Kreis Germersheim Südpfalz aus 600 Meter Höhe bestaunen
. Nur ein paar Meter entfernt von der französischen Grenze, eingebettet zwischen Feldern und Wäldern liegt er, der kleine Flughafen Schweighofen. Das Wetter ist perfekt, die Sonne scheint und nur gelegentlich verdecken ein paar Schleierwolken den strahlend blauen Himmel. Ideales Flugwetter. Und dennoch, als Elke Piepenhagen aus ihrem Auto steigt, kann die gebürtige Kandelerin eine gewisse Anspannung nicht leugnen: „Angst habe ich nicht, aber aufgeregt bin ich schon ein klein wenig!“ Als Verstärkung hat sie ihren Vater mitgebracht. Der soll, wenn nötig, Händchen halten, denn Flugerfahrung hat Elke Piepenhagen nicht. „Ich war nur einmal in einem Flugzeug, aber das ist jetzt auch schon ein paar Jahre her!“ Damals ging es für die 39-jährige Erzieherin nach Wien. Siegfried Piepenhagen ist etwas gelassener als seine Tochter. Immerhin hat er schon ein paar Flüge mehr miterlebt. Stolz berichtet der 67-Jährige von seiner Bundeswehrzeit, während der er mit dem Helikopter regelmäßig abgehoben ist. Seit er weiß, dass er seine Tochter bei dem Rundflug über die Südpfalz begleiten darf, freut sich Siegfried Piepenhagen wie ein kleines Kind. Im vergangenen Jahr hat Elke Piepenhagen beim RHEINPFALZ-Sommerrätsel mitgemacht, als es darum ging Orte im Kreis Germersheim auf Luftbildern zu erkennen. Als Siegerin hat sie den gemeinsam mit dem Aeroclub Schweighofen-Wissembourg ausgelobten Flug gewonnen. „Ich hab noch nie etwas gewonnen und jetzt gleich so etwas Tolles!“, schwärmt die Kandelerin und kann ihr Glück kaum fassen. Mit strahlenden Gesichtern betrachtet sich das Tochter-Vater Gespann einzelne Flieger, staunt über die Fallschirmspringer, die am Himmel ihre Kreise ziehen und sammeln erste Eindrücke. Dann ist es endlich soweit. Michael Erhard, zweiter Vorsitzender des Aeroclubs, begrüßt die beiden Gewinner und zeigt ihnen die Maschine, die er persönlich fliegen wird: eine Cessna mit dem Namen Skyhawks II. Was nun folgt ist Routine: Die Flügel werden gecheckt, die Instrumente geprüft und die Maschine wird betankt. Dann heißt es Platz nehmen. Doch das ist alles andere als einfach. Denn in der kleinen Maschine heißt es ordentlich zusammenrücken, damit auch alle Platz finden. Da werden Sitze verschoben, Beine eingezogen, Taschen verrückt, Jacken wieder ausgezogen und Arme angewinkelt. Nach zehn Minuten ist es geschafft. Nach einem letzten Check der Bordkommunikation rollt die Skyhawks II zur Startposition. Unmittelbar nach der Freigabe durch den Tower beschleunigt die Cessna auf etwa 100 Stundenkilometer und schüttelt ihre Insassen dabei kräftig durch. Immer schneller und schneller, bis sie schließlich abhebt und fliegt. Schnell gewinnt der Flieger an Höhe. Der Boden rückt in weite Entfernung, Menschen, Autos und Häuser werden immer kleiner, sehen aus wie Spielzeug. Doch auch in 600 Meter Höhe kennt Elke Piepenhagen ihre Heimat wie aus der Westentasche: „Da unten ist Freckenfeld und gleich neben der einen Kreuzung steht das Elternhaus meines Opas!“, erklärt die 39-Jährige, die tatsächlich jeden Ort von eben erkennt. Erst recht Kandel, ihre Heimatstadt. „Kandel erkennt man ganz deutlich an den Neubaublocks mitten im Zentrum!“ Dann sagt sie nichts mehr, genießt den ruhigen Flug über ihre Heimat. Es geht über Wörth, Jockgrim, Neupotz und Hördt bis nach Germersheim. Nur über Bellheim wird die kleine Cessna einmal kurz durchgeschüttelt. Aber kein Grund zur Sorge, erklärt Pilot Michael Erhard: „Das sind nur thermische Winde, über die sich die Segelflieger freuen und uns ein bisschen durchschütteln!“ Über Rheinzabern, Winden und Steinfeld geht es wieder zurück nach Schweighofen, wo die Cessna perfekt landet. Doch nicht nur die Landung war perfekt. Nach dem Aussteigen zeigen sich Gewinnerin Elke Piepenhagen und ihr Vater Siegfried hellauf begeistert von einem perfekten Flug über ihre Heimat. „Das war so unglaublich schön! Das werde ich nie in meinem Leben vergessen!“, freut sie sich noch Minuten nach der Landung.