KANDEL RHEINPFALZ Plus Artikel Sanierung des Bienwaldstadions beginnt

Auch eine neue Tartanbahn bekommt das Außengelände. Veranstaltungen, wie hier die Spaßolympiade der Realschule Kandel 2017, erha
Auch eine neue Tartanbahn bekommt das Außengelände. Veranstaltungen, wie hier die Spaßolympiade der Realschule Kandel 2017, erhalten so ein angemessenes Wettbewerbsumfeld.

Für eine Weile müssen Sportler auf das Bienwaldstadion verzichten. Dafür kann ab Oktober das Vereinsleben mit – sofern die Pandemie das zulässt – sämtlichen Sportveranstaltungen auf einem, nach modernsten Wettkampfrichtlinien sanierten Außengelände stattfinden.

Die Bauarbeiten für die Komplettsanierung des Bienwaldstadions in Kandel sollen diese Woche beginnen. Der Zutritt ist bereits untersagt. Die altehrwürdige Sportstätte ist in die Jahre gekommen, seit dem Bau zu Beginn der 1980er-Jahre wurde nichts mehr verändert. Die Gesamtkosten belaufen sich gemäß Kostenschätzung zum Förderantrag auf knapp 4,4 Millionen Euro. Der Umbau der Tribüne soll gut 3 Millionen Euro kosten, die Installierung der Außenanlagen schlägt mit 1,35 Millionen Euro zu Buche. An Zuschüssen aus Bundesmitteln für Sportstättenförderung fließen 2,8 Millionen Euro.

Außenanlagen werden als Erstes erneuert

Die ursprünglichen Pläne musste man ad acta legen. Es sollte mit der Tribüne begonnen werden, doch hier liegt noch keine Baugenehmigung vor. Deshalb sind zunächst die Außenanlagen an der Reihe, hierzu ist keine Baugenehmigung erforderlich. Den Zuschlag hierfür erteilte der Stadtrat in seiner letzten Sitzung einer Spezialfirma für Sportplatzbau aus Zuzenhausen (Rhein-Neckar-Kreis).

Es wird ein neuer Rasen eingesät, das komplette Wasserrohr- und Drainagesystem neu verlegt. Es entsteht eine Tartanbahn mit modernstem Belag. Sämtliche Einrichtungen für die Leichtathleten wie Fangzaun für die Kugelstoßer oder Wassergraben für die Hürdenläufer werden nach neuesten Wettkampfrichtlinien erneuert.

Saniertes Stadion in der Region konkurrenzlos

Mit der Fertigstellung rechnet Stadtbürgermeister Michael Niedermeier bis Mitte September, so dass der Turn- und Sportverein am 3. Oktober seinen Bienwaldmarathon ausrichten kann. Er sagt: „Die Vereine müssen während der Bauzeit viele Entbehrungen auf sich nehmen, das weiß ich. Doch dafür wird eine Anlage entstehen, die in der Region ihresgleichen sucht. Ich verspreche mir vom neuen Stadion eine hohe Strahlkraft.“

Die Leichtathleten und die Jugendlichen können montags das Wörther Stadion nutzen, die Läufer haben sich schon ihre Routen im Wald ausgesucht. TSV-Präsident Josef Vollmer freut sich: „Es war an der Zeit, dass etwas passiert. Ich bin zuversichtlich, dass wir dann wieder hochkarätige Leichtathletikveranstaltungen wie zum Beispiel die Süddeutschen Meisterschaften oder internationale Juniorenwettkämpfe nach Kandel holen können.“ Die Fußballer können auf dem Kunstrasen nebenan oder auf dem Platz im Stadtteil Minderslachen im Norden der Stadt trainieren. Als Umkleide- und Duschmöglichkeit steht die circa 200 Meter entfernte Bienwaldhalle zur Verfügung, die von den Fußballern in dieser Zeit bevorzugt genutzt werden darf.

Ein moderner Multifunktionstrakt im Innenraum

Bei Spielen des Verbandsligateams könnte es in Minderslachen eng werden, weil die Teams meist mit einem 18-Mann-Kader anreisen und drei Unparteiische die Partien leiten. Christian Burgstahler, Sprecher vom Führungskreis des FC Bienwald, meint: „Wir müssen trotzdem noch ein Gespräch mit der Stadt führen. Wir wissen zum Beispiel noch nicht, wo wir während des Tribünenumbaus unsere Trainingsutensilien aufbewahren sollen.“

In einem zweiten Schritt soll im Innenraum der Tribüne ein moderner Multifunktionstrakt entstehen. Behinderte haben über einen Aufzug Zugang zu den Sitzplätzen. Neben neuen Umkleideräumen für die Spieler soll es auch nach Geschlechtern getrennte Kabinen für die Schiedsrichter geben. Aus einem Verkaufsraum können während der Spiele Speisen und Getränke verkauft werden. Die Leichtathleten erhalten ein Wettkampfbüro, ein gemeinsamer Besprechungsraum ist ebenfalls geplant. Die Hausmeisterwohnung wird nicht mehr vermietet.

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