Schwegenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Runde Sache: 33. Schwegenheimer Straßenfest

Feierlaune: In Schwegenheim passten Straßenfest und Fußball-Party unter ein Dach.
Feierlaune: In Schwegenheim passten Straßenfest und Fußball-Party unter ein Dach.

Das Runde muss ins Eckige. Die Faustregel ist vor allem beim Fußball bekannt. Beim Straßenfest Schwegenheim wurde die These ausgehebelt und bewiesen, dass rund und rund sich gleichermaßen gern gesellt.

Der Auftakt des 33. Straßenfestes ging in diesem Jahr mit dem ersten Spiel der Fußball-Europameisterschaft in Deutschland einher. Während sich die Nationalmannschaft in München für die erste Begegnung in der Gruppenphase gegen Schottland warm machte, heizten die Helfer hinter ihren Ständen Bräter, Grill und Ofen vor. Der Ball kam pünktlich ins Rollen und trieb etliche Besucher zur Eröffnung ins Festzelt auf dem Kurt-Kaufmann-Platz.

Beim Reit- und Fahrverein gab’s das Runde in Miniatur: Hackfleisch, Brötchen, Zwiebel, Eier, Gewürze: vermengen, rollen – Treffer, versenkt. Im siedenden Wasser des Kochtopfs. Die Fleeschknepp haben ihr Ziel erreicht. Eine runde Sache hatte auch die Blaskapelle zu bieten. Dort warteten Dampfnudeln auf Liebhaber von Gaumenfreuden. Derartige Besucher gab es zuhauf und sie ließen sich auch durch die EM nicht vom Straßenfestbesuch abhalten.

Dafür gab es auch keinen Grund, denn die Vereine vom Ortskartell waren gut vorbereitet. „Jeder ist selbst für sein Programm verantwortlich“, erklärte der Vorsitzende Peter Becker der RHEINPFALZ das Konzept des Fests. Für den ASV bedeutete das diskussionslos: Fußball ist Pflicht nach dem Anstoß(en) beim Straßenfest. Ein Fernseher wurde aufgestellt. „Wir haben eine Leinwand organisiert“, ergänzte Becker. Im Festzelt wurde diese aufgebaut. Gleich an zwei Stationen konnten die Gäste demnach gemeinsam feiern und verpassten dennoch keinen Ballwechsel der deutsch-schottischen Rasenpartie.

Cocktails und Beerpong

Glück für den Lingenfelder FCK-Fanclub: Von ihrer Straßenfest-Küche aus, in der eine „teuflisch gute Pilzpfanne“ angesetzt wurde, hatten die Ehrenamtlichen direkte Sicht ins Festzelt. Das füllte sich zusehends mit Menschen sowohl mit als auch ohne Deutschland-Trikot, jedoch mit viel Sportsgeist und Leidenschaft für Fußball und ihre Heimatgemeinde.

Etwas im Abseits stationiert, mussten sich die Mädels des Turnvereins was einfallen lassen. Die Leistungsträgerinnen waren nämlich an ihre Cocktailbar gebunden. „Wir haben ein Tablet dabei“, verriet Lea Bettag. Pflichtübung seien die Spiele der Nationalmannschaft. Während in München das Leder auf sattgrünem Rasen rotierte, taten es die jungen Damen am Tresen. „,Caipi’ und ,Sex on the Beach’ gehen immer“, nannte Turnerin Desirée Schäfer die Favoriten auf der Karte der Mixgetränke.

Am Ball zu bleiben, lohnte sich beim Turnverein auch in anderer Hinsicht. Beim Beerpong nämlich. Statt Fußbällen wurde mit Tischtennisbällen gespielt und die mussten auch nicht in ein Tor, sondern in einen Becher. Geschick und Glück erforderte es, mit dem Runden ins Runde zu treffen. Den Ball dabei ausnahmsweise flach zu halten hatte durchaus etwas Sinnvolles.

„Das Gruppenerlebnis beim Beerpong ist einfach toll“, freute sich Bettag über das Angebot, das der Turnverein seit Jahren beim Straßenfest macht. Nach Bedarf wurden die Tische am Eröffnungsabend zum Spielen ins Freie geräumt. Regenschauer verhinderten das dauerhafte Aufstellen dort.

Ins Netz gingen den Vereinen übers Wochenende alle Generationen beim Straßenfest. Dafür hatten sie mit einem abwechslungsreichen Programm gesorgt; die legendäre Disco bei der Feuerwehr am Samstagabend inklusive. „Wir haben ein neues Konzept, das wir weiter ausbauen wollen“, erklärte Becker mit Verweis auf die Verlagerung des Straßenfestes auf den Kurt-Kaufmann-Platz mit seinen Nebenschauplätzen. Am Ball bleiben will das Ortskartell, um die Veranstaltung künftig weiter zu beleben.

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