Wörth
Rheinbrücke/Wörther Trog: Neue Leitplanken halten 35-Tonner auf
Schutz- oder Leitplanken erneuern: Das hört sich nicht nach einer großen Sache an. Aber das kann trotzdem dauern, wie Autofahrer derzeit im Bereich zwischen Rheinbrücke und Wörther Trog sehen können. Seit Mitte November stehen dort die Baustellen-Schilder. Mit den Arbeiten begonnen werden konnte aber erst Anfang Dezember. Der Grund: Die große Auslastung der Spedition, die den Aushub abtransportiert. Seitdem laufen die Arbeiten aber im Zeitplan, so Tobias Jäger, Sprecher der Autobahn GmbH (Niederlassung Südwest, Außenstelle Karlsruhe).
Zunächst wurden die alten Schutzplanken entfernt und der Mittelstreifen gerodet, so Jäger. Danach wird abschnittsweise die Erde ausgebaggert, um Platz zu schaffen für Flächenfundamente. Auf diesen Fundamenten werden Metallbrücken für Verkehrszeichen und andere Elemente ruhen, an denen die neuen Schutzplanken befestigt werden.
Fundamente für Schutzplanken betoniert
„Aktuell werden die Fundamente im Bereich der B10 (Rheinbrücke-Anschlussstelle Maximiliansau) vorbereitet und anschließend betoniert“, so Jäger: „Weiter werden demnächst die alten Schutzplanken im Bereich dortigen Trogbauwerks abgebaut und gleichzeitig auf Schäden geprüft.“ Schadstellen werden vor der Montage der neuen Schutzplanken saniert. Darüber hinaus werden in Kürze im Bereich des Wörther Kreuz, wo die neuen Fundamente bereits aushärten konnten, die neuen Schutzplanken angebracht.
Der Grund für die ganze Mühe: „Durch den Wechsel der Schutzplanken erhöht sich die Verkehrssicherheit in dem stark frequentierten Streckenabschnitt maßgeblich“, so Jäger. Die bisher zwischen dem Wörther Kreuz und der Rheinbrücke Maxau verbauten Schutzeinrichtungen entsprachen der Aufhaltestufe H1. Die wurden bereits vor Jahrzehnten entwickelt und konnten einen 10-Tonnen-Lastwagen bei Tempo 70 in einem Anprallwinkel von 15 Grad an einem Durchbruch hindern.
Durchbruch eines Busses verhindern
Seit 2009 gibt es eine neue Richtlinie, die eine stärkere Aufhaltestufe für Schutzeinrichtungen im Mittelstreifen vorschreibt. Seitdem müssen beim Um- oder Ausbau von Autobahnen im Mittelstreifen mindestens Schutzeinrichtungen der Aufhaltestufe H2 eingesetzt werden. Diese können den Durchbruch beim Aufprall eines 13-Tonnen-Busses mit Tempo 70 unter einem Winkel von 20 Grad verhindern.
Bei den aktuellen Umrüstungsarbeiten auf der A65 setzt die Autobahn GmbH Südwest Schutzeinrichtungen mit der zur Zeit höchsten Aufhaltestufe H4b ein. Diese können vorschriftsmäßig mindestens einen 38-Tonner-Sattelzug mit Tempo 65 in einem Anprallwinkel von 20 Grad an einem Durchbruch in die Gegenfahrbahn hindern.
Umrüstung auch bei Kandel-Süd
Schutzeinrichtungen wie Leitplanken würden grundsätzlich immer dann geprüft oder umgerüstet, wenn Autobahnen umgebaut oder ausgebaut werden, sagt Jäger. An Unfallschwerpunkten könnten solche Arbeiten aber auch zu anderen Zeiten erfolgen. Derzeit wird laut Jäger auch über entsprechende Arbeiten an der Ausfahrt Kandel-Süd an der A65 auf die Anschlussstelle zur B9 gesprochen.
Momentan umgerüstet werde der Streckenabschnitt von der B10 kommend in Fahrtrichtung Karlsruhe kurz nach der Rheinbrücke auf Pfälzer Seite bis zum Übergang auf die A65 am Wörther Kreuz. Da die Arbeiten entlang des Mittelstreifens stattfinden, ist ebenso die Gegenrichtung in Fahrtrichtung Ludwigshafen von der A65 kommend ab dem Wörther Kreuz bis zur B10 kurz vor der Rheinbrücke betroffen.
Die Umrüstungsarbeiten werden im laufenden Verkehr in Form von Tagesbaustellen erledigt. So soll der Berufsverkehr so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. Die Arbeiten finden deshalb montags bis freitags zwischen 8.30 und spätestens 15 Uhr statt; samstags und sonntags zwischen 8 und 18 Uhr. In diesem Zeitraum steht dann in beiden Fahrtrichtungen nur je eine Fahrspur zur Verfügung. Läuft weiter alles nach Plan, werden die Arbeiten bis Ende März abgeschlossen sein, so Jäger.