und ökologisch aufwerten.

Der Verbandsgemeinderat Rülzheim hat dem vorgezogenen Planfeststellungsverfahren für den Neubau des Schöpfwerks bei Leimersheim und den Bauarbeiten an Fischmal und Otterbach zugestimmt. Die Planfeststellung kann bis zu einem Jahr dauern. Kies aus dem Fischmal soll in den Altrhein gepumpt werden.

Wie wichtig Rückhalteräume für Extremhochwasser sind, wird angesichts der Unwetter der vergangenen Tage immer deutlicher. Am Dienstag hat der Verbandsgemeinderat Rülzheim dem Planfeststellungsverfahren zum Reserveraum Hördter Rheinaue zugestimmt. Dabei geht es unter anderem um den vorgezogenen Neubau des Schöpfwerks in Leimersheim und der Verbesserung der Gewässerstruktur am Otterbach (wir berichteten).

Landesstraße soll auf Deichniveau angehoben werden

Der Reserveraum für Extremhochwasser Hördter Rheinaue wird eine Gesamtfläche von rund 850 Hektar einnehmen. Da die Entwässerung des Binnenlandes aber gesichert bleiben soll, sind Anpassungen am bestehenden Schutz notwendig. Verbandsbürgermeister Matthias Schardt (CDU) sagte, dass eine der vorgezogenen Arbeiten des Großprojektes der Neubau eines Pumpwerks nahe des alten sein soll. Bisher seien bei Hochwasser 6,6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den Rhein befördert worden, künftig sollen es 14,4 Kubikmeter pro Sekunde sein. Ein großer Vorteil für Leimersheim sei die Schließung der Lücke des Hochwasserdeichs beim jetzigen Pumpwerk. Das Neue soll auf den Deich gebaut und die Landesstraße auf Deichniveau angehoben werden. „Von den Tennisplätzen bis zur ehemaligen Bundeswehr wird die Straße aufgeschüttet“, sagte Schardt. Für den Bau des neuen Schöpfwerks wird auch der Zulaufkanal vom Fischmal zum Pumpwerk angepasst und die hydraulische Leistungsfähigkeit am Zulauf des Fischmals im Süden wiederhergestellt – also ausgebaggert, so dass Wasser besser fließen kann. „Seit 2004 versuchen wir, dass der Schlamm entfernt wird“, sagte Schardt. Nun sei vorgesehen, den Kies unter dem Sand herauszuholen , damit der Schlamm und Sand absinken können. Der gewonnene Kies werde aber nicht abgefahren, sondern an bestimmten Stellen im Altrhein hineingepumpt. An denen sollen sich Schardt zufolge „bestimmte strömungsliebende Fische ansiedeln“. Das Verfahren sei in Neupotz schon einmal erfolgreich angewandt worden. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd werde in Leimersheim im Rat das Verfahren genauer erläutern. Wichtig sei ihm, dass das Ganze nachhaltig ist und der Angelsportverein, der Pächter des Fischmals, keine Nachteile hat.

Kapplach soll vom Otterbach getrennt werden

Damit der Erlenbach in Leimersheim nicht zum Problem wird, soll in Neupotz ein Teilabschlag des Bachs über den Kapplachgraben in den Otterbach erfolgen. Damit es dort keine Probleme gibt, soll es unter anderem eine Überlaufschwelle am rechten Erlenbachufer geben und eine flache Flutmulde parallel zum Ruppertsgraben erstellt werden. In Neupotz selbst soll es eine komplette Trennung des Kapplach vom Erlenbach durch einen Schieber geben. Ebenfalls soll der Kapplach durch einen Schieber vom Otterbach getrennt werden. In Leimersheim soll der Otterbach zwischen seinem Ablauf aus dem Fischmal bis unterhalb der Einmündung des Erlenbachs umgestaltet werden (wir berichteten, siehe Grafik). Vorgesehen ist, dass das Bachbett enger wird und dadurch die Fließgeschwindigkeit erhöht wird. Mit Buhnen und anderen Verschwenkungen soll der Bach ökologisch aufgewertet werden. Zwei vorhandene Schwellen werden ebenfalls entfernt. Roland Eiswirth, Ortsbürgermeister von Kuhardt, ergänzte, dass das benötigte Material für die Anhebung der Landesstraße und den Bau des Schöpfwerks durch die Gemeinden gefahren werde. Wenn nun eine weitere vorgezogene Planfeststellung für die Anbindung der Transportstraße an die B 9 erfolgen würde, würde das die Anwohner entlasten. Diese Bitte wurde dem Ratsbeschluss angefügt.

Das neue Schöpfwerk in Leimersheim soll vier Schnecken zur Wasserbeförderung haben. Die Fotos zeigen Schöpfwerke dieser Art an a
Das neue Schöpfwerk in Leimersheim soll vier Schnecken zur Wasserbeförderung haben. Die Fotos zeigen Schöpfwerke dieser Art an anderen Orten in Deutschland.
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