Kreis Germersheim Südpfalz: Im Notfall stehen alle Notdienste offen
Menschen aus der Südpfalz mit Augenverletzungen sollen sich außerhalb der ärztlichen Sprechstunden an den Notdienst am Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern wenden – so lautet die offizielle Empfehlung der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV). Für Hagenbacher beispielsweise bedeutet dies eine Fahrzeit von 1 Stunde 20 Minuten. Das städtische Klinikum Karlsruhe ist hingegen in einer guten Viertelstunde erreichbar – Staus nicht eingerechnet.
Auch von Rülzheim aus – etwa in der Mitte des Landkreises Germersheim gelegen – sieht die Rechnung nicht viel besser aus: 1 Stunde 11 Minuten nach Kaiserslautern, 22 Minuten ans Karlsruher Klinikum. Aber müssen Südpfälzer wirklich nach Kaiserslautern? – Nein. Von müssen kann keine Rede sein.
„Ausländer“ dürfen nicht abgewiesen werden
„Wir haben in Deutschland die freie Arztwahl“, sagt KV-Sprecher Rainer Saurwein. Bundesländer seien dafür keine Grenzen – eine Erfahrung, die viele beispielsweise im Urlaub schon gemacht haben. Das bedeutet: Jeder darf überall zum Notdienst gehen und niemand darf abgelehnt werden. Dafür gebe es auch keine Gründe. Finanziell sei alles geregelt. Innerhalb eines Bundeslandes schließe die zuständige KV Verträge mit Krankenhäusern ab, wenn diese ambulante Aufgaben übernehmen. Dies sei zum Jahreswechsel in Rheinland-Pfalz bei den augenärztlichen Notdiensten geschehen. Bundesweit sorge ein „Fremdkassenzahlungsausgleich“ dafür, dass die angefallenen Kosten zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen beglichen werden.
Dienste werden länderübergreifend bezahlt
Das bedeutet: Kein Notdienst in Karlsruhe bleibt auf den Kosten sitzen, wenn er Patienten aus der Südpfalz behandelt. Bei normalen Arztbesuchen ist das ja auch keine Frage. Allerdings empfiehlt Saurwein, außerhalb der Sprechzeiten von Augenarzt-Praxen – also abends, nachts, an Wochenenden und Feiertagen – bei leichten bis mittleren Augenbeschwerden den ärztlichen Bereitschaftsdienst aufzusuchen. Im Kreis Germersheim ist der in den Asklepios-Kliniken Kandel und Germersheim zu finden. Die Bereitschaftsärzte können beispielsweise bei einer Bindehaut-Entzündung auch weiterhelfen.
Bereitschaftsdienst ist immer erreichbar
Hilfreich kann auch schon ein Anruf beim Bereitschaftsdienst sein: Unter 116 und 117 (ohne Vorwahl) meldet sich bundesweit der örtlich zuständige Bereitschaftsdienst. Handelt es sich dagegen um eine schwerwiegende Verletzung – beispielsweise einen Splitter im Auge – wird auch der Bereitschaftsarzt den Rettungsdienst (Telefon 110) rufen. Der entscheidet dann wie bei jedem Unfall, wohin er den Patienten bringt, so Saurwein. Ausschlaggebend ist dabei allein das Wohl des Patienten.